Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Heiliges Meer

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche
Bild:Lage der Gemeinde Recke in Deutschland.png
Deutschlandkarte, das Naturschutzgebiet ist hervorgehoben

Das Heilige Meer ist ein Naturschutzgebiet im Norden von Nordrhein-Westfalen. Es liegt zum großen Teil in der Gemeinde Hopsten, der Rest des Naturschutzgebietes liegt in Obersteinbeck (Recke). Hier befindet sich auch die Biologische Station, die eine Außenstelle des Westfälischen Museum für Naturkunde ist. Namensgebend ist der größte See des Gebietes, das Große Heilige Meer.


Inhaltsverzeichnis

Entstehung des Namens

Es gibt verschiedene Legenden über die Entstehung des Namens, die älteste schriftlich fixierte ist von 1825 aus "Münsterische Geschichte, Sagen und Legenden". An der Stelle des Heiligen Meeres stand demnach ein Kloster mit Mönchen, die lasterhaft gelebt haben. Als Bestrafung sei das Kloster mitsamt dem Grund, auf dem es stand, in den Boden gesunken. Noch heute soll man das Kloster am Grunde sehen können. Dolle hat versucht, den wahren geschichtlichen Hintergrund festzustellen. So gibt es ein zum Kloster Werden gehörendes Klostergut "Thankulashuti" das ab ca. 940 aus allen Heberegistern verschwunden ist. Demnach entstand das Heilige Meer um 900 n. Chr. Jedoch ist dieser Zusammenhang ungewiss, da es keinen direkten Beleg für das Verschwinden gibt. In einer Urkunde von Kaiser Otto vom 15. Juli 965 wird das Große Heilige Meer als Grenze der drei Gaue Venki-Gau, Threcwiti-Gau und Bursibant-Gau genannt. Das Meer wird hier als Drevanameri genannt was als 'Dreigrenzenmeer' übersetzt wird. Die Bezeichnung Heiliges Meer wurde schnell vom Volk übernommen. Der Wortstamm kommt jedoch nicht von "Heilig" sonder entweder von dem Niederdeutschen 'hel' oder 'hil' für "schlimm" oder dem Altsächsichen 'hola' für "Bruch, Loch, Tiefe". Damit bedeutet der Name "Bruchmeer" oder "tiefes Meer". Der Begriff Meer hat ebenfalls eine Wandlung durchlaufen und bedeutete im Mittelalter "See".

Geschichte der Gewässer

Das Große Heilige Meer ist vermutlich ca. 1100 Jahre alt, das Kleine Heilige Meer ca. 2000 Jahre. Aufgrund von Pollenuntersuchungen am Meeresgrund kann man das Alter der Seen relativ gut bestimmen. Der sog. 'Erdfallsee' hingegen ist erst am 14. April 1913 entstanden. Augenzeugen berichteten damals, dass sich die Erde binnen weniger Stunden um einige Meter gesenkt habe und das entstandene Loch sich nach und nach mit Wasser gefüllt hat. Der Erdfallsee hat heute einen Durchmesser von 110 bis 115 Metern. Insgesamt gibt es neben den mit Wasser gefüllten Seen noch etwa 60 weitere Senken, zum Teil nur mit wenigen Metern Durchmesser. Sie bilden einen Verlauf von Südwest nach Nordost. Der Grund für das "Einbrechen" der Erde an diesen Stellen liegt wahrscheinlich an einer Salzschicht mehrere tausend Meter unter der Erde. Diese Salzschicht kommt immer wieder in Berührung mit Grundwasser, wodurch diese ständig gelöst wird. Dadurch wird die Salzschicht immer kleiner und kann die darüberliegende Erde nicht mehr auf einer Höhe halten. Diese bricht dann wie bei der Entstehung des Erdfallsees plötzlich ein und füllt sich mit Grund- und Regenwasser.

Das Naturschutzgebiet

Das NSG hat eine Größe von ca. 90 ha und befindet sich seit 1927 im Besitz des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. 1927 wurde die erste Fläche mit 47 ha angekauft, 1930 kamen weitere acht ha hinzu. Am 22. März 1930 trat die Naturschutzverordnung für das Heilige Meer in Kraft. Die heute gültige Verordnung vom 18. Mai 1974 heißt "Verordnung über das Naturschutzgebiet Heiliges Meer" und wurde vom Regierungspräsidenten Münster unterzeichnet.

Nach 1930 wurden nach und nach immer mehr anliegende Flächen hinzugekauft, so dass umliegende ehemalige Ackerflächen nun nicht mehr bewirtschaftet werden, wodurch der Artenschutz leichter fällt. Dazu wurde am 20. August 1988 eine Schutzverordnung verabschiedet, die weitere 66 ha als Pufferzone für das Naturschutzgebiet ausweist. Die Puffer grenzen zum Teil auch direkt an das Heilige Meer an und bestehen sowohl aus Ackern, also auch Erlenbruchwald und Röhrichten.

Lebensräume

Im Wesentlichen kann man in diesem Naturschutzgebiet zwischen drei Biotopen unterscheiden: Stillgewässer, Heiden und Wälder. Zusätzlich gibt es Grünlandflächen und Brachen.

Wälder

Heiden

Die ursprüngliche Vegetation des Gebietes waren Wälder. Im frühen Mittelalter fanden jedoch umfangreiche Rodungen statt, wodurch sich Heiden und Sandböden gebildet habe. Seitdem wird durch Beweidung mit Schafen die Verbuschung zurückgehalten. Heute nehmen Heideflächen etwa 25% des Gesamtgebietes ein.

Gewässer

Die Gewässer des NSG Heiliges Meer sind oligotrophe Gewässer, Heideweiher und Kolke, die sich insbesondere durch Stickstoff- und Phosphor-Armut auszeichnen. Zur Zeit ihrer Entstehung waren die Gebiete sehr nährstoffarm, erst in den letzten Jahrzehnten wurde der enorme Stickstoffeintrag zu einem großen Problem. Das größte Gewässer, das Große Heilige Meer, hat eine Fläche von 11 ha und eine größte Tiefe von 10,5 Metern. Ursprünglich lag die Tiefe bei bis zu 18 Metern, auf dem Grund liegt eine als Gyttja bezeichnete Schlammschicht. Die anderen Gewässer habe nun wenige Meter Tiefe, das zweitgrößte ist der Heideweiher mit 2 ha und 1,4 Meter Tiefe.

Literatur

  • Dolle, R. (1933): Die Sage vom Heiligen Meer bei Hopsten in der Ortsüberlieferung, in der Romantik und im Lichte der Geschichte. Ibbenbürener Vereinsdruckerei.
  • Knoblauch, Gerhard: Die Vogelwelt des Naturschutzgebietes "Heiliges Meer" (Vogelkundliche Bibliothek 11). Greven 1980
  • Runge, Fritz: Die Pflanzengesellschaften des Naturschutzgebietes Heiliges Meer und ihre Änderungen in den letzten 90 Jahren. Natur und Heimat, Beiheft 15. Münster 1991
  • Runge, Fritz: Ein Rundgang durch das Naturschutzgebiet Heiliges Meer. 5. Auflage, Münster 1985
  • Terlutter, H.: Das Naturschutzgebiet Heiliges Meer. Münster ISBN 3-924-590-48-6

Koordinaten: 52° 21' 04" N 7° 38' 00" O

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Heiliges_Meer, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge