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Hebung
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Mit Hebung oder heben bezeichnet man eine Vergrößerung der Höhe, des Niveaus oder der Bedeutung. Sie kann sich auf materielle und geistige Gegenstände beziehen, aber auch auf die sprachliche Ebene.
Das Gegenteil einer Hebung ist die Senkung oder Absenkung, in einigen Bereichen auch die Aufhebung.
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Im materiellen Sinn
bedeutet "Hebung" beziehungsweise "heben" die durch eine äußere Kraft verursachte Bewegung eines (meist schweren) Körpers nach oben - etwa die Anhebung einer Last oder eines Gewichtes.
Eine durch "innere" Kräfte verursachte Anhebung - beispielsweise eines Ballons - wird hingegen meist als "Aufstieg" beziehungsweise "aufsteigen" bezeichnet.
- Im Alltag wird der Begriff der Hebung überwiegend als Zeitwort verwendet - beispielsweise Heben (hochheben) einer Tasche. Er steht oft im Zusammenhang mit tragen - also einer horizontalen Bewegung.
- In der Technik wird auch das Hauptwort benützt - beispielsweise Hebung (anheben) einer Last durch einen Kran, eine Hebebühne oder andere Maschinen. Die aufzuwendende Energie ist hauptsächlich durch die Schwerkraft bedingt und proportional der Masse und der Höhendifferenz. Dazu kommt noch ein kleiner Anteil der Reibung, welche nur bei Vorgängen im freien Weltall zu Null werden kann.
- In den Geowissenschaften wird der Begriff "Hebung" meist im Zusammenhang mit endogenen Kräften des Erdkörpers gebraucht - etwa bei der Gebirgsbildung - und geht auf unterirdische Bewegungen (Konvektion, Vulkanismus) oder auf Keil-Wirkungen zurück.
Die Geodynamik kennt beispielsweise die Hebung von Landmassen (etwa postglazial in Fennoskandien 1-2 cm/Jahr) oder der Alpen, die Meteorologie bezeichnet als Hebung unter anderem das erzwungene Aufsteigen von Luftmassen oder eine nach oben verschobene Schneegrenze. - In anderen Naturwissenschaften kann Hebung auch die Änderung anderer Zustände bedeutet - beispielsweise in der Chemie die Erhöhung des pH-Wertes, der Konzentration oder des Wirkungsgrades, in der Physik die Steigerung des Drucks oder eine Hebel-Wirkung, in der Optik die Winkeländerung eines Lichtstrahls durch Refraktion, in der Medizin die Zunahme eines Hormonspiegels oder der Pulsfrequenz, usw.
- Im Tanzsport und in der Akrobatik ist der Begriff Hebung ein Synonym für die Hebefigur, einer Untergruppe von Tanzfiguren.
Im geistigen oder übertragenen Sinn
bedeutet "Hebung" meist eine Zunahme an Qualität oder an Bedeutung. Einige Beispiele sind:
- Hebung der Moral oder des Bewußtseins für Verantwortung
- Hebung des Gesundheitszustandes oder der Verkehrssicherheit
- Erhöhung der Leistungsfähigkeit oder der beruflichen Chancen
- Verbesserung des Unterrichts und des Bildungs- oder wissenschaftlichen Niveaus
- Hebung der Kinderfreundlichkeit oder der Toleranz
- Hebung des Steuersatzes oder der Wochenarbeitszeit
- Anhebung des Status beziehungsweise der Bedeutung einer Menschengruppe, des Selbstwertgefühls usw.
In der Dichtkunst
und in der Linguistik bedeutet "Hebung" die Betonung oder Hervorhebung einer Silbe beziehungsweise eines Wortes - doch spricht man auch allgemein von "Hebung der Stimme".
- Die Hebung ist vor allem im Versmaß von Bedeutung, dessen Rhythmus durch die Betonung einzelner Silben entsteht. Sie erfolgt meistens durch die Lautstärke der Stimme, kann aber auch durch Pausen oder die Stimmhöhe erfolgen - beispielsweise in der Musik.
- Im Deutschen fallen die Hebungen grundsätzlich auf Silben, die auch in ungebundener Rede beziehungsweise in der Prosa betont werden - beispielsweise im bekannten Goethe-Zitat
"Es irrt der Mensch, solang er strebt." - Im griechischer und lateinischer Poetik richten sich Arsis (Hebung) und Thesis (Senkung) nach besonderen Regeln, in welchen es auf die Sprechdauer ankommt. In der Arsis stehen "leichte" Silben, ihr Vokal ist auch in Prosa kurz, und ihm folgt kein oder nur ein Vokal. In der Thesis stehen "schwere" Silben. Ihr Vokal ist entweder auch in Prosa lang, oder ihm folgen (bis zum nächsten Vokal) zwei oder mehr Konsonanten (Ausnahmen seien dem eigenen Studium vorbehalten).
- Beispiel: Ein Merkspruch in griechischen Hexametern zählt die sieben Orte auf, die darum streiten, Homer hervorgebracht zu haben. Die zweite Zeile lautet in prosaischer Betonung:
- Smýrna, Rhódos, Kolophón, Sálamis, Íos, Árgos, Athénai.
- Poetische Gewichtung abweichend davon wie folgt:
- Smýrna, Rhodós, Kolophón, Salamís, Ios, Árgos, Athénai.
- Nur in den Wörtern Smyrna, Kolophon, Argos und Athenai stimmt die poetische Gewichtung mit der prosaischen Betonung überein. Poetisch hat Rhodos (abweichend von der prosaischen Betonung) die Thesis auf der zweiten Silbe, weil auf den (in Prosa) kurzen Vokal mehrere Konsonanten folgen. Die zwei a in Salamis sind kurz und gelten deswegen als leicht. Ios besteht nur aus kurzen Vokalen, dem zweiten folgt nur ein einzelner Konsonant, so liefert der Name Ios die zwei leichten Silben des Daktylus.
- Nach der Anzahl der Hebungen unterscheidet man Vierheber, Fünfheber usw. Unsere Dichtkunst hat die Begriffe "Hebung" und "Senkung" vom griech. Arsis und Thesis übernommen, doch mit umgekehrter Bedeutung: in der Antike bezeichnete die Hebung des Fußes (Arsis) den leichten Taktteil und Thesis den schweren (guten) Taktteil.
- Als Hebungsprall werden mehrere unmittelbar aufeinander folgende Hebungen bezeichnet.
