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Impressionismus (Literatur)

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Die Bewegung des Impressionismus erfasste neben Malerei und Musik auch die Literatur.

Impressionismus stammt von dem lateinischen Wort >impressio< und bedeutet Eindruck. Er ist eine Bezeichnung für eine zwischen 1890 und 1910 verbreitete Literatur, die sich auf die sprachliche Gestaltung augenblickshafter Empfindungen konzentrierte. In der Literatur ist der Impressionismus der Übergang vom Naturalismus, der die Wirklichkeit der Dinge beschreibt, zum Symbolismus, der sich um den Traum bemüht.

In der Malerei versucht diese Eindrucks- oder Stimmungskunst des Impressionismus eine Stimmung, wie sie der vergängliche Augenblick hervorruft, durch eine fein nuancierte Farbgestaltung festzuhalten. Dabei ist das Zusammenspiel von Licht und Schatten wichtiger als die reale Struktur der Dinge, welche sich in Farb- und Lichtreflexen regelrecht auflöst. „Ähnlich läßt sich literarischer Impressionismus als Kunst der persönlichen Augenblicksempfindung bezeichnen: aus der Erfahrung, daß Dinge, wie sie 'wirklich' sind, künstlerisch nicht reproduziert werden können, greift der Impressionist subjektive Eindrücke von Weltausschnitten auf und gestaltet sie - meist in lyrischen Gedichten [...]“[1]

Wie im Impressionismus der Malerei erhalten auch in der Literatur Farben und Licht (zum Beispiel das Glitzern und Funkeln von Gegenständen) eine große Bedeutung in der Darstellung.

Der Ausdruck "Impressionismus" verdeutlicht, dass man nur Impressionen, Eindrücke, festhalten will. Die Beschreibung der Wirklichkeit tritt gegenüber der Beschreibung der Wahrnehmung dieser Wirklichkeit in den Hintergrund.

Ein Beispiel für die neue Art, die Wirklichkeit zu sehen, stellt das 1908 beendete Romanfragment Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge von Rainer Maria Rilke dar; die tagebuchähnlichen Aufzeichnungen des Romanhelden Malte Laurids Brigge erzählen keine zusammenhängenden Geschichten, stattdessen werden Umwelt und Erinnerungen als pointillistische Folgen stimmungsvoller Impressionen vermittelt.[2]

Der im Naturalismus entstandene Sekundenstil kehrt im Impressionismus wieder; das Stilideal der Detailtreue wird übernommen. Die Impressionisten verwenden für ihre Momentaufnahmen in der Regel kurze literarische Formen, Skizzen, Novellen, Einakter, Lyrik.

Das sozialkritische und politische Element des Naturalismus hingegen wird zugunsten eines Rückzugs auf die Subjektivität und den Individualismus aufgegeben. Wiederkehrende Themen des Impressionismus sind ein Leben in einer Scheinwelt, eine Flucht vor der Realität und die subjektive Realität psychologischer Vorgänge.

Die Subjektivität des Ich spielt also eine wichtige Rolle. Eine für den Impressionismus bedeutende Theorie des „Ichs“ wurde von dem zuerst in Prag und dann in Wien lehrenden Physiker und Erkenntnistheoretiker Ernst Mach in seiner 1885 erstmals veröffentlichten Schrift Die Analyse der Empfindungen und das Verhältnis des Physischen zum Psychischen formuliert. Mach beschreibt darin das Ich, dessen Beständigkeit von den Eigenschaften abhängt, aus denen es sich zusammensetzt.

In dem Essay Das unrettbare Ich bemerkt der Wiener Literat Hermann Bahr 1904, es handle sich in Machs Schrift schlichtweg um die „Philosophie des Impressionismus“. Laut Mach ist das, was man als Einheit der Persönlichkeit empfindet, nur eine scheinbare Einheit, eine durch die Kontinuität der langsamen Änderung hervorgerufene Täuschung. Weil das Ding, der Körper, die Materie nichts als der Zusammenhang der Elemente, der Farben, Töne, usw., also eine wechselnde Verbindung von Merkmalen sei, ist das unveränderliche „Ich“ lediglich ein Komplex, eine Konstruktion aus unterschiedlichen, der Veränderung unterworfenen Elementen, wie z.B. Erinnerungen, Stimmungen, Gefühle.[3]

Literaturangaben

  1. Otto F. Best: Impressionismus, Symbolismus. S10.
  2. Rainer Maria Rilke: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge. München: Süddeutsche Zeitung | Bibliothek 2004.
  3. vgl. Victor Žmegac (Hrsg.): Geschichte der deutschen Literatur vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Band II/2. Weinheim: Beltz Athenäum Verlag 41995. S. 271.

Vertreter des Impressionismus in der Literatur

Siehe auch


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