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Jakob Arcadelt
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Jakob Arcadelt (auch: Jachet Arkadelt, Archadelt, Hercadelt, Arcadet und Arcadente auch Jacobus Flandrus in päpstlichen Abrechnungsbüchern); * 1504, 1506 oder (unwahrscheinlicher) 1514; † 4. Oktober 1568 in Paris) war ein niederländischer Komponist und Kapellmeister.
Leben
Arcadelt wuchs in Flandern auf. 1535 ging er nach Florenz, wo er Werke Lorenzo de’ Medicis vertonte. Um 1536 wechselte er nach Rom, genaue Gründe hierfür sind nicht bekannt. Er war ab 1539 Abbas und Magister puerorum der Capella Julia und wurde 1540 von Papst Paul III. als Magister capellae an die Capella Sixtina, der päpstlichen Privatkapelle, berufen. Hier wirkte er bis 1551 (unterbrochen durch eine mehrjährige, gesundheitsbedingte Reise nach Frankreich) als päpstlicher Sänger und Kapellmeister. Sein Nachfolger wurde Giovanni Pierluigi da Palestrina. Über seinen Verbleib bis 1557 ist nichts bekannt. Er verschwindet aus den vatikanischen Abrechnungsbüchern und taucht erst 1557 (unwahrscheinlicher 1555) wieder auf, im Gefolge des Kardinal von Guise (als dessen Kapellmeister) in Paris. Hier stirbt er 1568 (andere Quellen: 1575) als wohlhabender, geachteter Musiker.
Werk
Seine Chansons, Messen, Motetten und Madrigale erschienen häufig in den während des 16. Jahrhunderts in Rom, Venedig und Paris gedruckten Sammelwerken. Bis 1654 erfuhr das erste Buch seiner Madrigale 31 Ausgaben, woraus sich auf Arcadelts große Beliebtheit bei seinen Zeitgenossen schließen lässt.
Der "Musica Reservata" lag das Streben nach Vollkommenheit zugrunde. Ein Streben mit strengsten und klarsten Gesetzen, welche Jacobus Arcadelt perfekt und aufs höchste kreativ zu handhaben wusste. Er vertonte Texte von Boccaccio, Lorenzo de´Medici, Francesco Petrarca, Pietro Bembo und Michelangelo. Außer geistlichen Werken gehören Sonette, Canzonen und Liebesgedichte ebenso in sein Schaffen wie die Vertonung frivoler Texte. Er verinnerlichte den weltlich-italienischen Kompostionsstil und verknüpfte ihn mit dem sakral-niederländischen seiner Heimat. Als Erbe Josquins und Vorgänger Palestrinas prägte er einen neuen, italienisch-niederländischen Stil, welcher noch über Jahrhunderte das Interesse folgender Komponistengenerationen weckte. Seine Werke wurden als maßgeblich in der musikalischen Pädagogik bis hinein in bach´sche Zeiten betrachtet.
Das gelegentlich unter Arcadelts Namen gesungene "Ave Maria" stammt nicht vom Komponisten, sondern von einem französischen Organisten. Franz Liszt komponierte daraus eine Orgelfantasie, wohl in der Annahme ein Originalwerk des Meisters zu verarbeiten.
Zu den bekanntesten Werken Arcadelts gehört "Il bianco et dolce cigno" (Der weiße und süße Schwan).
Weblinks
- Arcadelt. Artikel in: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Aufl. 1888 ff., Bd. 1, S. 765 f.
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Arcadelt, Jakob |
| ALTERNATIVNAMEN | Arkadelt, Archadelt, Hercadelt, Arcadet, Arcadente |
| KURZBESCHREIBUNG | niederländischer Komponist und Kapellsänger |
| GEBURTSDATUM | Ende des 15. oder zu Anfang des 16. Jahrhunderts |
| STERBEDATUM | 4. Oktober 1568 |
| STERBEORT | Paris |
