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Heijō-kyō
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Heijō-kyō (jap. 平城京) war während eines Großteils der Nara-Zeit (710–784) die Hauptstadt Japans. Sie befand sich auf dem Gebiet des heutigen Nara und gab der entsprechenden Epoche ihren Namen.
Vor dem Taihō-Kodex (大宝律令 Taihō-ritsuryō) war es üblich das die Hauptstadt nach dem Tod des Kaisers verlegt wurde. Dies geschah aus dem Aberglauben heraus das Orte des Todes beschmutzt seien. 710 änderte sich dies als Kaiserin Gemmei eine ständige Hauptstadt beim heutigen Nara errichtete. Dennoch wechselte die Hauptstadt aus politischen Gründen 740 nach Kuni-kyō (Kamo), 744 nach Naniwa-kyō (Ōsaka) und 745 zum Shigaraki-Palast (Kōka) bevor sie im Mai desselben Jahres wieder nach Heijō-kyō zurückverlegt wurde.
Heijō-kyō folgte wie ihre Vorgängerin Fujiwara-kyō dem Vorbild der chinesischen Tang-Hauptstadt Chang'an (長安
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). Von Süden nach Norden verlief die 80 m breite Hauptstraße Suzaku-ōji (朱雀大路, dt. Phönix-Hauptstraße) zum Heijō-Palast (平城宮 Heijō-kyū). Diese Hauptstraße teilte Heijō-kyō in eine östliche, linke (左京 Sakyō) und eine westliche, rechte „Hauptstadt“ (右京 Ukyō). Jeder der beiden Bezire war wiederum von Süd nach Nord in je neun Jō (条) und von Ost nach West in je vier Bō (坊) unterteilt, ein System der Stadtviertelung welches als Jōbō-System (条坊制 Jōbō-sei) bezeichnet wird. Jedes dieser Rechtecke bestand wiederum aus 4×4 Zellen (Tsubo) mit 133 m Kantenlänge. Im Nordosten befand sich ein weiterer Bezirk mit 3 Jō genannt „äußere Hauptstadt“ (Gekyō), der das heutige Zentrum von Nara bildet. Die gesamte Hauptstadt erstreckte sich von Norden nach Süden damit ungefähr 4,8 km und von Ost nach West 4,3 ohne bzw. 5,9 km mit der Erweiterung auf einer Fläche von 20 bzw. 24 km². Die Bevölkerung betrug 200.000 Einwohner (4 % der damaligen Bevölkerung Japans) und davon 10.000 Regierungsangestellte.
Heijō-Palast
Die Hauptstraße endete am Suzaku-mon (朱雀門, dt. Phönix-Tor) umgeben von den restlichen Palastgebäuden. Die Hauptgebäude des Palastkomplexes waren die Audienzhalle (大極殿 Daigokuden), der Chōdō-in (朝堂院) für formelle Zeremonien, die Residenz des Kaisers (内裏 Dairi) und die Büros der einzelnen Ämter. Die Fundamente bzw. Spuren dieser Gebäude sind auf der Ruinenstätte noch gut erkennbar.
Als die Hauptstadt nach Heian-kyō verlegt wurde, wurde der kaiserliche Palast aufgegeben. Über die Jahrhunderte hinweg verfielen die Gebäude langsam bis in der Kamakura-Zeit von den überirdischen Anlagen praktisch nichts mehr vorhanden war. Die unterirdischen wiederum blieben erhalten. Da das Palastgelände die ganze Zeit über in kaiserlichem Besitz blieb, konnten ohne dessen Genehmigung keine neuen Gebäude gebaut werden.
1955 begannen archäologische Ausgrabungen und Restaurationen, so dass heute das Suzaku-mon und der Tou-in-Garten restauriert wurden. 1959 erklärte die National Cultural Organization of Nara dass das Gelände unverändert bleiben solle. Ausnahmen wurden gemacht für archäologische Untersuchungen, Restaurationen und dem Bau einer Bahnstrecke die durch den südlichen Teil führt. 1998 wurde das Gelände für die Öffentlichkeit freigegeben. Im selben Jahr wurde das Gelände zusammen mit umliegenden Tempeln in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.
Weblinks
- Seite der Präfektur Nara zum 1300-jährigen Jubiläum
- Jô-Bô System of Heijô-Kyô: City Planning in Ancient Japan
- UNESCO World Heritage Centre: Historic Monuments of Ancient Nara
Koordinaten: 34° 41′ 28″ n. Br., 135° 47′ 41″ ö. L.
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