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Hyperinflation

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Deutsche Banknoten aus der Zeit der Hyperinflation 1923

Hyperinflation ist eine Form der Inflation, in der sich das Preisniveau sehr schnell erhöht. Es gibt keine allgemein akzeptierte Definition, aber eine verbreitete Daumenregel spricht von einer Hyperinflation ab einer monatlichen Inflationsrate von 50 %. Einfach gesagt, ist eine Hyperinflation eine unkontrollierbare Inflation mit extrem hoher monatlicher Rate. Viele Hyperinflationen enden in einer Währungsreform.

Vor dem 20. Jahrhundert waren Hyperinflationen selten, da von einem gewissen Inflationsniveau an die Ökonomien zu ungeprägten Edelmetallen als Geldersatz oder zu Naturaltausch übergegangen sind. Die immer weitere Verbreitung von ungedecktem Geld (Fiat money) ermöglichte Hyperinflationen. Regierungen gelten mitunter als Verursacher von Hyperinflationen, da sie sich zur Deckung ihrer Ausgaben (Erfüllung von Leistungsversprechen) unverhältnismäßig rasch und hoch verschulden und damit das Vertrauen in die eigene Währung untergraben. Ab diesem Zeitpunkt erfolgt die "Flucht in Sachwerte". Ein sich selbst verstärkender Vorgang.

Während "normale" Inflationen meist mit ökonomischen Ursachen begründet werden, sind Hyperinflationen darüber hinaus fast immer mit schwerwiegenden Erschütterungen der Volkswirtschaft infolge Krieg, Bürgerkrieg oder gesellschaftlichen Umbruchssituationen verbunden.

Quantitätsgleichung

Eine Erklärung für das Ansteigen des Preisniveaus allgemein bietet die Quantitätsgleichung von Irving Fisher:

\rm Transaktionen \cdot Preisniveau = Geldmenge \cdot Umlaufgeschwindigkeit

Diese Formel lässt sich umformen zu: \rm Preisniveau = \frac{Geldmenge \cdot Umlaufgeschwindigkeit}{Transaktionen}

Das Preisniveau steigt also demnach

  • wenn die Geldmenge ansteigt bei gleich bleibender Umlaufgeschwindigkeit und gleich bleibender Transaktionsanzahl (wenn also die Zentralbank z. B. mehr Geld in Umlauf bringt)
  • wenn die Umlaufgeschwindigkeit ansteigt bei gleich bleibender Geldmenge und gleich bleibender Transaktionsanzahl
  • wenn die Transaktionsanzahl abnimmt bei gleich bleibender Geldmenge und gleich bleibender Umlaufgeschwindigkeit (z. B. bei Störung des Wirtschaftskreislaufs durch Katastrophen, wenn also plötzlich die Lieferbarkeit wegbricht, aber die Nachfrage bleibt)

Chronologie

Es gibt verschiedene geschichtliche Episoden von Hyperinflationen mit monatlichen Inflationsraten von über 50 %. Beispiele sind

Zeitraum Land/Anmerkungen
frühe 1920er Deutschland, monatliche Inflationsrate von 32.400 % – siehe Deutsche Inflation 1914 bis 1923
1921–1923 Österreich
1921–1924 Ungarn
1921–1924 Polen
1933 bis 1945 Deutschland
1943/44 Griechenland mit einer maximalen monatlichen Rate von 8,55 Milliarden Prozent
1945/46 Ungarn mit einer maximalen monatlichen Rate von 41,9 Billiarden Prozent (4,19 * 1016%) (siehe auch Pengő)
1949/1950 Volksrepublik China ([1])
1985 Bolivien ([2])
1988 Nicaragua ([3])
1989 Polen ([4], [5])
1989/1990 Brasilien ([6], siehe auch Fernando Henrique Cardoso)
1989/1990 Argentinien ([7] (PDF), [8])
1990 Peru ([9])
frühe 1990er Bosnien und Herzegowina und Jugoslawien ([10] (PDF))
1990–1994 Zaire ([11], [12] (PDF))
1992 Russland ([13])
1992–1994 Georgien (siehe Wirtschaft Georgiens)
1994, 1996/1997 Angola ([14], [15])

Auch vor dem 20. Jahrhundert gab es schwere Inflationen:

Zeitraum Land/Anmerkungen
276 bis 334 Weströmisches Reich
1166 Kaiserreich China ([16])
1719–1720 Frankreich ([17])
1789–1796 Frankreich
1861–1865 USA, vor allem Südstaaten ([18])

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Hyperinflation – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
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