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Humboldtsches Bildungsideal

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Unter dem humboldtschen Bildungsideal versteht man die ganzheitliche Ausbildung der Künste in Verbindung der jeweiligen Studienfach-Richtung. Dieses Ideal geht zurück auf die Humboldt-Brüder, die in der Zeit der preußischen Rekonvaleszenz auf ein erstarkendes Bürgertum setzen konnten und dadurch der Anspruch auf Allgemeinbildung für alle die Gesellschaft durchdrang. Dieses Ideal wurde mit der Aufspaltung der Wissenschaften im Zuge der Industrialisierung (Promotionsrecht für Technische Hochschulen) relativiert und spätestens mit der Bildung der Massenuniversität faktisch in Frage gestellt; der Begriff wird heute - ähnlich wie die Akademische Freiheit - im Zuge der Bildung von Eliteuniversitäten vor dem Hintergrund möglicher Studentenberge erneut diskutiert.

Inhaltsverzeichnis

Positionen

Schon zu Zeiten Humboldts - Wilhelm von Humboldt war an der Gründung der Berliner Universität beteiligt - gab es Kontroversen um die Frage, wie weit Bildung an Universitäten abgegrenzt, zielgerichtet und verwertbar organisiert werden sollte - und damit auch einer großen Anzahl Studenten zugänglich gemacht werden könnte - oder ob erst die Maximierung wissenschaftlicher Freiheit und weitgehende Selbstbestimmung im Dialog von Lehrer und Lehrendem zu höchster Leistung und zu universaler Bildung - aber damit auch zu einer kleinen, elitären Studentenzahl - führt. Exponenten dieser beiden Richtungen waren Johann Gottlieb Fichte bzw. Friedrich Schleiermacher.

Verantwortung der Universität

Der Präsident der Humboldt Universität, Christoph Markschies wies am 5. Februar 2007 in seinem Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung der Guardini Stiftung[1] darauf hin, dass der Berliner Universität von ihren Gründern Verantwortung für gute Wissenschaft aufgegeben worden sei. Überraschend wenig sei in den Gründungstexten davon die Rede gewesen, dass die Universität auch Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen habe. In seiner Rede rekurrierte Markschies weiter auf Hermann von Helmholtz, der in seiner Antrittsrede als Rektor 1877 die Freiheit in den Mittelpunkt gerückt habe - die Freiheit der Studenten, das zu hören, was sie wollten, und die Freiheit der Lehrenden, die Themen in Forschung und Lehre selbst zu bestimmten[2]

siehe auch

  • Integration der handwerklich-militärischen Chirurgenausbildung in die akademische Medizinerausbildung unter Johann Goercke.

Literatur

  • Über die Akademische Freiheit der deutschen Universitäten, Rede beim Antritt des Rectorats an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin am 15. October 1877 gehalten, Nachdr. der Ausg. Berlin, Hirschwald, 1878, Hrsg.: Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin 2005

Quellen

  1. der Ringvorlesung der Guardini Stiftung
  2. Zitiert nach: Uwe Schlichts Kommentar im Tagesspiegel vom 07.02.2007, S. 23
Wikipedia
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