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Innsbrucker Dom

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Der Innsbrucker Dom ist der Dom zu St. Jakob in Innsbruck.

Geschichte

Vermutlich besteht die in einem Vertrag von 1180 als „ecclesia in foro“ erwähnte Kirche bereits 1181.

  • 1270 datiert die erste urkundliche Nachricht einer St. Jakobskirche in Innsbruck.
  • 1494 entsteht die älteste erhaltene Ansicht der gotischen Kirche auf einem Aquarell von Albrecht Dürer.
  • 1556 erfolgt eine Darstellung im Schwazer Bergwerksbuch.
  • 1643 wird St. Jakob eine selbständige Pfarre, während sie vorher eine Filialkirche von Wilten war. Das Pfarrwappen zeigt Pilgerstab und Pilgermuschel des heiligen Jakob.
  • 1650 gelangt das berühmte Gnadenbild Mariahilf von Lucas Cranach dem Älteren in die Kirche, welche sich in der Folge zu einem Marienwallfahrtsort entwickelt.
  • 1689 richtet ein Erdbeben Schäden an der Kirche an.
  • 1717-1724 wird der Neubau nach den Plänen von Johann Jakob Herkomer und Johann Georg Fischer im Stil des Barock ausgeführt.
  • 1904 wird die Innsbrucker Stadtpfarre zur Propstei erhoben und der Propst mit besonderen Rechten ausgestattet. Er ist für die Zeit seines Amtes Apostolischer Protonotar ad instar participantum und hat das Recht Mitra, Pectorale und Ring zu tragen.
  • 1944 wird die Kirche durch alliierte Bombentreffer beschädigt.
  • 1964 entsteht die Diözese Innsbruck, wodurch die Pfarrkirche in den Rang einer Bischofskirche (Dom) erhoben wird.
  • 2000 wird im Südturm eine Sakramentskapelle eingerichtet. In diesem Jahr finden auch die Feierlichkeiten anlässlich des 350. Jubiläums der Übertragung des Gnadenbildes Mariahilf in die damalige Stadtpfarrkirche mit gleichzeitiger Einweihung der neuen Domorgel statt.
  • 2003 wird der Trierer Universitätsprofessor Dr. Manfred Scheuer im Dom zu St. Jakob von seinem Amtsvorgänger und nunmehrigen Erzbischof von Salzburg, Dr. Alois Kothgasser, zum vierten Bischof der Diözese geweiht.
  • 2004 übernimmt der bisherige Seelsorgeamtsleiter der Diözese Innsbruck Dr. Florian Huber das Amt des Propstes zu St. Jakob von Prälat Gotthard Egger. Der Propst ist neben seiner Funktion als Dom- und Stadtpfarrer auch Dekan des Dekanates Innsbruck-Mitte sowie Erstdekan der Stadt.

Die Weihe der Kirche an St. Jakob weist auf die Lage von Innsbruck an der Pilgerstraße (Jakobsweg) nach Santiago de Compostela in Spanien hin, einem der drei bedeutendsten Pilgerstätten des Mittelalters neben Jerusalem und Rom.

In der Kirche befindet sich das Grabmal von Maximilian III. Deutschmeister, Landesfürst von Tirol 1612-1618. Der Entwurf stammt von Caspar Gras, der Guss von Heinrich Reinhart. Besonders interessant sind die gedrehten Säulen, die unter anderem mit Pflanzen, Schnecken, Vögeln und Heuschrecken verziert sind. Oben kniet der Landesfürst mit St. Georg und dem Drachen. St. Georg war bis 1772 Landespatron von Tirol, dann folgte St. Josef. 2005 beschloss der Tiroler Landtag, dem Heiligen Josef St. Georg als 2. Landespatron zur Seite zu stellen, die Proklamation erfolgte am 21. April 2006 in der Landschaftlichen Pfarre Mariahilf durch den Patronatsherrn der Pfarre Landtagspräsident Prof. Ing. Helmut Mader.

Eine Grabplatte erinnert auch an Erzherzog Eugen, Oberbefehlsbaher der österreichisch-ungarischen Armee im Ersten Weltkrieg, ebenfalls Angehöriger des Deutschen Ordens.

Die vergoldete Kanzel ist ein Werk von Nikolaus Moll um 1724. Die Kanzel wird gestützt von den personifizierten drei göttlichen Tugenden: Glaube (Engel mit Kreuz), Liebe (Engel, der auf das Herz zeigt), Hoffnung (Engel mit Anker).

Die Deckenfresken stammen von Cosmas Damian Asam, der Stuck von Egid Quirin Asam. Es handelt sich dabei um barocke Illusionsmalerei.

Das Geläut

Die Marienglocke ist die größte (historische) Glocke von Tirol und wurde von der Innsbrucker Glockengießerei Grassmayr im Jahre 1846 gegossen. Die 1961 neu erworbenen sieben Glocken stammen aus der selben Gießerei. Die einzelnen Glocken werden im folgenden tabellarisch vorgestellt:

  • Glocke 1 (Marienglocke)
Schlagton: , Gewicht: 7 168 kg, Durchmesser: 221 cm, Gussjahr: 1846, Gießer: Glockengießerei Grassmayr, Innsbruck
  • Glocke 2
Schlagton: , Gewicht: 3 123 kg, Durchmesser: 172 cm, Gussjahr: 1961, Gießer: wie 1
  • Glocke 3
Schlagton: d', Gewicht: 1 674 kg, Durchmesser: 141 cm, Gussjahr: 1961, Gießer: wie 1
  • Glocke 4
Schlagton: e', Gewicht: 1 221 kg, Durchmesser: 128 cm, Gussjahr: 1961, Gießer: wie 1
  • Glocke 5
Schlagton: g', Gewicht: 680 kg, Durchmesser: 102 cm, Gussjahr: 1961, Gießer: wie 1
  • Glocke 6
Schlagton: a', Gewicht: 475 kg, Durchmesser: 94 cm, Gussjahr: 1961, Gießer: wie 1
  • Glocke 7
Schlagton: h', Gewicht: 356 kg, Durchmesser: 85 cm, Gussjahr: 1961, Gießer: wie 1
  • Glocke 8
Schlagton: d", Gewicht: 202 kg, Durchmesser: 70 cm, Gussjahr: 1961, Gießer wie 1.

Im Nordturm befindet sich das „Friedens-Glockenspiel“, das erste vieroktavige Carillon Österreichs, das täglich um 12:10 zu hören ist. Es umfasst 48 Glocken mit einem Gesamtgewicht von 4.100 kg.

Koordinaten: 47° 16' 9" N, 11° 23' 36" O

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