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IEC 61508

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Die IEC 61508 ist eine internationale Norm zur Schaffung von elektrischen, elektronischen und programmierbar elektronischen (E/E/PE) Systemen, die eine Sicherheitsfunktion ausführen. Sie wird von der International Electrotechnical Commission (IEC) herausgegeben.

Die Norm besteht aus sieben Teilen und trägt den Titel „Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer/elektronischer/programmierbar elektronischer Systeme“. Sie wurde 1998 veröffentlicht, wovon einige Teile im Jahr 2000 in einer überarbeiteten Fassung neu veröffentlicht wurden. Vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) wurde die Norm im Jahr 2001 inhaltsgleich als EN 61508 übernommen. In Deutschland hat sie als deutsche Fassung unter den Namen DIN EN 61508 und VDE 0803 Gültigkeit, ihre Anwendung ist freiwillig.

Die Norm kann auf alle sicherheitsbezogenen Systeme, die elektrische, elektronische oder programmierbar elektronische Komponenten (E/E/PES) enthalten und deren Ausfall ein maßgebliches Risiko für Mensch oder Umwelt bedeutet, herangezogen werden. Sie ist allerdings in der EU nicht entsprechend des New Approach harmonisiert. Daher kann sie nicht als Konformitätsvermutung zu den europäischen Richtlinien beitragen. Sie bezieht sich nicht auf bestimmte Anwendungen. Systeme, die auf Anforderung eine Sicherheitsfunktion ausführen, sind zum Beispiel das Antiblockiersystem bei einem Kraftfahrzeug, und Systeme, die auf ständige Ausführung der Sicherheitsfunktion angewiesen sind, zum Beispiel die Steuerungseinheit einer Trägerrakete. Gemäß der Norm bilden die Funktionen aller sicherheitsbezogener Systeme die funktionale Sicherheit des Gesamtsystems. Die IEC 61508 ist als „Sicherheits-Grundnorm“ ausgewiesen, das heißt sie kann als Basis für anwendungsspezifische Normen dienen. Zum Beispiel setzen die auf der IEC 61508 basierenden IEC 61513 bzw. DIN EN 50129 Anforderungen für sicherheitsrelevante Systeme in einem Kernkraftwerk bzw. für Eisenbahn-Signalanlagen fest.

Der Geltungsbereich der Norm erstreckt sich über Konzept, Planung, Entwicklung, Realisierung, Inbetriebnahme, Instandhaltung, Modifikation bis hin zur Außerbetriebnahme und Deinstallation sowohl des gefahrverursachenden Systems als auch der sicherheitsbezogenen (risikomindernden) Systeme. Die Norm bezeichnet die Gesamtheit dieser Phasen als „gesamten Sicherheitslebenszyklus“.

Ein Element ist die Bestimmung von Sicherheitsintegritätsleveln (SIL) (es gibt SIL 1 bis SIL 4). Dieser dient bei der Analyse der Sicherheitsfunktionen des E/E/PES dazu, das tolerierbare Risiko des gefahrverusachenden Systems abzuschätzen, damit das vertretbare Risiko nicht überschritten wird. Mit höherer notwendiger risikomindernder Wirkung des sicherheitsbezogenen Systems müssen der SIL und somit die Anforderungen an die Sicherheit des Systems steigen.

Eine auf der IEC 61508 aufbauende Norm für Sicherheitsfunktionen im Automobil (ASIL - Automotive Safety Integrity Level) ist in Arbeit.

Normung

  • EN 61508-1, Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer/elektronischer/programmierbarer elektronischer Systeme – Teil 1: Allgemeine Anforderungen (IEC 61508-1:1998 + Corrigendum 1999)
  • EN 61508-2, Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer/elektronischer/programmierbarer elektronischer Systeme - Teil 2: Anforderungen an sicherheitsbezogene elektrische/elektronische/programmierbare elektronische Systeme (IEC 61508-2:2000)
  • EN 61508-3, Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer/elektronischer/programmierbarer elektronischer Systeme - Teil 3: Anforderungen an Software (IEC 61508-3:1998 + Corrigendum 1999)
  • EN 61508-4, Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer/elektronischer/programmierbarer elektronischer Systeme - Teil 4: Begriffe und Abkürzungen (IEC 61508-4:1998 + Corrigendum 1999)
  • EN 61508-5, Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer/elektronischer/programmierbarer elektronischer Systeme – Teil 5: Beispiel zur Ermittlung der Stufe der Sicherheitsintegrität (IEC 61508- 5:1998 + Corrigendum 1999)
  • EN 61508-6, Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer/elektronischer/programmierbarer elektronischer Systeme – Teil 6: Anwendungsrichtlinie für IEC 61508-2 und IEC 61508-3 (IEC 61508-6:2000)
  • EN 61508-7, Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer/elektronischer/programmierbarer elektronischer Systeme - Teil 7: Anwendungshinweise über Verfahren und Maßnahmen (IEC 61508-7:2000)

(Hinweis: Diese Normen wurden in Deutschland, Österreich bzw. der Schweiz als nationale Norm mit der vorangestellten Kennzeichnung DIN, ÖVE/ÖNORM bzw. SN veröffentlicht)

externe Links

Literatur

  • Börcsök, J.: „Elektronische Sicherheitssysteme“, Hüthig GmbH & Co. KG, Heidelberg, 2004, ISBN 3-7785-2939-0
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