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Holzschuher von Harrlach

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Das frühere Holzschuher-Schloß in Almoshof
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Familien-Wappen vom Portal in Almoshof

Die Holzschuher von Harrlach sind eine der ältesten nachweisbaren Patrizierfamilien der Freien Reichsstadt Nürnberg, erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 1228. Familiensitz ist seit 1931 das Schloss Artelshofen (Gemeinde Vorra), welches sich bereits im 16. Jahrhundert Familienbesitz befand. Die Holzschuher waren ab 1319 mit kurzen Unterbrechungen bis zum Ende der reichsstädtischen Zeit im Jahre 1806 im „Inneren Rat“ vertreten und gehörten nach dem „Tanzstatut“ zu den zwanzig „alten“ ratsfähigen Geschlechtern.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Holzschuher entstammten wahrscheinlich der Ministerialität aus der Umgebung von Nürnberg. Schon früh unterhielt die Familie eine Handelsgesellschaft, die mit flandrischem Tuch handelte und in Geldgeschäften tätig war. Berühmt ist das „Handlungsbuch der Holzschuher“, das älteste vollständig erhaltene Kaufmannsbuch des deutschsprachigen Raums. Sie traten mit ihren Gesellschaften vom 14.-16. Jahrhundert im gesamten von Nürnberger Firmen besuchten Handelsraum auf. 1350 erweiterten die Holzschuher ihren Handel mit Gewürzen, engagierten sich seit 1480 immer stärker im Warenhandel aus Osteuropa (Felle, Leder, Pelze, Häute, Wachs) und um 1485 im Kupfergeschäft (Messinghütte in thüringischen Eisfeld). Die Holzschuher sind und waren auf der ganzen Welt zu Hause: Franken, Bayern, Livland, Ostindien, USA, Schlesien, Württemberg und Österreich. Seit Mitte des 16. bis Anfang des 17. Jahrhunderts hatten sie Hämmer und Hütten im Nürnberger Landgebiet sowie Bergwerksbeteiligungen in Böhmen, Kärnten, in der Steiermark und gehörten zu den bedeutendsten Montanunternehmern ihrer Zeit. Viele Holzschuhers reisten bereits im ausgehenden Mittelalter nach Palästina und Ägypten oder nahmen an Markgrafenkriegen, dem 30-jährigen Krieg unter Wallenstein oder als Ritter des Deutschen Ordens an Kriegszügen teil, wobei sie ihren Reichtum mehrten. Über ihre Besitztümer in Vestenbergsgreuth gehörten sie der Fränkischen Reichsritterschaft an und wurden hierüber 1815 als Edle in die bayerische Adelsmatrikel aufgenommen und 1819 in den Freiherrenstand erhoben. Als Adelsfamilie gibt es die Holzschuher heute noch. Der vollständige Name „Holzschuher von Harrlach“ leitet sich von dem 1727 erworbenen Landgut Harrlach ab, einem kleinen Ort, gelegen in der Nähe von Allersberg, heute ein Stadtteil von Roth (bis 1874 im Familienbesitz). Die Holzschuherkapelle auf dem Nürnberger Johannisfriedhof war über Jahrhunderte hinweg die Begräbnisstätte der Familie. Im Nürnberger Stadtteil Sündersbühl ist eine Straße nach den Holzschuhern benannt.

Im Jahre 2002 über gab das Familienoberhaupt Wolf von Holzschuher das wertvolle Familienarchiv als Dauerleihgabe an das Stadtarchiv Nürnberg. Verbunden ist der Name der Holzschuher auch mit einem berühmten Gemälde Albrecht Dürers, das den Kaufmann Hieronymus Holzschuher (1469-1529) zeigt.

Wappen

In Gold, ein schwarzer, rot gefütterter und silber verzierter Holzschuh.

