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Hellerau
Aus Kefk.
| Hellerau und Wilschdorf (mit Rähnitz) Stadtteil von Dresden | |||
| Bild:Dresden gemarkungen Hellerau.png | |||
| Strukturdaten | |||
|---|---|---|---|
| Ortsamtsbereich: | Klotzsche | ||
| Fläche: | 10,69 km² | ||
| Höhe: | 180 bis 210 m über NN | ||
| Einwohner: | 6.275 (31. Dezember 2005) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 587 Einwohner/km² | ||
| Eingemeindung: | 01.07.1950 | ||
| Verkehrsanbindung | |||
| Autobahn: | A4
| ||
| Bundesstraße: | B97
| ||
| S-Bahn: | |||
| Straßenbahnlinie: | 8 | ||
| Buslinien: | 80 81 87 97 328 425 | ||
| Quelle: Dresden.de: Stadtteilauskunft | |||
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Hellerau ist ein Stadtteil, ehemals Vorort, von Dresden im Ortsamtsbereich Klotzsche und die erste deutsche Gartenstadt.
Inhaltsverzeichnis |
Die Idee
Fußend auf dem Gartenstadtgedanken von Ebenezer Howard, gründete der Unternehmer Karl Schmidt-Hellerau 1909 in der Nähe von Dresden die Gartenstadtsiedlung Hellerau zusammen mit dem Neubau seiner „Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst“. Die Einheit von Wohnen und Arbeit, Kultur und Bildung, in einem von der Lebensreform geprägten Organismus, ist der gebaute Anspruch der Gartenstadt Hellerau.
Der von Schmidt beauftragte Architekt Richard Riemerschmid plante den Bau der Werkstätten und dazu eine Wohnsiedlung mit Kleinstwohnhäusern für die Arbeiter, geräumigen Landhäusern, Markt, Geschäften, Wasch- und Badehaus, Praxen, Ledigenwohnheim, Schule und Schülerwohnheim. Neben Riemerschmid gehörten Heinrich Tessenow, Hermann Muthesius und Kurt Frick, aber auch Georg Metzendorf zu den renommierten Architekten, von denen in Hellerau ganze Straßenzüge oder zumindest Häuserreihen realisiert wurden. Während der Zeit ihrer Errichtung war Hellerau, wie sonst nur die Essener Gartenstadt Margarethenhöhe, durch einen Regierungserlaß von allen Bauvorschriften befreit.
Reformbegeisterte aus ganz Europa kamen, um Zeuge der real praktizierten Lebensreform zu werden. Einige besuchten Hellerau nur für kurze Zeit, andere blieben.
Emile Jaques-Dalcroze, ein Komponist und Musikpädagoge aus der Schweiz, der mit Aufführungen seiner selbst entwickelten "Rhythmischen Gymnastik" in Deutschland Menschen zu begeistern suchte, blieb auf Einladung von Schmidt und Wolf Dohrn, "rechte Hand" und Umsetzer von Schmidts Hellerauer Gartenstadtplänen, in Hellerau, wo er zunächst im Schulsaal der Werkstätten unterrichtete. Der damals junge Architekt Heinrich Tessenow errichtete unterdessen für ihn ein eigenes Gebäude, die "Bildungsanstalt für Rhythmische Gymnastik" ("Hellerauer Festspielhaus"). Mit Gret Palucca und Mary Wigman wurde Hellerau so ein Zentrum für den modernen Ausdruckstanz.
Das Festspielhaus
Mit dem Entwurf dieses Ensembles - dem gewaltigen Festspielhaus, dem brunnenbestandenen Vorplatz der die pavillongleichen Pensionshäuser einfaßt, der rückwärtigen Freiluftarena und den umlaufenden Licht- und Sonnenhöfen - setzte Tessenow bedingungslos die Vorstellungen von Emile Jaques-Dalcroze und die Bühnenentwürfe seines Bühnenbildners Adolphe Appia um.
In den Folgejahren bis 1914 versammelten sich hier zu den jährlich stattfindenden Festspielen viele bekannte Vertreter der europäischen Kulturelite, u. a. Emil Nolde, George Bernard Shaw, Franz Kafka, Oskar Kokoschka, Henry van de Velde, Diaghilev und Stefan Zweig sowie der US-amerikanische sozialkritische Schriftsteller Upton Sinclair.
Lage des Festspielhauses: 51°06'49.5"N 13°45'11"O
Ende der Sturm- und Drangzeit
Der Tod Wolf Dohrns und der Ausbruch des Ersten Weltkrieges beendete die Sturm- und Drangzeit Helleraus.
Mit einzelnen reformpädagogischen Konzepten und kulturellen Projekten konnte Hellerau in den Folgejahren unter der Leitung von Wolfs Bruder Harald Dohrn kurzfristig noch an die anfänglichen Glanzzeiten anknüpfen.
Ende der dreißiger Jahre wurde die Bildungsanstalt für Rhythmische Gymnastik von den Nationalsozialisten in einen Kasernenhof umgebaut, und nach 1945 von der russischen Besatzungsmacht weiter militärisch genutzt.
Hellerau und Festspielhaus heute
Mit zeitgenössischen Darbietungen und jungen kulturschaffenden Institutionen vor Ort entwickelt sich das Festspielhaus zunehmend zu einem der wichtigen Veranstaltungsorte in Dresden.
In die Seitengebäude des Festspielhauses zog 2003 das Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik ein. Dessen Intendant, der Komponist Udo Zimmermann trieb seitdem die Renovierung des Festspielhauses voran, es wurde am 7. September 2006 nach zwei Jahren Umbauzeit wiedereröffnet. Zimmermann leitet nunmehr das Europäische Zentrum für Künste am Standort Hellerau und kooperiert u.a. mit dem Choreografen William Forsythe, dessen Tanztheatercompany in Hellerau eine neue Spielstätte gefunden hat. Mit verschiedenen Veranstaltungen aus den Bereichen Theater, Musik, Tanz und übergreifenden Formen (z.B. der CYNETart, Festival für computergestutzte Kunst) möchte er den Standort Hellerau an seinen Ursprungsgedanken, dem Entstehen von zeitgenössischer Kunst, zurückführen.
Die Deutschen Werkstätten knüpften in benachbarten neuen Werkhallen längst an ihre alte handwerkliche Traditionen an und sind international erfolgreich im hochwertigen Innenausbau tätig.
Die historischen Räumlichkeiten der Werkstätten sind ein Pool für Ingenieur- und Dienstleistungsunternehmen geworden, die sich der Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit verschrieben haben.
Ganz Hellerau ist heute ein Flächendenkmal, nicht ausschließend, dass auch Modernes entsteht; ist es doch gerade die Tradition von Hellerau Neues und Zukunftsweisendes hervorzubringen.
Die "Interessengruppe Hellerau" wurde unter dem Dach des Kulturbundes der DDR gegründet, um das Architekturdenkmal zu schützen. 1990 wurde das "Bürgerkomitee Hellerau" gegründet, daraus entstand der Verein "Bürgerschaft Hellerau".
Persönlichkeiten des Stadtteils
- Hartmut Schulze-Gerlach alias Muck (* 19. Februar 1948)
Siehe auch
Weblinks
- Deutsche Werkstätten Hellerau
- Festspielhaus Hellerau
- Europäisches Zentrum der Künste Hellerau
- Hellerau - geschichtlicher Abriß, Kulturnachrichten etc.
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Koordinaten: 51° 6′ 44" n. Br., 13° 45′ 10" ö. L.
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