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Idiosynkrasie
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Als Idiosynkrasie (griechisch ιδιοσυνκρασία, „die Selbst-Eigenheit“, „der Selbst-Charakter“) bezeichnet man:
- im Allgemeinen ein (strukturelles, anatomisch-physiologisches oder Verhaltens-) Merkmal, welches besonders oder spezifisch für ein Individuum oder eine Gruppe ist,
- in der Medizin angeborene oder erworbene, z.T. schwer verlaufende Überempfindlichkeiten schon beim ersten Kontakt gegen bestimmte, von außen zugeführte Stoffe, die nicht durch eine Reaktion des Immunsystems hervorgerufen werden (da keine Immunisierung vorausgegangen), sondern durch Fehlfunktion/Nichtfunktion defekter oder Fehlen intakter Enzyme, z.B. der Favismus (die Bohnenkrankheit); vergleiche auch Allergie, Pseudoallergie,
- in der Psychiatrie und Psychosomatik eine in diesem Sinne individuelle Erlebnis- und Verhaltensreaktion auf akustische (z.B. Quietschgeräusch von Kreide auf einer Schiefertafel) oder visuelle Reize (die z.B. Ekel hervorrufen), auch auf Personen oder Gegenstände,
- in der Psychologie besonders starke Abneigung u. Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Personen, Lebewesen, Gegenständen, Reizen, Anschauungen u.Ä. [1]
- in der Sozialpsychologie ein von der Gruppe abweichendes individuelles Verhalten (durch Kompetenz und Konformität erwirbt das Individuum einen sogenannten Idiosynkrasiekredit),
- In der Sprachwissenschaft zeichnet sich ein idiosynkratischer Begriff dadurch aus, dass er in der bezeichneten Bedeutung nur von einer einzelnen Person oder Gruppe verwendet wird und üblicherweise einer anderen Bedeutung zugeordnet ist. In einem anderen Verständnis ist ein Begriff (ein Wort oder eine Phrase) dann idiosynkratisch, wenn er über Eigenschaften verfügt, die sich nicht aus allgemeineren Regeln ableiten lassen und die man deshalb im Lexikon explizit vermerken muss.
Wortherkunft
Das Wort "Idiosynkrasie" ist im deutschsprachigen Raum im 18. Jahrhundert aus dem Griechischen entlehnt worden: ιδιοσυγκρασία[2] (idiosynkrāsía). Es ist bereits im Altgriechischen nachweisbar und setzt sich zusammen aus ιδιο- („eigen-“), συν- („zusammen-“) und κράση/κράσις („die Mischung“). Ursprünglich bedeutete es „eigentümliche Mischung der Säfte im Körper u. die daraus hervorgehende Beschaffenheit des Leibes“[3] und ist in diesem Sinne eine so erzeugte „spezifische Beschaffenheit eines einzelnen Körpers“.
Weblink
| Wiktionary: Idiosynkrasie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
| Bild:Disambig-dark.svg | Diese Seite ist eine Begriffsklärung zur Unterscheidung mehrerer mit demselben Wort bezeichneter Begriffe. |