Ehemalige Besitzungen (Auszug)

Im Laufe der Zeit erwarben die Holzschuher mehrere Güter im Umland von Nürnberg, die sie zu Herrensitzen ausbauten. Bereits 1352 hatten sie Besitz in Almoshof und bauten 1692 das neue „Holzschuher-Schlößchen“ (1941 verkauft). In Nürnberg besaßen sie von 1453-1532 den Heilsbronner Hof und von 1518-1566 das Hallerweiherhaus. In Fischbach nannten sie von 1497-1637 die drei Sitze und in Mögeldorf einen Herrensitz ihr eigen. Einige der später erworbenen Sitze wurden auch namengebend für Seitenlinien der Familie, u.a. „Neuenbürg“ bei Weisendorf (1613-1703), „Thalheim“ bei Hersbruck (1621-1909) und „Aspach“ bei Uffenheim (1707-1783). Weiterhin hatten sie Besitzungen in Vestenbergsgreuth bei Höchstadt an der Aisch (1756-1838)

Einige bekannte Mitglieder der Familie

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Albrecht Dürer, Bildnis des Hieronymus Holzschuher, 1526
oo Andulka von Metternich-Gracht (* um 1904 Ungarn - †1998 Meran) Artelshofen,Düsseldorf,Meran
Kinder:
  • "Medi" Baroness von Holzschuher (* 1932 Artelshofen - †1995 Eggenfelden)
  • Jörg Freiherr von Holzschuher (* um 1934 Artelshofen - †2002 Vischel); Tochter Robin Dorina Elisabeth Freiin von Holzschuher(1996 Bonn)Canada
oo Gräfin zu Rubein (* um 1950 ) Meran
  • Waltraud Baroness von Holzschuher (* um 1936 Artelshofen - †1971 Sizilien)
  • Wilma Baroness von Holzschuher (* um 1938 Artelshofen - †1970 München)
  • Barbara Baroness von Holzschuher (* um 1940 Artelshofen) Meran
Enkel:
  • Michael Klaus-Peter Sigmund Clemens Freiherr von Holzschuher zu Harrlach und Thalheim-Aschbach (*1955) München
  • Wolf Freiherr von Holzschuher (*1973) München und Meran

Lorenz Holzschuher und seine Nachfahren

Auszug aus Biedermann, Geschlechtsregister des hochadelichen Patriciats zu Nürnberg, Reprint.

Anzumerken ist, dass die hier wiedergegebene Zitierung aus Biedermanns Nürnberger Geschlechtsregister viele fehlerhafte Informationen über die Holzschuher enthält, die zudem in vielen Fällen nicht belegbar sind. Der Wert dieser Genealogie als historische Quelle ist daher immer sehr kritisch zu betrachten.

Generationen 1

1. Lorenz I Holzschuher (* um 1080 Nürnberg oder Gegend um Nürnberg; † 1130 Nürnberg), beerdigt 1130 in Nürnberg St. Sebald, wohnte auf der Burg von Nürnberg, weil die Stadt wüst und öde war. Er ist der Stammvater der vier Nürnberger Holzschuher-Linien.

Später waren einige von ihnen Bürgermeister zu Nürnberg, ausserdem finanzierten sie mehrere Kriegszüge.

Die Sitze der Familie sind: Harrlach, Thalheim, Asbachhof, Neuenbürg, Almoshof. In ihrem Wappen haben sie den Holzschuh und den Mohren. Deutet auf Sklavenhandel hin, was allerdings im späten Mittelalter bei den Machthabern und Kaufleuten gang und gäbe war.

Kinder :
  • Hans I Holzschuher (* um 1120), Patrizier und ausgezeichneter Ritter
  • Lorentz II Laurentius Holzschuher (* um 1120)

Generationen 2

2. Lorentz II (Laurentius) Holzschuher (* um 1120 Nürnberg (?); † 1201), Teilnehmer des Turniers zu Nürnberg 1197, urkundlich erwähnt 1170 und 1180 in Nürnberg. Er begleitete Kaiser Heinrich VI mit 12 Pferden bis Donauwörth. Der Kaiser bestätigt Lorenz seine edle Herkunft.

