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Informatikstudium
Aus Kefk.
Als Informatikstudium wird die wissenschaftliche Ausbildung von Informatikern bezeichnet. Das Studium der Informatik ist vielfältig geregelt und führt zur Erlangung eines akademischen Grades bei erfolgreichem Abschluss.
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Ein Informatikstudium kann an verschiedenen Einrichtungen erfolgen, die unterschiedliche akademische Grade vergeben:
- an einer Technischen Hochschule oder Universität den Dipl.-Inf. oder explizit Dipl.-Inf. univ., (auch Dipl.-Inform. bzw Dipl.-Inform. univ.), Bachelor of Science, Master of Science
- an einer Fachhochschule den Dipl.-Inform. (FH), Bachelor of Science, Master of Science
- an einer staatlichen Berufsakademie den Dipl.-Inf. (BA), letzteres ist jedoch kein akademischer Grad, sondern eine staatliche Abschlussbezeichnung. In der Schweiz heißt das eidg. Dipl.-Inf..
In Österreich werden die akademischen Grade Dipl.-Ing. (auch DI oder Diplomingenieur), Mag. (Magister), MSc (Master of Science) und BSc (Bachelor of Science) vergeben. Wird das Studium an einer Fachhochschule abgeschlossen, wird dem akademischen Grad ein (FH) angefügt.
Inhaltsverzeichnis |
Das Studium an Universitäten
Im Studium Informatik erlernen die Studenten zunächst die Grundlagen der praktischen, theoretischen und technischen Informatik sowie die dazu benötigte Mathematik, oft auch einen interdisziplinärer Anteil meist in Form eines Nebenfachs wie beispielsweise Betriebswirtschaftslehre oder Psychologie. Das Grundstudium dient somit dazu, die grundlegenden Fertigkeiten in Logik, Algorithmen und Computertechnik auszubilden. Je nach Schwerpunkt der jeweiligen organisierenden Universitätsinstitution (Fakultät) beschäftigt man sich im Hauptstudium wesentlich mehr mit der informatischen Seite.
Gab es anfangs an deutschen Hochschulen nur Diplomstudiengänge für Informatik mit Abschluss zum Diplominformatiker (abgekürzt Dipl.-Inf. oder Dipl.-Inform.) oder Diplomingenieur, so werden heute auch Studiengänge auf Lehramt oder mit Abschlüssen in den Teildisziplinen, z. B. Bioinformatik oder Geoinformatik angeboten. Im Zuge des Bologna-Prozesses werden deutschlandweit die Studiengänge langsam aber sicher auf das Bachelor/Master-System umgestellt.
Das Studium an Fachhochschulen
Die Ausbildung zum Dipl.-Inform. (FH) ist meist praxisnäher als an den Unis. Will man später an einer Universität promovieren, muss man dort erst eine Aufnahmeprüfung machen oder vorher ein entsprechendes Masterstudium absolvieren.
Das Studium an Berufsakademien
Auch an Berufsakademien wurde die bisherige Ausbildung großteils durch Bachelor-Studiengänge ersetzt. Diese Abschlüsse sind international anerkannt und eröffnen die gleichen Möglichkeiten wie der Bachelor-Abschluss einer FH oder Universität. Beispielsweise kann damit an einer Universität ein Master-Abschluss gemacht werden.
Vor der Einführung dieser Abschlüsse dauerte die Ausbildung zwei bis drei Jahre und führte zu einem gesetzlich geregelten Berufsabschluss mit staatlicher Prüfung. Vorausgesetzt wurde die Fachhochschulreife.
Promotion
An Universitäten ist es nach erfolgreichem Abschluss außerdem möglich zu promovieren. Eine Promotion führt hierbei in der Regel von der universellen Bildung weg zu einer Spezialisierung in ein entsprechendes Teilgebiet. Entsprechend lautet der Titel Dr.-Ing. oder Dr. rer. nat. Geplant ist, diese zukünftig durch den Doctor of Philosophy abzulösen.
Nach Abschluss einer Promotion ist erneut die Entscheidung zwischen einer wissenschaftlichen Laufbahn (Verbleib an der Uni, z. B. zur Habilitation) oder Wechsel in sonstigen öffentlichen Dienst oder Wirtschaft zu treffen. Im letzteren Fall ist eine Promotion im Studiengang Informatik keinesfalls „Pflicht“ für berufliche Chancen (anders als z. B. in der Medizin oder Chemie). Auch zahlt sich die zusätzlich an der Uni verbrachte Zeit nicht notwendigerweise finanziell aus.
Geschichte
Die Ausprägung des Begriffes Informatik geht 1957 auf Karl Steinbuch zurück (Definition der Informatik). Die TU München bot bereits 1967 einen Studiengang Informationsverarbeitung an. 1968 verwendete der damalige Bundesforschungsminister Gerhard Stoltenberg in einer Rede in der TU Berlin Informatik als Bezeichnung für neu einzurichtende Studiengänge. Maßgeblich beteiligt an der Errichtung der neuen Studiengänge war unter anderem Robert Piloty. Im Jahr 1969 wurde in der DDR das Vollstudium Maschinelle Rechentechnik eingeführt. An der TU Dresden wurde 1967 Maschinelle Rechentechnik (Vorlesung Maschinelle Rechentechnik) als Wahlfach angeboten. Die Fachhochschule Furtwangen führte 1968 den Studiengang Informatorik (Programmierung von Rechenanlagen) als selbständigen Studiengang ein. Die Universität Karlsruhe bot im Wintersemester 1969/70 erstmals ein Vollstudium Informatik an, brachte 1971 Deutschlands erste Diplom-Informatiker hervor und gründete 1972 die erste Informatik-Fakultät.Im Jahre 2002 wurde 30 Jahre Informatik an deutschen Universitäten gefeiert.
In der Schweiz bestand ab 1980 an der ETH Zürich eine Studienmöglichkeit.
Eine aktuelle – den wirtschaftlichen Gegebenheiten angepasste – Entwicklung ist, Teile des Informatikstudiums als einzelne Studiengänge zu etablieren, wie beispielsweise Wirtschaftsinformatik, angewandte Informatik oder Softwaretechnik. Ebenfalls findet man Informatik auch in der Biologie: An der ETH Zürich gibt es eine eigenständige Gruppe, die sich mit Algorithmen beschäftigt, die Biologie zu dokumentieren und zu simulieren.
Siehe auch
Weblinks
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