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Im-Kopf-Lokalisation

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Die Im-Kopf-Lokalisation, auch kurz IKL genannt, ist ein Sonderfall der akustischen Lokalisation durch einen Hörer. Während bei der normalen Lokalisation der Hörereignisort einer wahrgenommenen Schallquelle oder auch die Orte mehrerer Schallquellen als in der Umgebung des Hörenden befindlich „wahr“genommen werden, scheinen unter bestimmten Umständen die Orte von Schallquellen im Kopf des Hörenden zu liegen. Da die IKL am häufigsten beobachtet wurde, wenn man Schallsignale über Kopfhörer darbot, wurde zunächst angenommen, dass die IKL damit im ursächlichem Zusammenhang stünde. Als Gründe wurden angegeben: mangelnde Übertragungstreue der Kopfhörer, fehlender Anteil von Knochenschall, der bei der normalen Lokalisation, wenn eine Schallquelle nicht nur die Ohren vorhanden ist, sondern auch den ganzen Körper des Hörenden beschallt; auch das Fehlen einer Änderung des Hörereignisorts bei Kopfdrehungen (der Hörereignisort wandert mit) und das Fehlen einer Entfernungsinformation über die Kopfhörer.

Diese Erklärungen berücksichtigen alle nicht die Tatsache, dass IKL auch bei Beschallung mit weit entfernten Schallquellen. z. B. Lautsprechern) auftreten kann, insbesondere bei verpolter Abstrahlung zweier Lautsprecher. Die Theorie der kopfhörerbedingten Entstehungsursache war vollends hinfällig, als es gelang, mit sogenannten Kunstköpfen bei Kopfhörer-Stereofonie auch Hörereignisorte weit außerhalb des Kopfes zu erzeugen, der normalen Lokalisation entsprechend.

Neuere Theorien gehen davon aus, dass bei jeder Lokalisation nicht nur das im Augenblick eintreffende Schallsignal ausgewertet wird, vielmehr ein Reizmustervergleich mit erlernten und gespeicherten Reizmustern vorgenommen wird. Demnach kann IKL immer dann auftreten, wenn die Schallreize so geartet sind, dass sie keiner möglichen außerhalb des Kopfes befindlichen Schallquelle zugeordnet werden können und/oder eine Adaptation auf einen Raum und mögliche in diesem befindliche Schallquellen nicht stattgefunden hat, der Hörer also von einer Schallquelle und ihrer Situation sozusagen überrascht wird.

Literatur

  • Georg Plenge, "Über das Problem der Im-Kopf-Lokalisation", Akustica 26, 1972, Seite 241
  • Georg Plenge, "Über das Problem der intracranialen Lokalisation von Schallquellen bei der akustischen Wahrnehmung des Menschen, Habilschr. Berlin 1973
  • Günther Theile, "Über die Lokalisation im überlagerten Schallfeld, Dissertation, Berlin 1979
Wikipedia
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