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Johann III. Sobieski

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König Jan III. Sobieski in der Rüstung eines polnischen Hetmans, den Marschallsstab (Hetmansstab) in der rechten Hand haltend (Gemälde von Jan Matejko)
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Palais Wilanów bei Warschau, erbaut im Auftrag von König Sobieski
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König Jan III. Sobieski bei Wien 1686, während der Zweiten Wiener Türkenbelagerung (Gemälde von Jerzy Siemiginowski-Eleuter)
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Polen in den Grenzen nach dem Vorfriede zu Buczacz mit dem Osmanischen Reich 1672

König Johann III. Sobieski, auch Jan III. Sobieski (* 17. August 1629 in Olesko; † 17. Juni 1696 in Wilanów), ab 1674 König von Polen und Großfürst von Litauen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Sobieski war Sohn des Krakauers Jakub Danilowicz Sobieski und Urenkel des Großhetmans der Krone Stanisław Żółkiewski. Seine Kindheit verbrachte er in ritterlicher Tradition, bevor er an der Krakauer Akademie studierte.

Von 1646 und 1648 unternahm er mit seinem Bruder Marek eine Grand Tour durch mehrere europäische Länder. Bleibende Eindrücke hinterließ bei Jan vor allem der Aufenthalt in Frankreich. In dieser Zeit interessierte sich Jan Sobieski zunehmend für Kriegskunst, Politik und Literatur. Zwischen 1648 und 1653 kämpfte er gegen Saporoger Kosaken und Krimtataren, bevor es ihm 1654 gelang, als Geheimbotschafter in die heutige Türkei einzureisen. Dort lernte er die Türkische Sprache und Kultur kennen. Jan war mit Marie Casimira d'Arguien verheiratet, was ihm den Zugang zum französischen Hochadel öffnete. Nach Stefan Czarnieckis Tod, 1665, wurde er zum Feldhetman der Krone befördert. Nach seinem Sieg gegen die vereinten tatarisch-kosakischen Truppen bei Podhajce 1667, wurde er 1668 Großhetman der Krone (Feldmarschall der Polnischen Krone).

Während eines erneuten Einsatzes gegen das Osmanische Reich 1673, besiegte er am 11. November das Heer des Großwesirs Kara Mustafa unweit der Stadt Chotyn auf eine Aufsehen erregende Weise, wodurch seine Popularität so stark wuchs, dass er am 21. Mai 1674 auf den polnischen Thron gewählt wurde. Der 1672 aufgezwungene Krieg gegen das Osmanische Reich verlief dennoch mit wechselvollen Erfolgen, bis schließlich beide Kriegsparteien 1676 im Vertrag von Żurawno die Waffen streckten.

In seinen ersten Regierungsjahren versuchte er einige wichtige Reformen durchzusetzen, die der Festigung der Königsmacht dienen sollten. Darüber hinaus beabsichtigte er eine Allianz zwischen Frankreich und Polen gegen das Kurfürstentum Brandenburg-Preußen zu besiegeln, da er das Herzogtum Preußen, welches 1660 durch den Vertrag von Oliva Polen verloren ging, erobern und zur Stärkung seiner dynastischen Ziele und Hausmacht annektieren wollte (Polen war zur Zeit Sobieskis eine Wahlmonarchie, der Besitz der polnischen Krone daher stets unsicher und nicht vererbbar). Damit beabsichtigte er außerdem, die Macht Polen-Litauens über das Baltikum zu festigen, indem er seinen Sohn Jakob Louis Heinrich Sobieski dort ansiedeln beabsichtigte. Aufgrund der ablehnenden Haltung der Franzosen, besonders nach dem ungünstig verlaufenden Krieg der Schweden gegen das Heer des Kurfürsten Friedrich Wilhelm, war er jedoch gezwungen seine Absichten hinsichtlich Allianzen zu ändern und sich enger an die katholischen Habsburger zu verbinden, mit denen er das Osmanische Reich gemeinsam zu Feinde hatte.

