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Hohes Venn
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Das Hohe Venn ist als Mittelgebirge und Landschaft geologisch ein Teil des linksrheinischen Schiefergebirges.
Ob es als eigenständiges Gebirge im Rahmen dieser Rheinischen Schiefergebirge gilt oder ein lokales Teilgebirge der östlich gelegenen Eifel ist, wird unterschiedlich definiert (in der Regel als dem Gesamtnaturraum Eifel zugehörig). Das Hohe Venn erstreckt sich zwischen Deutschland und Belgien, ist etwa 4.500 ha groß und gehört zum Naturpark Hohes Venn-Eifel. Große Flächen sind als Hochmoor ausgebildet, daher kommt auch der Name Venn für Moor (niederl. Veen). Im Westen schließen sich nahtlos die Ardennen an.
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Geografie
Es erstreckt sich zwischen Eupen im Norden, Monschau im Osten, Spa im Westen und Malmedy im Süden und liegt teilweise auf dem Gebiet französischsprachiger Gemeinden (Wallonisches Venn). In bis zu 700 m ü. NN ist es ein sehr regenreiches Gebiet. Hier fallen durchschnittlich 1500 - 1700 mm Niederschlag im Jahr. Die zahlreichen Talsperren, die zum Teil untereinander verbunden sind, nutzen dieses abfließende Wasser zur Strom- und Trinkwassererzeugung, sowie zur Wasserregulierung. Das Wasser des Hohen Venns wird den Bürgern und der Wirtschaft im Umkreis von rund 80 km zur Verfügung gestellt.
Das Umfeld ist geprägt von heckenumsäumten, hügeligen Wiesenlandschaften und grünen Wäldern, verstreut liegenden Dörfern deren wetterseitig mit bis zum Boden reichenden Dächern versehene Bauernhöfe hinter haushohen Hecken vor der Witterung Schutz suchen.
Das Hohe Venn wird von der Vennbahn berührt, einer inzwischen stillgelegten touristischen Eisenbahnstrecke im Deutsch-Belgischen Grenzgebiet.
Talsperren
- Wesertalsperre bei Eupen
- Gileppetalsperre bei Eupen
- Bütgenbacher Talsperre
- Stausee in Robertville
- Rursee (Ober- und Untersee) bei Heimbach
- Oleftalsperre bei Hellenthal
- Urfttalsperre
- Kalltalsperre bei Simmerath
- Dreilägerbachtalsperre bei Roetgen
- Perlenbachtalsperre bei Monschau
Geologie
Im Silur (vor ca. 440 Millionen Jahren) wurden die kambrischen Schichten aufgefaltet und in späteren erdgeschichtlichen Perioden durch Erosion wieder eingeebnet. Der Rumpfsockel bildet häufig eine Insel, häufig wurde er vom Meer überspült. Zuletzt wurde das Gebiet in der Oberen Kreide (vor ca. 100 Millionen Jahren) überflutet. Feuersteine als Relikte der Kreidezeit findet man im Vennbereich unter anderem bei Hattlich. Seit dem Pliozän (also seit ca. 5 - 1,8 Millionen Jahren) hebt sich das Gebiet in Phasen, was man an der Terrassenbildung der Rur im Bereich Rurberg, Dedenborn und Widdau sehen kann.
Palsen (Pingos)
Eine weitere Besonderheit sind die auf ca. 2000 ha zu findenden Palsen (früher „Pingos“). Diese Reste von eiszeitlichen Hügeln sind heute ringförmige Wälle, die einen Moortümpel oder verlandeten Moortümpel umschließen. Die Höhe dieses Ringwalls kann je nach Erhaltungzustand durchaus einen Meter und mehr betragen. Der Durchmesser kann auf ebenem Gebiet auch schon mal 50 m betragen, an Hängen sind längliche Strukturen von einigen 100 m Ausdehnung gefunden worden.
Flora
Es finden sich vor allem typische Heidepflanzen wie Besen- und Glockenheide, aber auch eine zum Teil alpine beziehungsweise boreale Flora, wie das Gefleckte Knabenkraut, Lungen-Enzian, Sonnentau, Moosbeere, Wollgras. Da die Beweidung in den letzten Jahrzehnten untersagt war, verbreiten sich immer mehr buschige Sträucher und das Pfeifengras. Südlich des Hohen Venns, im Nationalpark Eifel, befinden sich ausgedehnte Wild-Narzissen-Wiesen, die in dieser Ausprägung einzigartig in Deutschland sind.
Fauna
Die Schutzzonen gelten aber auch den Birkhühnern, die sich nur schwer vermehren und bei ihrem Balzverhalten ungestört bleiben müssen. Seit dem Jahr 2003 sind wieder erste Luchse und Biber ausgemacht worden.
Tourismus
Es gibt zahlreiche ausgewiesene Wanderrouten teils mit festem Untergrund, aber auch auf Holzstegen. Einige Regeln sind zu beachten, so darf man ausgewiesene Zonen zum Schutz seltener Tiere nicht ohne Naturführer betreten. Es gibt insgesamt 4 Zonen, die einer Zugangsberechtigung gleichgesetzt werden können. Die Zone A umfasst das Gebiet, das für den Wanderer frei zugänglich ist. Unter der Bezeichnung Zone B versteht man das Gebiet, das für den Besucher auf markierten Wegen frei begangen werden kann. Die Zone C hingegen darf nur in Begleitung eines anerkannten Naturführers begangen werden und die Zone D ist für den Besucher gänzlich gesperrt. Bei entsprechender Witterung gibt es im Winter zahlreiche Langlaufloipen. Trotz der großen Jahresregenmenge ist die Hochmoorlandschaft des Hohen Venn im Sommer stark brandgefährdet. So wurden im Sommer 2004 knapp 200 Hektar zerstört.
Im Winter ist bei entsprechender Schneeauflage im Hohen Venn Skilanglauf möglich. Die Loipen sind entweder gespurt - wie auf Mont Rigi oder am Haus Ternell, oder ungespurt und gemeinsam mit Spaziergängern zu benutzen - wie beispielsweise am Signal de Botrange.
Literatur
- Willem Cremer: Wandern im Hohen Venn. Routen im Gebiet "Brackvenn - Ternell". Monschau o.J.
Weblinks
| <imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden | Commons: Hohes Venn – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
- Die 6 Landschaften des Hohen Venn
- Haus Ternell (Museum, Information und Führungen)
- Das Naturparzentrum Botrange Ausstellungen, Info und Führungen
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