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Inhaltsverzeichnis

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Ein Inhaltsverzeichnis ist eine stichwortartige Übersicht (Verzeichnis) über den Inhalt eines Buches, einer Zeitschrift, einer Website oder einer Musik- bzw. Daten-CD-Rom, gegebenenfalls mit Seitenangaben zum schnellen Auffinden von Textstellen. Fehlt einem Werk das Inhaltsverzeichnis, ist die Orientierung und das Auffinden bestimmter Inhalte meist schwierig.

Inhaltsverzeichnis

Das Inhaltsverzeichnis des Buches

Das zur Titelei gehörige Inhaltsverzeichnis hat in der Vorarbeit zu einem Buch keine Priorität, denn natürlich ist der Text in erster Linie wichtiger. So kann es durchaus passieren, das dem Inhaltsverzeichnis bei den Vorarbeiten nicht immer die Beachtung findet, die es verdient. Dabei ist es meist das, was sich der Käufer, Interessent oder Leser bei der Ansicht eines Buches - nach dem Einband - als erstes ansieht.

Ist ein Inhaltsverzeichnis notwendig?

Meist wird bei der Vorarbeit zu einem Buch entschieden, ob es ein Inhaltsverzeichnis erhält oder nicht. Dieses ist meist schon an der Buchgattung auszumachen: Ein Roman, den man von vorne bis hinten durchliest, benötigt in der Regel kein Inhaltsverzeichnis. Für ein Gedichtband oder ein Sammlung von Geschichten kann ein Inhaltsverzeichnis durchaus von Nutzen sein, denn oft entscheidet sich der Leser mit Hilfe eines Blickes auf das Verzeichnis für oder gegen den Kauf. Gerade bei wissenschaftlichen Büchern, ist ein Inhaltsverzeichnis nötig. Meist sucht der Leser gezielt nach einem bestimmten Thema, was ohne Verzeichnis mit viel Mühe verbunden ist und den Leser nicht selten vom Kauf eines Buches abhält. Denn das Inhaltsverzeichnis ist nicht nur zum Unterteilen des Inhalts in sinngemäße Kapitel notwendig, sondern es verschafft als erstes einmal einen Überblick über den Inhalt eines Buches.

Wo das Inhaltsverzeichnis stehen sollte

„Inhaltsverzeichnisse stehen vorn oder hinten im Buch. Sie sollen dort stehen, wo der Leser sie sucht; auf jeden Fall ganz vorn, direkt hinter dem Haupttitel, oder ganz hinten, keinesfalls hinter dem Vorwort oder am Schluß des Buches vor einer Reihe von Anzeigen.“ [1] Wie der Haupttitel steht auch das Inhaltsverzeichnis auf einer Recto-Seite, meist auf Seite 5. Bei einem Nachschlagewerk sollte das Inhaltsverzeichnis beim Register, Dokumentenanhang, Zeittafel oder andere Übersichten am Ende des Buches stehen. So kann der Leser die verschiedenen Informationen nutzten, ohne im Buch hin und her „springen“ zu müssen. Vorne im Buch sollte es dann stehen, wenn man den Interessenten damit zum Kauf „verführen“ will, d. h. wenn das Inhaltsverzeichnis einen breiten Überblick über das Buch verschaffen kann.
Ein am Ende stehendes Inhaltsverzeichnis bringt Vorteile für den Hersteller: Wird ein Manuskript oder Teile davon in den Druck gegeben, bevor das Inhaltsverzeichnis erstellt wird, muss der Drucker den Titelbogen für ein vorne stehendes Verzeichnis zurückstellen. Den Titelbogen kann er erst dann fertig stellen, wenn ihm das Inhaltsverzeichnis vorliegt. Steht das Verzeichnis am Ende des Buches, bleibt dem Drucker dieser zusätzliche Arbeitsaufwand erspart. Ein weiterer Vorteil des hinten stehenden Inhaltsverzeichnisses ist, dass es „zusammen mit Register, Bildverzeichnis und anderen Übersichten die letzte Möglichkeit bietet, durch Zusammenpressen oder weiteres Durchschießen des Satzes, durch Verändern der Schriftgröße und anderes, das Buch auf den gewünschten Umfang zu bringen.“ [2] Der Grund hierfür kann neben schlechter Vorarbeiten und ungenauer Umfangberechnung, auch ein verspäteter Änderungswunsch sein.

Satz des Inhaltsverzeichnisses

Ein Inhaltsverzeichnis sollte neben einer gut lesbaren Schriftgröße auch über besondere Übersichtlichkeit verfügen. Auch der Satzspiegel verbirgt einige Schwierigkeiten: Wird er in der Größe des rechtlichen Buches belassen, kommt es oft zu unschönen großen Lücken zwischen Kapitelüberschrift und Seitenzahlen, die oft mit Punkten aufgefüllt werden. Wird die Größe des Satzspiegels nun verändert, sollte darauf geachtet werden, dass Satzbreite und Text in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen. „ Die Aufgabe des Typographen ist es nun, diese schmale Kolumne harmonisch in das Buch einzufügen.“ [3] Dafür gibt es viele Möglichkeiten: Das Verzeichnis kann an eine Kante des Satzspiegels, aber auch – wenn es besonders lang ist – zweispaltig gesetzt werden. Der Buchgestalter entscheidet, ob „Inhaltsverzeichnis“, „Inhaltsübersicht“, nur „Inhalt“, „Seite“, „Seitenzahl“ oder etwas anderes über den Kolumnen steht. Die Seitenzahl wird meist hinter dem Stichwort aufgeführt, in seltenen Fällen kann es aber auch durchaus sein, dass die Seitenzahl vor dem Stichwort steht.
In wissenschaftlichen Büchern wird das Inhaltsverzeichnis häufig untergliedert, um die aufgeführten Themen überschaubar darzustellen. Dies kann durch verschiedene Auszeichnungsschriften, halbfett oder kursiv, mit Ergänzungszeilen, mit Abständen und eingerückten Zeilen erreicht werden.

Einige Bücher benötigen kein Inhaltsverzeichnis. Dies sind unter anderem Nachschlagewerke. Bei diesen Büchern übernimmt das Register diese Aufgabe.

Siehe auch

Literatur

  • Helmut Hiller, Stephan Füssel:Wörterbuch des Buches. 6. Auflage. Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main 2002. ISBN 3-465-032209
  • Jost Hochuli: Buchgestaltung in der Schweiz. 2. Auflage. Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung. Zürich 1998. ISBN 3-908102-10-3
  • Reclams Sachlexikon des Buches. Hrsg. von U. Rautenberg. 2. verbesserte Auflage. Reclam Verlag, Stuttgart 2003. ISBN 3-15-010542-0
  • Rolf L. Temming: Vorschläge zur modernen Buchgestaltung. 1. Auflage. Polygraph Verlag GmbH, Frankfurt am Main 1967. ASIN B0000BTL82

Referenzen

  1. Temming: Vorschläge zur modernen Buchgestaltung, S. 49.
  2. Temming: Vorschläge zur modernen Buchgestaltung, S. 48.
  3. Temming: Vorschläge zur modernen Buchgestaltung, S. 52.
Wikipedia
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