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Ich will den Kreuzstab gerne tragen

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Ich will den Kreuzstab gerne tragen (BWV 56), ist eine Solokantate für Bass von Johann Sebastian Bach.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Die Kantate gehört zum dritten Leipziger Kantatenjahrgang und entstand für den 19. Sonntag nach Trinitatis, der im Entstehungsjahr 1726 auf den 27. Oktober fiel. Die Originalpartitur trägt Bachs handschriftlichen Vermerk „Cantata à Voce Sola e Stromenti“ (Kantate für Solostimme und Instrumente), somit eines der wenigen Beispiele, bei denen Bach selbst den musikalischen Gattungsbegriff Kantate im Autographen verwendet.

Thematik

Der Text, der von einem unbekannten Dichter stammt, nimmt indirekt Bezug auf die für diesen Sonntag vorgesehenen Evangeliumslesung (die Heilung des Gichtbrüchigen, Matthäus 9,1-8), die körperliches Leid und Schmerzen thematisiert, welche das Leben begleiten und die der Gläubige erträgt in der Hoffnung auf Erlösung von den Gebrechen am Ende des Lebenswegs. Ausgehend vom ersten Vers der Lesung: „Da trat er (Jesus) in das Schiff und fuhr wieder herüber und kam in seine Stadt“ (Matthäus 9,1) wird der Lebensweg im Text des ersten Rezitativs mit einer Schiffsreise verglichen. Der mit dem Ende des Weges verbundenen Jenseitssehnsucht wird durch den abschließenden Choral „Komm, o Tod, du Schlafes Bruder“ Ausdruck verliehen, der auf der sechsten Strophe des Kirchenliedes „Du, o schönes Weltgebäude“ von Johann Franck aus dem Jahre 1653 basiert und wiederum das Bildnis vom Leben als Schifffahrt aufnimmt.

Besetzung

  • Bass solo, vierstimmiger Chor in der abschließenden Choralstrophe
  • Orchester: Oboe I/II, Taille (tiefe Oboe), Violine I/II, Viola, Basso continuo. Bis auf ein Oboensolo in einer Arie gehen die Oboen mit den Streichern colla parte.

Bedeutung

Dieses relativ kurze und von der Besetzung her schlicht gehaltene Werk gehört zu den bekannteren und häufiger zu hörenden Bachkantaten. Dazu mag auch beigetragen haben, dass der Kantatentext von hohem dichterischen Niveau ist und mit der Musik eine besonders gelungene Verbindung eingeht. Mit großer Expressivität malt die Solostimme die Seufzerfiguren des unter seinen Gebrechen leidenden Menschen. Leicht erkennbar sind auch im zweitem Satz die Wellenbewegungen der Musik, die den textlichen Bezug auf das Schifffahrtsmotiv untermalen. Die zweite Arie befindet sich im starken musikalischen Kontrast zum Eingangssatz und verleiht der Zuversicht des Gläubigen plastischen Ausdruck. Trotz der bei Bachs Schlusschorälen allgemein üblichen Schlichtheit der Tonsetzung gelingt es dem Komponisten im abschließenden Satz mit beeindruckender Innigkeit die Todessehnsucht und die in Folge erwartete Erlösung in Musik zu fassen.

Weblinks

Aufbau und vollständiger Text der Kantate

Wikipedia
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