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Heidelberger Katechismus
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Der Heidelberger Katechismus (catechesis palatina) ist der am weitesten verbreitete Katechismus der reformierten Kirche. In ihm sind die ursprünglich gesondert konzipierten beiden Teile
- Major (für Theologen)
- Minor (Volkskatechismus)
zusammengeflossen.
Am Heidelberger Katechismus hat Heinrich Bullinger maßgeblich mitgearbeitet. Er wurde 1563 von Zacharias Ursinus und Caspar Olevian unter dem Titel "Catechismus oder christlicher Undericht, wie der in Kirchen und Schulen der Churfürstlichen Pfaltz getrieben wird" herausgegeben. 1619 wurde er von der Dordrechter Synode anerkannt. Er ist zugleich Unterrichtsbuch für Schule und Kirche, Bekenntnisschrift der reformierten Kirchen, Trost- und Gebetsbuch, sowie Vorlage für eine reiche Anzahl an erbaulicher Literatur.
Der Heidelberger Katechismus gliedert sich im wesentlichen in drei große Teile:
- "Von des Menschen Elend" (die Sündenerkenntnis)
- "Von des Menschen Erlösung (die Erkenntnis der Erlösung)
- "Von der Dankbarkeit" (Eine Ethik der Dankbarkeit mit Auslegung der Dekalog und Vaterunser)
Am theologischen Konzept fasziniert der Umstand, dass alle kultischen Leistungen (wie Gebet) genau so wie auch die ethischen (die "guten Werke") in den dritten Teil eingereiht sind. Dadurch wird eindeutig gesagt, dass in reformierter Sicht die "guten Werke" nie dazu da sind, vor Gott angerechnet zu werden. Sie sind vielmehr dankbare und selbstverständliche Antwort auf die vorbehaltlose Gnade Gottes die den Menschen durch Christus zugeeignet ist. Höchste Wertschätzung genoss der Heidelberger Katechismus auch bei Karl Barth (vgl. seine Schrift "Die christliche Lehre nach dem Heidelberger Katechismus")
Der Heidelberger Katechismus wurde in 40 Sprachen übersetzt und erfreut sich bis heute weltweiter Verbreitung, besonders in Ländern mit calvinistischer Prägung wie den Niederlanden, der Schweiz oder Ungarn.
Literatur
Ausgaben
- Der Heidelberger Katechismus, hrsg. von der Evangelisch-Reformierten Kirche (Synode ev.-ref. Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland), rev. Ausg. Neukirchener Verl., Neukirchen-Vluyn 1997 ISBN 3-7887-1570-7
- Der Heidelberger Katechismus, hrsg. von Otto Weber. Gütersloher Taschenbücher Siebenstern 1293. 5. Aufl. Gütersloher Verl.-Haus, Gütersloh 1996 ISBN 3-579-01293-2
- Der Heidelberger Katechismus. Für den Jugendunterricht in evangelischen Gemeinden, hrsg. vom Moderamen des Reformierten Bundes. Vereinfachte Ausg., 12. Aufl. Neukirchener Verl., Neukirchen-Vluyn 1993 ISBN 3-7887-0273-7
Sekundärliteratur
- Wulf Metz, Jürgen Fangmeier: Art. Heidelberger Katechismus I. Kirchengeschichtlich II. Praktisch-theologisch. In: Theologische Realenzyklopädie 14 (1985), S. 582-590
- Walter Henss: Der Heidelberger Katechismus im konfessionspolitischen Kräftespiel seiner Frühzeit. Historisch-bibliographische Einführung der 1. vollständigen deutschen Fassung, der sogenannten 3. Auflage von 1563 und der dazugehörigen lateinischen Fassung. Theol. Verl., Zürich 1983 ISBN 3-290-11537-2
- Eberhard Busch: Der Freiheit zugetan. Christlicher Glaube heute - im Gespräch mit dem Heidelberger Katechismus. Neukirchener Verl., Neukirchen-Vluyn 1998 ISBN 3-7887-1623-1
- Lyle D. Bierma: The Doctrine of the Sacraments in the Heidelberg Catechism. Melanchthonian, Calvinist, or Zwinglian? Studies in Reformed Theology and History N.S. 4. Princeton Theological Seminary, Princeton NJ 1999
- Alfred Rauhaus: Den Glauben verstehen. Eine Einführung in die Gedankenwelt des Christentums anhand des Heidelberger Katechismus. Foedus-Verl., Wuppertal 2003 ISBN 3-932735-77-3
- Thorsten Latzel: Theologische Grundzüge des Heidelberger Katechismus. Eine fundamentaltheologische Untersuchung seines Ansatzes zur Glaubenskommunikation. Marburger theologische Studien 83. Elwert, Marburg 2004 ISBN 3-7708-1259-X
