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Hochschulstudium
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Ein Hochschulstudium ist die wissenschaftliche Ausbildung an einer Universität oder einer anderen Hochschule, nach deren erfolgreichem Abschluss ein akademischer Grad (Master , Diplom, Magister, Bachelor) verliehen wird.
Voraussetzung für die Zulassung ist die "Hochschulreife" (Abitur, Matura, schweiz.Maturität), doch gibt es auch Möglichkeiten des zweiten Bildungsweges. In Deutschland und einigen anderen Ländern bestehen bei einigen Fächern (z.B. Elektrotechnik, Medizin, Biologie, Mathematik, Psychologie) Zulassungsbeschränkungen (Numerus clausus), die eine zentrale Vergabe von Studienplätzen (ZVS), eine Verzögerung oder ein Ausweichen auf andere Studienorte bedingt.
Inhaltsverzeichnis |
Studiendauer und Gliederung
Die Regel-Studiendauer beträgt an europäischen Universitäten und Wirtschafts- bzw. Technischen Hochschulen meist 6-10 Semester, wobei das letzte Semester für die Diplomarbeit vorgesehen ist. Die tatsächliche Studiendauer ist allerdings - je nach Studienrichtung - im Durchschnitt um etwa die Hälfte länger. Dies ist einerseits eine Folge der Lernfreiheit (siehe akademische Freiheit), andererseits von Mißerfolgen bei Prüfungen oder von bald einsetzender Berufstätigkeit vieler Studenten.
Das Regelstudium an einer Fachhochschule UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCES dauert wie auch an Universitäten entsprechend 6 bis 10 Semester.
Ein Universitätsstudium gliedert sich traditionell in 2 Abschnitte von meist 4 und 6 Semestern (Vordiplom und Diplom), wobei zwischen den Semestern üblicherweise 1 und 3 Monate Ferien liegen (Semester- und Sommerferien, offiziell „vorlesungsfreie Zeit“). Allerdings wurden in den letzten Jahren viele Studiengänge an das anglo-amerikanische System umgestellt, wobei der 1.Abschnitt mit dem Bakkalaureat (Bacc.) abschließt. Er soll u.a. den früher relativ zahlreichen Studienabbrechern einen besseren Einstieg in die Berufswelt bieten, hat allerdings den 1.Studienabschnitt auf 5-6 Semester verlängert (und den 2.Abschnitt entsprechend verkürzt).
Studienabschnitte und Lehrveranstaltungen
In den ersten 2-4 Semestern werden -- nach einer kurzen Einstiegsphase (Überblick zu Studium und späteren Berufsarten) -- die Grundlagen des gewählten Studienfaches gelegt bzw. die Kenntnisse aus der Mittelschule vertieft. Für Naturwissenschaften und Technik sind dies z.B. Höhere Mathematik, Physik und etwas Verwaltungsrecht, bei vielen Geisteswissenschaften und Sprachstudien Latein (siehe auch Grundlagenwissenschaften).
Überwiegend werden die Lehrveranstaltungen in Form von Vorlesungen, Übungen und Seminaren abgehalten, wobei der Name "Vorlesung" auf die bis etwa 1600 verbreitete Form zurückgeht, aus anerkannten Werken vorzutragen. Heute ergänzen die meisten Hochschullehrer ihren (vorwiegend freien) Vortrag durch Skripten, was zwar die früheren Mitschriften erübrigt und Zeit für gezielte Notizen lässt, aber auch zu gewisser Verschulung führt (siehe auch Massenuniversität). In den Übungen wird der Lehrstoff durch praktische Anwendung, Demonstrationen oder Labors vertieft, in Seminaren anhand von ausgewählten Themen erörtert und diskutiert. In beiden Lernformen ist die aktive Mitarbeit der Studenten gefordert und daher auch - im Gegensatz zu den Vorlesungen - ihre Anwesenheit (als Minimum gelten durchschnittlich 65-75%). In naturwissenschaftlichen Studiengängen werden beispielsweise Berechnungs- und Laborarbeiten durchgeführt, in den geisteswissenschaftlichen Fächern beteiligen sich die Studenten vorwiegend mit Referaten. Weiters führen viele Studiengänge Exkursionen zu Fachbetrieben durch, und technische Fächer auch Feldübungen.
Im zweiten, spätestens dritten Studienjahr beginnen einige Überblicks-Vorlesungen zu den Hauptthemen des Studienfaches, während im 7. bis 9.Semester die Spezialisierung einsetzt. Geht ein Bakk.-Studienabschnitt voraus, verwischt sich diese Gliederung etwas.
Die Vorlesungen werden i.a. von (Hochschul)-Professoren oder Dozenten gehalten, die sich (meist durch Habilitation) die akademische Lehrbefugnis (Venia legendi) erworben haben. Im Mittelalter wurden im Grundstudium teilweise auch sogenannte Magistri artium (Absolventen der höheren Semester) eingesetzt, was heute nur begleitend (durch Tutoren) möglich ist. Die Übungen, Labors etc, werden i.a. durch Hochschulassistenten abgehalten, die einige Jahre an den Instituten tätig sind und zumeist an ihrer Dissertation arbeiten. Externe Lehrbeauftragte Lektoren, Abteilungsleiter aus Entwicklung und Wirtschaft usw. ergänzen das Lehrangebot der höheren Semester.
