Heros
Aus Kefk
Die männlichen Heroen, Singular der Heros (griechisch ἥρως, hḗrōs - der Held) bzw. die weiblichen Heroinen, Singular die Heroine (griechisch ἡρωίδα, hērōída - die Heldin) sind Gestalten der griechischen und römischen Mythologie, meist halbgöttlicher Herkunft.
Als Erweiterung des privaten Ahnenkultes spielt der Heroenkult (griechisch ἡρῶς, hērôs - der Heldentempel) eine wichtige Rolle für Staatswesen, Städte, Gemeinden und Heiligtümer. Die Berufung auf sagenhafte und halbgöttliche Gründergestalten stellte eine zusätzliche Legitimierung und Bindung dar und gewährleistete göttlichen Schutz. Die Reliquien der Heroen genossen besondere Verehrung und wurden in eigenen Heiligtümern aufbewahrt, meist bestehend aus dem Grab, einem Altar und einem Hain. An festgeschriebenen Festtagen wurden die vorgeschriebenen Opfer und Gebete dargebracht.
Drakon verankerte im späten 7. Jahrhundert v. Chr. den Heroenkult in der athenischen Verfassung. Olympia berief sich auf seine sagenhafte Gründung durch den Heros Pelops, der in einem entsprechenden Heiligtum verehrt wurde. Einer der bekanntesten Heroen war Achilleus, dessen Grab noch bis in die Spätantike besucht wurde. In Rom genossen die Stadtgründer Romulus und Remus besondere Verehrung.
Heros ist auch der Funkrufname des Technischen Hilfswerkes
Siehe auch
Literatur
- Herbert Jennings Rose: Griechische Mythologie, 9. Aufl.; München, Beck 1997, ISBN 3-406-33223-4
- Fustel de Coulanges: Der antike Staat, ISBN 3-88851-144-5
- Ulrich Enderwitz, Reichtum und Religion, Erstes Buch (Der Mythos vom Heros), Ça ira Verlag, Freiburg 1990, ISBN 3-924627-23-1 (http://www.reichtum-und-religion.de/mythos)
