Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


In der Hitze der Nacht

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche
Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Spielfilm In der Hitze der Nacht aus dem Jahr 1967. Für die gleichnamige Fernsehserie, die zwischen 1988 und 1994 produziert wurde, siehe In der Hitze der Nacht (Fernsehserie).
Filmdaten
Deutscher Titel: In der Hitze der Nacht
Originaltitel: In the Heat of the Night
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1967
Länge (PAL-DVD): 109 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Stab
Regie: Norman Jewison
Drehbuch: Stirling Silliphant
Produktion: Walter Mirisch
Musik: Quincy Jones
Kamera: Haskell Wexler
Schnitt: Hal Ashby
Besetzung

In der Hitze der Nacht (engl. Originaltitel: In the Heat of the Night) ist ein US-amerikanischer Spielfilm von Norman Jewison aus dem Jahr 1967. Er basiert auf dem gleichnamigen Roman von John Ball. Die Hauptrollen spielen Sidney Poitier als Virgil Tibbs und Rod Steiger als William Gillespie. Der Film erzählt die Geschichte eines afroamerikanischen Polizisten aus dem Norden der USA, der in einem Mordfall in einer Kleinstadt im Süden der USA ermittelt. Ungefähr zwanzig Jahre später erschien eine Fernsehserie, die auf dem Spielfilm basierte und von der sieben Staffeln produziert wurden. Die Mirisch Corporation produzierte den Film für den Filmverleih United Artists.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Als in der Kleinstadt Sparta im Bundesstaat Mississippi der reiche Investor Colbert ermordet aufgefunden wird, glaubt der Polizeichef Gillespie schnell den Schuldigen gefunden zu haben. Denn kurz nach dem Mord nimmt Officer Wood am Bahnhof den Farbigen Tibbs, der nur auf der Durchreise ist und auf seinen Anschlusszug wartet, fest. Ohne ihn zu befragen und ohne jeden Verdacht - seine Hautfarbe reicht aus - wird Tibbs auf die Polizeiwache gebracht und der Witwe des Ermordeten als Täter präsentiert. Erst als sich Tibbs als Polizist der Mordkommission Philadelphias zu erkennen gibt und sein Chef telefonisch anregt, den Ermittlern vor Ort unter die Arme zu greifen, kommt es zu einer Zusammenarbeit zwischen ihm und dem örtlichen Polizeichef. Diese ist jedoch geprägt von gegenseitigem Misstrauen und Vorbehalten; besonders Polizeichef Gillespie kann seine rassistische Grundhaltung oft nicht verbergen und fällt bei jedem Streit mit Tibbs in sein altes, rassistische Rollenbild zurück. Dennoch respektiert er im Verlauf des Falls immer mehr die Arbeit und die Qualitäten Tibbs, der durch sein professionelles Vorgehen dem Mörder immer näher kommt, und rettet ihn sogar einmal vor einem Angriff der örtlichen Rassisten. Aber auch Tibbs bleibt nicht ohne Makel, zunächst lässt er sich bei der Suche nach dem Mörder von seinen eigenen Vorurteilen leiten und verdächtigt den weißen, rassistischen Baumwollfarmer Endicott. Als Tibbs schließlich den wahren Mörder entlarvt hat und die Heimreise antreten kann, begleitet der Polizeichef ihn persönlich zum Zug. Beide verabschieden sich im Zeichen gegenseitigen (gewachsenen) Respekts, Sparta jedoch wird zurückbleiben wie zuvor.

Auszeichnungen

Der Film war 1968 für sieben Academy Awards nominiert und gewann in fünf Kategorien den Oscar, darunter in den Kategorien Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Rod Steiger), Bester Schnitt. Außerdem gewann der Film drei Golden Globe Awards, während Hauptdarsteller Sidney Poitier 1968 den französischen Étoile de Cristal als bester ausländischer Darsteller erhielt.

Kritiken

Wer letztlich der Mörder ist, gerät in dem ausgezeichneten Drama aus dem Jahre 1967 zur Nebensache. Im Vordergrund steht die Entwicklung der beiden Hauptcharaktere Tibbs und Gillespie, die im rassistischen Süden des Amerika der 1960er Jahre um ihre Rolle in dem Fall kämpfen.

Polizeichef Gillespie wirkt zunächst wie der typische Rassist, der sämtliche Vorurteile gegenüber Farbigen verinnerlicht hat und keinen Hehl aus seiner Abneigung macht. Der Verdienst des Films, und das wird besonders an den beiden Hauptcharakteren deutlich, ist jedoch, die reine Schwarz-Weiß-Zeichnung zu vermeiden und sich den Grautönen zu widmen - und von diesen gibt es - unter der Oberfläche - reichlich. So ist der Polizeichef (auch) ein Produkt seiner Umwelt, der Bürgermeister rät ihm mehr oder weniger offen, Tibbs zu erschießen, „in Notwehr natürlich“, und der Baumwollfarmer beklagt offen, dass die Zeiten leider vorbei seien, in denen man Farbige einfach erschießen konnte, wenn diese sich gegen eine Ohrfeige des weißen Großgrundbesitzers wehrten. Gillespie macht den Eindruck, sich mit diesen Einstellungen arrangiert zu haben; zwar vertritt er sie nicht nachhaltig, aber da die Meinung in der Stadt nunmal so ist, beugt er sich ihr. Erst als Tibbs auftaucht, ein hochspezialisierter Mordermittler, erkennt er, dass auch Farbige in der Lage sind, gute Arbeit zu leisten und sogar den Weißen überlegen sein können. Zwar kann er der öffentlichen Meinung nicht vollends entgegentreten, aber im Verlauf des Films entwickelt er immer mehr Sympathie für Tibbs und dessen Arbeit. Er lässt Tibbs bei seinen Ermittlungen gewähren und stellt sich so doch gegen die weiße, rassistische Mehrheit in Sparta. Gleichwohl kann er den Rassismus in Sparta natürlich nicht abschaffen, was ihm bewusst ist. Als er Tibbs am Ende des Films zum Bahnhof begleitet, ihm sogar den Koffer zum Zug trägt und ihm alles Gute wünscht, ist in seinen Augen bereits mehr als reine Anerkennung für Tibbs polizeiliche Arbeit zu erkennen. Mit dem Zug verlässt aber dieser aufkeimende Hoffnungsschimmer auch die Stadt und es bleibt dem Zuschauer überlassen, sich vorzustellen, wie es mit Sparta weitergeht. Sehr hoffnungsvoll zeichnet der Film diese Zukunft aber nicht und dies entspricht wohl auch am ehesten der Realität im Süden der USA in den 1960er Jahren.

Ebenfalls der Fantasie des Zuschauers bleibt es überlassen, was Tibbs aus seiner Zeit in Sparta mitnimmt. Natürlich, wieder einmal wurde er aufgrund seiner Hautfarbe angegriffen und beschimpft, aber auch er hat sich zuweilen von seinen Vorurteilen leiten lassen und den weißen Großgrundbesitzer des Mordes verdächtigt. Als der Polizeichef ihn damit konfrontiert, „Sie sind ja gar nicht so anders als wir...!“, begreift auch Tibbs, dass er nicht ohne Fehl und Tadel ist. Man mag ihm diese Verfehlung ob der dauernden Angriffe nachsehen, aber es ist die Stärke des Films, auch diesen Aspekt zu beleuchten und ihn nicht als unfehlbaren Helden darzustellen, der den Ort des Geschehens als strahlender Sieger verlässt. Diese Genauigkeit macht die Authentizität , die Glaubwürdigkeit des Films aus.

Gleichwohl vermittelt der Film ein erschreckendes, beklemmendes Bild der USA in den 1960er Jahren und mahnt - auch heute noch - die unbedingte Gleichbehandlung der Menschen auf dieser Welt an.


  • Lexikon des internationalen Films: Hohe Kriminalspannung und vorzügliche Darsteller in einem Qualitätsfilm mit interessanter Thematik.
  • Der international bekannte Filmkritiker Leonard Maltin gab „In der Hitze der Nacht“ 4 von 4 Sternen.

Fortsetzungen und Fernsehserie

Es wurden zwei Fortsetzungen gedreht. 1970 erschien Zehn Stunden Zeit für Virgil Tibbs (engl. Originaltitel: They Call Me MISTER Tibbs!), 1971 Die Organisation (engl. Originaltitel: The Organization).

Im Jahr 1988 wurde die erste Staffel der Fernsehserie In der Hitze der Nacht in den USA ausgestrahlt. Die Hauptrollen spielten hier Carroll O'Connor als William Gillespie und Howard Rollins als Virgil Tibbs. In der Serie wurde eine Vielzahl von Problemen thematisiert, unter anderem Rassismus, Drogenmissbrauch, Mord, Inzest und Korruption.

Medien

DVD

  • In der Hitze der Nacht. MGM Home Entertainment 2004

Literatur

  • John Ball: In der Hitze der Nacht (OT: In the Heat of the Night). DuMont, Köln 1997, ISBN 3-7701-3832-5
  • Hans-Jürgen Kubiak: Die Oscar-Filme. Die besten Filme der Jahre 1927/28 bis 2004. Die besten nicht-englischsprachigen Filme der Jahre 1947 bis 2004. Die besten Animationsfilme der Jahre 2001 bis 2004. Schüren, Marburg 2005, ISBN 3-89472-386-6

Weblinks

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort In_der_Hitze_der_Nacht, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort In_der_Hitze_der_Nacht, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge