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Hypersexualität
Aus Kefk.
| Klassifikation nach ICD-10 | ||
|---|---|---|
| F52.7 | Gesteigertes sexuelles Verlangen | |
| F52.8 | Sonstige sexuelle Funktionsstörung, nicht verursacht durch eine organische Störung oder Krankheit | |
| F52.9 | Nicht näher bezeichnete sexuelle Funktionsstörung, nicht verursacht durch eine organische Störung oder Krankheit | |
| ICD-10 online (WHO-Version 2006) | ||
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Hypersexualit%C3%A4t, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
Als Hypersexualität wird in der Medizin, der Klinischen Psychologie und Sexualwissenschaft ein gesteigertes sexuelles Verlangen bzw. sexuell motiviertes Handeln bezeichnet, das unterschiedlichste Ursachen haben kann.
Inhaltsverzeichnis |
Kritik
Obwohl es sich hier um einen neutraleren Begriff als jenen des Satyriasis bzw. "Donjuanismus" des Mannes und der Nymphomanie der Frau zu handeln scheint, wird dieser heute dennoch von Sexualwissenschaftlern mehrheitlich abgelehnt, da eine Quantifizierung von sexuellen Motivationen oder Handlungsweisen als alleinige Grundlage für eine Normierung des Verhaltens im Bereich der Sexualität nicht herangezogen werden sollte. Wie oft ein Mensch in einer Woche oder an einem Tag sexuell aktiv sein darf, um damit ein noch normales Sexualverhalten an den Tag zu legen, ist mit solchen Angaben alleine nicht zu bestimmen.[1]
Was Alfred Charles Kinsey (1894-1956) 1953 im Kinsey-Report über die Nymphomanie sagte, gilt entsprechend abgewandelt auch für die Hypersexualität: Eine Hypersexualität kann bei einer Person festgestellt werden, die mehr Sex hat als Sie. (A nymphomaniac is a woman "who has more sex than you do.")[2]
Dieses Verlangen bzw. Verhalten kann sich in unkontrolliertem Genuss von sexuellen Kontaktmitteln wie Pornografie, Telefonsex oder übermäßiger Masturbation, übermäßigen Sexualkontakten (Promiskuität) bis hin zum von manchen Therapeuten konstatierten suchtartigem Sexualverhalten manifestieren. Manche "Sexsüchtige" streben mehrmals täglich Orgasmen an, ohne tatsächlich Befriedigung zu erlangen. Dies alles kann so weit gehen, dass Familie, Beruf und sexfreie soziale Kontakte vernachlässigt werden.
„Sexsucht“
„Sucht“ ist ein äußerst inflationär benutzer Begriff, der dementsprechend von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit 1964 nicht mehr benutzt wird. Wenn er im folgenden verwendet wird, dann weil er immer wieder auftaucht, ansonsten aber auch gleichbedeutend von „Hypersexualität“ gesprochen wurde. So schränkt Patrick Carnes „Sexsucht“ nach Christian Schulte-Cloos (Sexualität und Sucht)[3] folgendermaßen ein: „Nur ein außer Kontrolle geratenes Verhalten, das einhergeht mit den klassischen Anzeichen für Sucht – Besessenheit, Machtlosigkeit und die Benutzung von Sex als Schmerzmittel – weisen auf sexuelle Sucht hin.“
Ursachen
Manche Spezialisten sehen die Ursache in einer hypersexualisierten Kindheit (bspw. evoziert durch Missbrauch). Dennoch bleibt festzustellen: Bei der „Hypersexualität“ kann es sich – sofern die Fallstricke einer subjektiven Wertung bei deren Diagnose erkannt wurden – um eine Störung handeln, die ein wirklich befriedigendes Leben des oder der Betroffenen aufgrund vielfältiger Ursachen eventuell verhindert – auch wenn in anderen Fällen der Lustgewinn aller Beteiligten erhöht sein kann.
Einordnung nach ICD-10
In der Krankheiten-Klassifizierungsliste der Weltgesundheitsorganisation namens ICD-10 kann die Hypersexualität unter verschiedenen Diagnoseschlüsseln kategorisiert werden. Die wichtigsten werden unter dem Kapitel F52 ("Sexuelle Funktionsstörungen, nicht verursacht durch eine organische Störung oder Krankheit") erwähnt:
- F52.7 als "Gesteigertes sexuelles Verlangen" bzw. als Satyriasis (Mann) oder Nymphomanie (Frau)
- F52.8 als "Sonstige sexuelle Funktionsstörung, nicht verursacht durch eine organische Störung oder Krankheit"
- F52.9 als "Nicht näher bezeichnete sexuelle Funktionsstörung, nicht verursacht durch eine organische Störung oder Krankheit"
Siehe auch
- Beziehungssucht
- Selbsthilfegruppe
- Erotomanie, Manie
- Klüver-Bucy-Syndrom
- Histrionische Persönlichkeitsstörung
- Borderline-Syndrom mit den damit verbundenen Störungen der Impulskontrolle
- Psychische Störung
- Anonyme Sexaholiker im Zwölf-Schritte-Programm
Quellen
- ↑ Christian Schulte-Cloos: Sexualität und Sucht
- ↑ Love and Romantic Relationships
- ↑ Christian Schulte-Cloos: Sexualität und Sucht
Weblinks
- http://www.sexsuchthilfe.de
- http://www.aerztegesundheit.de/sex1.htm
- http://www.suchtmittel.de/info/sexsucht - allgemeine Infos
- Von einem österreichischen Kaplan betriebene Site zum Thema, religiös orientiert
Fremdsprachige Verweise
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