Als ihm die Berichte einer türkischen Belagerung der kaiserlichen Residenz Wien zu Ohren kamen, entschied er, einzugreifen, ein Adelsaufgebot zu verkünden und die bedrohte Reichshauptstadt zu befreien. Diese Tat von Sobieski, die er mit Hilfe von 27.000 königlich-polnischen, 19.000 kaiserlichen und 28.000 deutsch-fürstlichen Soldaten durchführte, zerschlug durch den Sieg am 12. September 1683 über die türkische Armee unter Kara Mustafa die türkischen Pläne, das Habsburgische Land einzunehmen, und in der folgenden Gegenoffensive konnte Ungarn den Osmanen entrissen werden. Sobieski war offizieller Hauptbefehlshaber des vereinigten Entsatzheeres auch aufgrund seiner hervorragenden Siege gegen die Türken und Tataren - die Schlachtpläne wurden vollständig von ihm und seinen Generälen entwickelt, nach dem Einspruch Karls von Lothringen durften die Österreicher aber auf dem linken Flügel kämpfen, statt wie ursprünglich geplant in der Mitte; das gesamte türkische Lager fiel in die Hände des Entsatzheeres.

König Jan III. Sobieski beherrschte mehrere Sprachen und war ein großer Kunstliebhaber. Sein Palast in Wilanów wird für eine der größten Errungenschaften des polnischen Barockstils gehalten. Eine weitere Residenz hatte er im Schloss von Schowkwa. Seine Briefe an seine Frau Marie sind ebenfalls große Zeugnisse polnischer Epistolografie.

Er starb 1696 in der königlichen Residenz in Wilanów bei Warschau und ist auf dem Wawel in Krakau begraben. Es folgte ihm nicht sein Sohn Jakob Louis Heinrich Sobieski auf den Thron, sondern August der Starke, der Kurfürst von Sachsen. Seine Tochter, Therese Kunigunde, war mit dem Kurfürsten Maximilian II. Emanuel von Bayern verheiratet.

Bezug zur Gegenwart

  • Das Sternbild Schild hieß zu Ehren des Königs ursprünglich Scutum Sobiescii (Schild des Sobieski).
  • Die amerikanische Schauspielerin Leelee Sobieski ist eine seitliche Nachfahrin des polnischen Königs, dessen direkte Nachfahren männlicher Linie ausgestorben sind.
  • Die anhaltende Anerkennung seiner Leistungen, besonders in der Schlacht am Kahlenberg, zeigt sich in Polen auch in der Popularität der Zigarettenmarke Jan III Sobieski und dem Wodka Sobieski.

Abstammung

Marek Sobieski
ur. 1549/50
zm. 1605
Jadwiga Snopkowska
ur. 1556/59
zm. 1588/89
Jan Daniłowicz
ur. 1570
zm. 1628
Zofia Żółkiewska
ur. ok. 1590
zm. 1634
         
     
  Jakub Sobieski
ur. 1580
zm. 12 VI 1646
Zofia Teofila Daniłowicz
ur. 1607
zm. 1661
     
   


Maria Kazimiera d'Arquien

ur. 28 VI 1641
zm. 17 I 1716
OO   5 VII 1665
(ślub tajny 14 V 1665)
Jan III Sobieski
ur. 17 VIII 1629
zm. 17 VI 1696
                   
                   
Jakub Ludwik
Sobieski

 ur. 2 XI 1667
 zm. 19 XII 1737
 
NN

 ur. 9 V 1669
 zm. 9 V 1669
 
NN

 ur. 9 V 1669
 zm. 9 V 1669
 
Teresa Teofila
Sobieski
 ur. V 1670
 zm. V 1670
 
Barbelune
Sobieski
 ur. 15 X 1672
 zm. 1677
 
                   
La Mannone
Sobieski
 ur. 1674
 zm. 1675
 
Teresa Kunigunde
Sobieski

 ur. 4 III 1676
 zm. 10 III 1730
 
Alexander Benedikt
Sobieski

 ur. 6/9 IX 1677
 zm. 16/19 XI 1714
 
Konstanty Władysław Sobieski
 ur. 1 V 1680
 zm. 28 II 1726
 
NN
 

Siehe auch

Literatur

  • Gerda Hagenau: Jan Sobieski. Der Retter Wiens. Frankfurt/M u. Berlin 1991.
  • Zbigniew Wójcik: Jan Sobieski. 1629–1696. Warszawa 1994.
  • Joachim Zeller (Hrsg.): Jan Sobieski - Briefe an die Königin. Der Morgen, Berlin 1981.

Weblinks

Wikipedia
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