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Hochintensiver fokussierter Ultraschall

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Hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU, engl. High Intensity Focused Ultrasound) ist ein neues Verfahren zur Behandlung von Krebserkrankungen der Prostata mittels Ultraschall. Sie tritt neben die klassischen Verfahren der Operation, der Strahlentherapie, und der Hormonentzugsbehandlung. Durch die Absorption des Schalls wird das Gewebe auf bis zu 100° C erhitzt und damit zerstört. Im Gegensatz zu der ähnlich eingesetzten Brachytherapie benötigt der HIFU keinen Strahlentherapeuten, sondern kann innerhalb der Urologie eingesetzt werden. Man verwendet einen in den Enddarm eingeführten speziellen Schallkopf, der außerdem ein Ultraschallbild liefert. Unter ständiger Sichtkontrolle kann der Zielbereich stückchenweise behandelt werden. Am Markt sind bisher Geräte des französischen Herstellers EDAP TMS (Ablatherm) und der US-amerikanischen Focus Surgery Inc. (Sonablate).

Bislang sind weltweit ca. 12.000, in Europa erst ca. 4000 Patienten behandelt werden, so dass der Nachweis einer zu den herkömmlichen Verfahren gleichwertigen oder besseren Wirksamkeit aussteht. Insbesondere die fokale Behandlung (s. u.) weicht von den bisherigen Schemata ab und sollte nicht außerhalb von klinischen Studien erfolgen.

Die Behandlung des Prostatakrebses mit gepulstem, hochintensivem, fokussiertem Ultraschall kann je nach Vorbehandlung und Situation des Patienten individuell angepasst werden:

  • Kleiner, einseitiger, wenig aggressiver Tumor: fokale HIFU. Bei der fokalen Behandlung wird nur das bioptisch gesicherte Tumorareal (< 1/3 der Prostata) koaguliert. Eine Abhobelung wird vermieden, der Eingriff dauert nur eine Stunde in Teilbetäubung, der Patient kann nach 2-3 Tagen nach Hause. Bei Wiederauftreten des Tumors kann eine radikale Therapie (Operation, komplette HIFU) noch durchgeführt werden.
  • Fortgeschrittene, aber noch auf das Becken begrenzte Tumore: Transurethrale Resektion der Prostata + komplette HIFU. Bei der "kompletten" Behandlung wird die Innendrüse durch die Harnröhre videogesteuert abgehobelt und abgesaugt (TURP) und anschließend die Außendrüse mit Teilen der Samenblasen komplett durch den Ultraschall verödet. Dies muss – in Anhängigkeit von der Größe der Drüse in einer oder zwei Sitzungen bzw. Krankenhausaufenthalten erfolgen.
  • Wiederauftretende Tumore (Rezidive): modulierte HIFU. Um dem vorgeschädigten Gewebe gerecht zu werden, wird bei der modulierten Behandlung die HIFU-Energie reduziert, die Drüse jedoch komplett behandelt.

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Wikipedia
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