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Interactive Unix

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Allgemein wird als Interactive Unix das Unix-Betriebssystem von der Firma INTERACTIVE Systems Corporation (ISC) in Santa Monica (USA, Kalifornien) bezeichnet. Im Speziellen wird aber das für den Intel-Prozessor 80386 entwickelte Unix System V verstanden (ursprünglich 386/ix, später INTERACTIVE Unix System V/386 genannt).

Die Firma Interactive Systems hat als weltweit erstes Unternehmen ein UNIX-Derivat für Minirechner aus den Quellen der Bell Labs erstellt und kommerziell (d.h. inklusive technischer Unterstützung) unter dem Produktnamen INTERACTIVE UNIX vertrieben.

Die erste Version von INTERACTIVE UNIX wurde bereits in den siebziger Jahren auf der Basis des Unix System III von AT&T entwickelt. Das Produkt IS/3 wurde in Deutschland von der Firma Danet in Darmstadt vertrieben, welche auch die technischen Unterstützung für Kunden lieferte. Danet erhielt seinerseits den notwendigen Support von AT&T über Bell Telephone in Amsterdam. In den folgenden Jahren entwickelte man zusammen mit Interactive Systems einen Markt für Unix auf Rechnern des Herstellers Digital Equipment Corporation (DEC): PDP-11 und insbesonder VAX bzw. MicroVAX mit IS/3.

Als IBM den ersten PC mit Festplatte, den IBM XT, auf den Markt brachte, lieferte Interactive Systems hierzu ein Multiuser-Unix namens PC/ix. Dieses wurde auf diversen 5 1/2-Zoll Disketten in einem schwarzen Schuber mit der damals für IBM charakteristischen roten Rose ausgeliefert. Es erlaubte das gleichzeitige Arbeiten von bis zu drei (!) Anwendern auf dem Rechner -- der damals über 640 KB Speicher und eine 10 MB Festplatte verfügte: Ein Nutzer saß am PC selbst (Tastatur und Bildschirm), zwei weitere konnten über an den beiden seriellen Schnittstellen angeschlossene Terminals arbeiten. Primärer Einsatzzweck war die Textverarbeitung, die mit einem weiteren Produkt aus dem Hause Interactive Systems, IN/text, einem Textverabeitungssystem ähnlich nroff/troff ausgestattet war.

Als die Intel-CPU weiterentwickelt wurde, erschien für den 80286 eine aktualisierte Version unter dem Namen IN/ix -- eine Kurzform von Interactive Unix.

Mit Erscheinen der 80386 CPU für PC stellte Interactive Systems ihr 386/ix vor. Dieses Unix basierte auf dem Unix System V von AT&T. Es enthielt zusätzlich Komponenten, die aus Microsofts Unix-Derivat Xenix stammten, um hiermit verträglich (kompatibel) zu sein.

Im Laufe der Folgejahre wurde 386/ix weiterentwickelt und später als Interactive Unix vertrieben, während zeitgleich SCO mit dem Konkurrenzprodukt SCO Unix letztendlich erfolgreicher war und somit Interactive Unix eher ein Nischendasein beschieden blieb.

Als AT&T mit Unix System V Release 4 (SVR4) eine weitere Unix-Version herausbrachte, aktualisierte auch Interactive das eigene Produkt. Zum gleichen Zeitpunkt hatte inzwischen sogar Intel selbst mit Intel Unix System V/386 ein eigenes Unix-Derivat heausgebracht, das jedoch bald wieder eingestellt wurde. Etwa ein Jahr später verkaufte Interactive System den Geschäftszweig an Sun Microsystems, welche das Produkt Interactive Unix unter diesem Namen noch eine Weile weiterführte. Durch den Kauf konnte Sun wertvolles Know-How aus dem Bereich PC-Unix erwerben, was für die Weiterentwicklung des damals gerade entstandenen Sun Solaris 2.0 für x86 wichtig war.

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Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Interactive_Unix, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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