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Herbert Eulenberg

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Herbert Eulenberg (* 25. Januar 1876 in Köln-Mülheim; † 4. September 1949 in Kaiserswerth) war ein deutscher Dichter und Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Herbert Eulenberg gehörte in den zwanziger Jahren zu den meistaufgeführten Autoren auf deutschen Bühnen. Seine essayistische Artikel zu den verschiedensten Themen aus den Bereichen Literatur, Theater, Musik und bildende Kunst erschienen in den unterschiedlichsten Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland und Österreich, und von nicht wenigen Büchern zeichnete er sich als Herausgeber aus und versah sie mit einem einleitenden Vorwort. Seine Schillerrede von 1909 war stark umstritten. Der 1911 in der Zeitschrift PAN veröffentlichte Brief eines Vaters unserer Zeit brachte ihm einen Prozess wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften ein, der jedoch mit dem Freispruch endete.

Für sein literarisches Schaffen erlangte Eulenberg Preise und Auszeichnungen wie den Preis des Frauenbundes zur Ehrung rheinischer Dichter, den Volks-Schiller-Preis, den Preis der Peter Wilhelm Müller-Stiftung oder den Wiener Volksschillerpreis.

1919 gründete Eulenberg gemeinsam mit den Malern Arthur Kaufmann und Adolf Uzarski in Düsseldorf die moderne Künstlervereinigung Das Junge Rheinland.

1923 unternahm Eulenberg eine Vortragsreise in die USA und durfte als "erster Deutscher nach Einstein" an der Columbia University sprechen.

Bereits 1925/26 erschienen die Ausgewählten Werke . Anlässlich seines fünfzigsten Geburtstages wurde er 1926 zum Ehrenmitglied der Rheinischen Kunstakademie in Düsseldorf ernannt. Er war "Sympathisant" der Maler des Jungen Rheinland und stand in Kontakt mit Persönlichkeiten wie Hermann Hesse, Thomas Mann, Stefan Zweig, Hanns Heinz Ewers, Frank Wedekind, Gerhart Hauptmann, Lulu von Strauß und Torney, Felix Hollaender, Else Lasker-Schüler, Erich Mühsam, Peter Hille, John Henry Mackay, Herwarth Walden, Emil Ludwig, Franz Werfel, Wilhelm Schmidtbonn und anderen.

Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten wurden Eulenbergs Dramen verboten, seine Bücher durften nicht mehr gedruckt und verkauft werden. Androhungen von Parteimitgliedern, die den Pazifisten und Humanisten als "rothaarigen Juden" fortwährend denunzierten, hielt er stand, und allein seine große Bekanntheit bewahrte ihn vor der Einlieferung in ein Konzentrationslager.

Während des Krieges veröffentlichte er in der Düsseldorfer Tageszeitung Der Mittag unter den Pseudonymen "Siebenkäs", "Lynkeus" oder "Der lächelnde Zuschauer" kurze Beiträge. Zur gleichen Zeit entstand eine Fülle von Dramen, die sich mit größter Schärfe mit der aktuellen politischen Situation auseinandersetzten .

Nach 1945 war Eulenberg ständiger Mitarbeiter der Zeitschriften Aufbau und Die Weltbühne. Er erhielt weitere Preise: 1946 den Wilhelm-Raabe-Preis und 1948 für seine Heine-Biographie den Heinrich-Heine-Preis der Stadt Hamburg. Im Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands engagierte er sich beim Aufbau eines kulturellen Programms für das zerbombte Düsseldorf. 1948 wurde er Ehrendoktor der Universität Bonn und erhielt im selben Jahr den Nationalpreis. Herbert Eulenberg starb am 4. September 1949 an den Folgen eines Unfalls.

