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Innere Emigration
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Innere Emigration bezeichnet die Haltung von Schriftstellern und Künstlern, die in der Zeit des Nationalsozialismus in Opposition zur Regierung standen, jedoch nicht aus Deutschland (bzw. nach dem Anschluss 1938 aus Österreich) auswanderten.
Der Begriff wurde von Frank Thiess geprägt, der damit die Entscheidung von Persönlickeiten (insbesondere von Künstler) beschrieb, die ihrer Gesinnung nach dem Nationalsozialismus kritisch bis ablehnend gegenüberstanden und deren Werke vom Nazi-Regime oft zu "entarteter Kunst" erklärt wurden, die aber durch persönliche und familiäre Verpflichtungen an einer Auswanderung bzw. Flucht gehindert waren, oder sich aus Verantwortung ihren Mitmenschen gegenüber zum Bleiben bewogen fühlten, ohne sich von den Nazis vereinnahmen zulassen, zuweilen auch in Widerstandszirkeln mitarbeiteten und durch Verbreitung ihrer Werke im Untergrund der Nazi-Propaganda entgegenwirkten.
Zu den „inneren Emigranten“ zählen:
- Werner Bergengruen
- Hans Blüher
- Otto Dix
- Hans Heinrich Ehrler
- Werner Finck
- Gertrud Fussenegger
- Ricarda Huch
- Ernst Jünger
- Erich Kästner
- Volker Lachmann
- Oskar Loerke
- Erika Mitterer
- Walter von Molo
- Friedrich Reck-Malleczewen
- Richard Riemerschmid
- Reinhold Schneider
- Frank Thiess
- Ernst Wiechert
Literatur
- Ralf Schnell: Literarische Innere Emigration. In: ders.: Dichtung in finsteren Zeiten. Deutsche Literatur und Faschismus. Hamburg: Rororo 1998, S. 120-160.
- Friedrich Denk: Die Zensur der Nachgeborenen. Zur regimekritischen Literatur im Dritten Reich. 1. Auflage, Weilheim i.OB: Denk-Verlag, 1995, 479 Seiten, 3., durchges. Auflage, 1996 – ISBN 3-9800207-6-2
- Birgit Schmidt: Wenn die Partei das Volk entdeckt. Anna Seghers, Bodo Uhse, Ludwig Renn u.a. Ein kritischer Beitrag zur Volksfrontideologie und ihrer Literatur. ISBN 3-89771-412-4
- jour fixe initiative berlin (Hg.): Fluchtlinien des Exils, ISBN 3-89771-431-0 [1]