Kinder :
  • Herdegen I Holzschuher (* um 1165; † 1235 in Nürnberg)
  • Leupold I Holzschuher

Generationen 3

3. Leupold I Holzschuher († 1231 Nürnberg), beerdigt in Nürnberg St. Sebald beim Catharinenchor nahe Taufbecken, war um 1226 Bürger zu Nürnberg

Kinder :
  • Heinrich I Holzschuher (* um 1200)
  • Hans Heinrich II Holzschuher (* um 1200; † 1267 in Nürnberg), kinderlos
  • Berthold I Holzschuher (* um 1220), Kaiserlicher Türhüter 1261 in Nürnberg - nach Gatterer sind ev. Heinrich II und Seitz/Seifried seine Söhne, nach anderen Quellen jedoch die Söhne Heinrichs I (oo um 1230 mit Elß Gottsmann)
  • Arnold Holzschuher (* um 1207; † 1269 in Nürnberg), war Schöffe am Schultheißengericht in Nürnberg

Generationen 4

4. Heinrich I Holzschuher (* um 1200; † 1267 Nürnberg), beerdigt in Nürnberg St. Sebald, genannt 1228 in Nürnberg

oo Anna von Mayenthal verh. Holzschuher (* um 1205), Tochter des Ritters von Mayenthal
Kinder :
  • Heinrich II Holzschuher (* um 1225)
  • Herdegen II Holzschuher (* um 1240)
  • Seifried Seits I Holzschuher (* um 1230)

Generationen 5

5. Heinrich II Holzschuher (* um 1225), vielgenannter Nürnberger Bürger, Tuch- und Fernhändler, Gewandschneider in Nürnberg, 1263 Assessor und Schöffe am Schultheißengericht, 1258 empfängt er Haus und Weiher im Dorf Hausen bei Forchheim als Lehen

oo 1242 Elisabeth Gründlach verh. Holzschuher * um 1230 Altenberg bei Fürth in Franken
Kinder :
  • Gunda Geuda Holzschuher verh. Pfinzing (* um 1250)
  • Heinrich III Holzschuher (* um 1250 in Nürnberg)
  • Lupold Holzschuher (* um 1255; † um 1315 in Nürnberg)
  • Friedrich I Holzschuher (* um 1258)
  • Herdegen III Holzschuher (* um 1250)

6. Seifried Seits I Holzschuher (* um 1230; † 1275 Nürnberg/Erbach), Senator 1273

oo Oesterhild ... Pfinzing?
Kinder:
  • Leupold II Holzschuher (* um 1235)
  • Hedwig Pfinzing verh. Grundherr

Literatur

  • Johann Christoph Gatterer: Historia Genealogica Dominorum Holzschuherorum Ab Aspach Et Harlach In Thalheim Cet. Patriciae Gentis Tum Apud Norimbergenses Tum In Exteris Etiam Regionibus Toga Sagoque Illustris Ex Incorruptis Rerum Gestarum Monimentis Conquisita. – Nürnberg 1755
  • Walter Gebhardt: Patrizische Leidenschaften: Christoph Sigmund Holzschuher und seine „Deductions-Bibliothek von Teuschland“, in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg 91 (2004), S. 195-210.
  • Christoph von Imhoff (Hrsg.): Berühmte Nürnberger aus neun Jahrhunderten. Nürnberg: Hofmann, 1984, 425 S., ISBN 3-87191-088-0; 2., erg. u. erw. Auflage, 1989, 459 S.; Neuauflage: Edelmann GmbH Buchhandlung, Oktober 2000
  • Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hsg.): Stadtlexikon Nürnberg. Verlag W. Tümmels, Nürnberg, 2. verb. Aufl. 2000, ISBN 3-921590-69-8

Siehe auch

Weblinks

Wikipedia
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