Während über den Lehrstoff der einzelnen Vorlesungen i.d.R. eine Semester- oder "Einzelprüfung" abzulegen ist (meist Noten 1-5), wird die erfolgreiche Teilnahme an Übungen bzw. Seminaren als "Beurteilung" nach der Mitarbeit, in Ausnahmefällen auch durch ein Kolloquium (Prüfungsgespräch) benotet. Bei einer neuen Mischform "Vorlesungsübung" werden beide Methoden kombiniert.
In der Schweiz finden Prüfungen vornehmlich nach geraden Semestern (also vor den Sommerferien) statt.
Etwa zur Mitte des Studiums wird im Regelfall eine Zwischenprüfung abgelegt, die oft eine fakultätsspezifische Bezeichnung trägt. So legen Mediziner nach der Hälfte ihres regulären Studiums das "Physikum" ab, bevor sie mit dem "Klinikum" beginnen. In anderen Studien war es manchmal üblich, die Visitenkarte nach dieser "ersten Diplomprüfung" mit einem inoffiziellen Titel zu verzieren, bei Technikern z.B. mit "cand.ing."
Zunehmend beteiligen sich Hochschulen an dem European Credit Transfer System (ECTS) teil, einem Punktesystem, das die internationale Vergleichbarkeit - und damit auch Anerkennung - erbrachter Studienleistungen erleichtert. Ein ECTS-Punkt entspricht etwa 1 Semesterwochenstunde.
Diplomarbeit und Studienabschluss
Im letzten Studienjahr ist eine verpflichtende Diplomarbeit anzufertigen und danach die Abschlussprüfung vor einer Kommission abzulegen - je nach Studium unter den Bezeichnungen Magister-, Diplomprüfung oder Staatsexamen). Im Gegensatz dazu war früher bei vielen Studien keine DA vorgesehen, sondern eine strenge, einwöchige Klausurarbeit mit einer relativ kurzen mündlichen Prüfung.
Die Diplomarbeit muss gewisse formale Bedingungen erfüllen, unter fachlicher Betreuung eine klar umgrenzte Aufgabenstellung behandeln und ist zuletzt von einem Dozenten zu begutachten. Mit diesem Werk belegen die Studierenden, dass sie gelernt haben, wissenschaftlich zu arbeiten. Eine zunehmende Zahl von Studenten stellt diese Arbeit auch ins Internet.
Anders als bei einer eventuell späteren Dissertation ist nicht erforderlich, dass die Diplomanden in ihrer Arbeit einen Forschungs-Erfolg erzielen. Zu beurteilen ist lediglich die wissenschaftliche Beherrschung des studierten Fachgebietes und die Methodik des Vorgehens.
Für künftige Lehrer gelten manche speziellen Bedingungen, die wegen der Pädagogik besondere staatliche Aufsicht erfordern; in Deutschland wird dies in Form des "Staatsexamens" bestätigt. Hingegen können sich Theologen, die einen Beruf (Berufung) in der Kirche anstreben, hiefür durch eine kirchliche Prüfung qualifizieren.
Nach dem erfolgreichen Examen wird dem Studenten/der Studentin ein studienspezifischer akademischer Grad (Diplom..., Magister...) verliehen, der auch die Qualifikation für bestimmte Berufsgruppen darstellt. Vereinzelt sind auch noch Sonderformen in Gebrauch, z.B. bei Juristen ohne Abschlussprüfung der "abs.jur." Das Staatsexamen vermittelt keinen bestimmten Grad, dient aber neben der Anstellungsbedingung als Ausgangspunkt für eine spätere Promotion.
Bologna-Prozess
Im Jahr 1999 einigten sich die EU-Staaten (wenngleich nicht ohne Proteste vieler Hochschulen) auf den sogenannten Bologna-Prozess, der u.a. die Studien im deutschsprachigen Raum an die anglo-amerikanischen Strukturen annähert. Daher wird sich der Aufbau vieler akademischer Studien bis zum Jahr 2010 merklich ändern.
Viele Studienzweige haben diese Adaptierung bereits vorgenommen, die in Deutschland und Österreich insbesondere die Einführung der neuen Master- und Bachelor-Abschlüsse bedeuten. Vorteilhaft ist die künftige europaweite Vergleichbarkeit, die außer den 25 EU-Ländern noch etwa 20 weitere Staaten anstreben, und bei einem Studienabbruch die Möglichkeit, den Grad eines Bakkalaureus zu erreichen. Nachteilig ist das teilweise Vorziehen der Spezialisierung vom 3.-5. Studienjahr auf das 2.-3. Jahr, was vermutlich zu etwas geringeren Kenntnissen aus den Grundlagenwissenschaften führen wird.
Für einige Jahre ist die Umstellung oft mit enormen praktischen Problemen verbunden, was zur Kritik seitens der Hochschullehrer hinzukommt. Beides wird zwar in der breiten Öffentlichkeit nur wenig wahrgenommen, entwickelt aber eine stärkere Wirkung als z.B. die viel diskutierte Frage der Studiengebühren.
Siehe auch
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