Auszeichnungen und Ehrungen

Werke

  • Alles um Geld. Ein Stück. Leipzig (1911)
  • Alles um Liebe. Eine Komödie. Leipzig (1910)
  • Anna Boleyn. Berlin (1920)
  • Anna Walewska. Eine Tragödie in fünf Akten. Berlin (1899)
  • Ausgewählte Werke in fünf Bänden. Bd. 1: Lyrische und dramatische Dichtungen. Stuttgart (1925)
  • Ausgewählte Werke in fünf Bänden. Bd. 2: Dramen aus der Jugend¬zeit. Stuttgart (1925)
  • Ausgewählte Werke in fünf Bänden. Bd. 3: Dramen aus dem Mannesalter. Stuttgart (1925)
  • Ausgewählte Werke in fünf Bänden. Bd. 4: Schattenbilder und Lichtbilder. Stuttgart (1925)
  • Ausgewählte Werke in fünf Bänden. Bd. 5: Erzählende Werke. Stuttgart (1925)
  • Belinde. Ein Liebesstück in fünf Aufzügen. Leipzig (1913)
  • Brief eines Vaters unserer Zeit. In: PAN, 1. Jg., Nr. 11, 1. April 1911, S. 358 - 363
  • Bühnenbilder. Berlin (1924)
  • Das Buch vom Rheinland. München (1931)
  • Das Ende der Marienburg. Ein Akt aus der Geschichte. Stuttgart (1918)
  • Das grüne Haus. Ein Schauspiel. Leipzig (1921)
  • Der Bankrott Europas. Erzählungen aus unserer Zeit. Berlin (1919)
  • Der Frauentausch. Ein Spiel in fünf Aufzügen. Leipzig (1914)
  • Der Morgen nach Kunersdorf. Ein vaterländisches Stückchen. Leipzig (1914)
  • Der Mückentanz. Ein Spiel. Stuttgart (1922)
  • Der Übergang. Eine Tragödie. München (1920)
  • Deutsche Sonette. Leipzig (1910)
  • Die Familie Feuerbach. In Bildnissen. Stuttgart (1924)
  • Die Kunst in unserer Zeit. Eine Trauerrede an die deutsche Nation. Leipzig (1911)
  • Die letzten Wittelsbacher. Wien (1929)
  • Die Prä-Raphaeliten. Düsseldorf (1946)
  • Die Windmühle. Hamburg (1929)
  • Du darfst ehebrechen! Eine moralische Geschichte. Allen guten Ehemännern gewidmet. Berlin (1909)
  • Ein halber Held. Tragödie in fünf Aufzügen. Leipzig (1903)
  • Ein rheinisches Dichterleben. Bonn / Berlin (1927)
  • Erscheinungen. Stuttgart (1923)
  • Europa. Ein Hirtenstück aus der griechischen Sagenwelt (zwischen 1940 und 1944). Düsseldorf (1949)
  • Glaube, Liebe, Hoffnung. Berlin (1942)
  • Glückliche Frauen. Hellerau (1929)
  • Heinrich Heine. Berlin (Ost) (1947)
  • Ikarus und Daedalus. Ein Oratorium. Leipzig (1912)
  • Kassandra. Ein Drama. Berlin (1903)
  • Katinka die Fliege. Ein zeitgenössischer Roman. Leipzig (1911)
  • Leidenschaft. Trauerspiel in fünf Aufzügen. Leipzig (1901)
  • Letzte Bilder. Berlin (1915)
  • Liebesgeschichten. Leipzig (1922)
  • Mein Leben für die Bühne. Berlin (1919)
  • Meister der Frühe. Düsseldorf (1947)
  • Mensch und Meteor. Dresden (1925)
  • Mückentanz. Ein Spiel. Stuttgart (1922)
  • Münchhausen. Ein deutsches Schauspiel. Berlin (1900)
  • Nachsommer. Berlin (1942)
  • Neue Bilder (1912)
  • Schattenbilder und Lichtbilder. Stuttgart (1926)
  • Schattenbilder. 20 Musikerportraits. Düsseldorf / Wien (1965)
  • Schattenbilder. Eine Fibel für Kulturbedürftige in Deutschland. Berlin (1910)
  • So war mein Leben. Düsseldorf (1948)
  • Sonderbare Geschichten. Leipzig (1910)
  • Um den Rhein. Berlin (1927)
  • Wir Zugvögel. Roman. Stuttgart (1923)
  • Zeitwende. Ein Schauspiel in fünf Akten. Leipzig (1914)

Literatur

  • Sabine Brenner: "Heinrich Heine hat mich gebeten, in seinem Namen folgendes zu erklären". Der ’rheinische’ Dichter Herbert Eulenberg und sein literarisches Vorbild Heinrich Heine. In: "... und die Welt ist so lieblich verworren", hrsg. v. Bernd Kortländer. Bielefeld: Aisthesis 2004. ISBN 3-89528-465-3
  • Otto Brües: Herbert Eulenberg. Ansprache zu seinem Gedächtnis an seinem 80. Geburtstag am 25. Januar 1956 in der Staatlichen Kunstakademie. Düsseldorf: Gesellschaft von Freunden und Förderern der Staatl. Kunstakademie 1956.
  • Helgard Bruhns: Herbert Eulenberg. Drama, Dramatik, Wirkung. Frankfurt am Main: Akad. Verl.-Ges. 1974. ISBN 3-7997-0239-3
  • Rudi vom Endt: Der Dichter Eulenberg, ganz menschlich gesehen. Wuppertal-Elberfeld: Putty 1946.
  • Hedda Eulenberg: Im Doppelglück von Kunst und Leben. Düsseldorf: Die Faehre (1952).
  • Oskar Maurus Fontana: Die Dramatiker des Rheinlandes. Herbert Eulenberg und Wilhelm Schmidtbonn. Augsburg: Filser 1921.
  • Johann Gottfried Hagens: Herbert Eulenberg. Berlin: Börngräber 1910. (= Der moderne Dichter; 4)
  • Peter Hamecher: Herbert Eulenberg. Ein Orientierungsversuch. Leipzig: Rowohlt 1911.
  • Bernd Kortländer: Rheinischer Internationalismus am Beispiel Herbert Eulenbergs. In: Literarische Fundstücke, hrsg. v. Ariane Neuhaus-Koch u. Gertrude Cepl-Kaufmann. Heidelberg: Winter 2002. (= Beiträge zur neueren Literaturgeschichte; 188). S. 256-274. ISBN 3-8253-1303-4
  • Joseph A. Kruse: Der Schriftsteller Herbert Eulenberg (1876-1949). Ein "Ehrenbürger der Welt" aus Kaiserswerth am Rhein. In: Geschichte im Westen. 18 (2003) S. 116-128.
  • Michael Matzigkeit: Herbert Eulenberg - "Siebenkäs", eine Opposition im Verborgenen. In: Musik, Theater, Literatur und Film zur Zeit des Dritten Reiches. Düsseldorf 1987, S. 89-95.
  • Michael Matzigkeit: Herbert Eulenberg - Der Prototyp des "rheinischen" Autors. In: Ders., Literatur im Aufbruch. Schriftsteller und Theater in Düsseldorf 1900 - 1933. Düsseldorf: Verl. d. Goethe-Buchh., 1990, S. 57 - 82; 214 - 221. ISBN 3-924331-23-5
  • Frank Thissen: "Edle Arznei für den Alltag". Herbert Eulenbergs Düsseldorfer Morgenfeiern und die Romantikrezeption um 1990. Köln u.a.: Böhlau 1992. (= Böhlau forum litterarum; 16) ISBN 3-412-06691-5 (Kann als PDF beim Autor [1] angefordert werden.)

Weblinks

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