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Bullen- und Bärenmarkt

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Bild:Bull and bear.jpg
Bulle und Bär vor der Frankfurter Wertpapierbörse

Der Begriff Bullenmarkt oder Hausse (frz. für "Anstieg", gesprochen /'os/) steht an der Börse für steigende Kurse und Bärenmarkt oder Baisse (sprich: "bähß") für sinkende Kurse.

In diesem Zusammenhang werden oft weitere Begriffe verwendet:

  • Der Boom ist eine Phase stark steigender Kurse (also eine starke Hausse)
  • Der Crash ist analog eine Phase stark sinkender Kurse (also eine starke Baisse)
  • Eine "Rallye" ist eine starke Beschleunigung der Marktbewegung innerhalb eines Bullen- oder Bärenmarktes
  • Eine "Korrektur" ist eine zeitlich eng begrenzte Gegenbewegung der Kurse (also z.B. eine kurzfristige Baissephase innerhalb einer übergeordneten Hausse)
  • Ein "Börsenzyklus" umfasst eine Hausse und eine Baisse
  • Sowohl Bullen- als auch Bärenmärkte werden auf verschiedene Zeiträume bezogen. Dauert ein solcher Markt viele Jahre an, so wird von einem säkularen Markt gesprochen.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft der Begriffe

Die Begriffe kommen von einem Schaukampf, den kalifornische Goldgräber zu ihrer Belustigung organisierten. Dabei wurde ein Bär an einen Pfahl gebunden und ein Stier auf ihn losgelassen. Entweder warf der Bulle den Bären mit seinen Hörnern hoch in die Luft oder der Bär rang den Bullen nach unten. Entsprechend haben sich auch die Begriffe für steigende bzw. fallende Kurse eingebürgert. Anderen Quellen zufolge kommen beide Begriffe auch aus dem Amerikanischen, jedoch abgeleitet von den Adjektiven "bullish" bzw. "bearish" welche mit haussierend bzw. auf eine Baisse eingestellt sein, übersetzt werden können.

Charakteristiken der Märkte

Die Börse unterscheidet zwischen Bären- und Bullenmarkt. Der Bär setzt auf einen erwarteten Kursabfall – er ist pessimistisch. Er macht sein Geld durch Skepsis und Unglauben, spekuliert auf Baisse oder kauft Verkaufsoptionen. Ein Bärenmarkt geht bergab. Der Bulle ist das Gegenteil – er ist optimistisch. Er kauft in der Hoffnung auf Aufschwung. Ein langfristiger Bullenmarkt ist etwas, um das Investoren beten – mit Ausnahme von Bären, die sich dann zum Winterschlaf verkriechen. Bärenmarkt und Bullenmarkt sind wie Yin und Yang: der Bär ist Yin, der Bulle ist Yang. Zusammen bewirken sie, dass die Börsenwelt sich dreht und die Kurse fallen und steigen...

Sowohl die Hausse als auch die Baisse können durch fundamentale ökonomische Umwälzungen (insbesondere die Konjunkturzyklen) als auch durch Spekulation bedingt sein. Ein übermäßiger Bullenmarkt kann durch übertriebene Ertragserwartungen zu einer Spekulationsblase führen. Auf der anderen Seite führt eine übertriebene Baisse mit fallenden Erwartungen der Anleger zu einem Börsenkrach.

Im Finanzmarkt spielen die Erwartungen der Anleger eine große Rolle. Besonders die Übergänge zwischen Hausse und Baisse sind schwer zu interpretieren. Besondere Aufmerksamkeit sollte auf positive oder negative Überraschungen gerichtet sein. Eine Abfolge von positiven Überraschungen charakterisiert oft eine Hausse, eine Abfolge von negativen Überraschungen eine Baisse.

Da beide Begriffe mit "B" beginnen und Anfänger Bullenmarkt und Bärenmarkt durcheinander bringen, bietet sich als Eselsbrücke ein Kalauer an: "Der Bär baisst".

Bullenmarkt

In einem Finanzmarkt, in dem die Preise der Instrumente (Aktien) fortgesetzt im Steigen begriffen sind, spricht man von einer Hausse oder einem Bullenmarkt. "Hausse" wird an der Börse – von der eigentlich korrekten französischen Aussprache abweichend – überwiegend "Hosse" ausgesprochen. Die Hausse geht mit einem steigenden Vertrauen der Kapitalanleger sowie mit Erwartungen zukünftiger Gewinne einher.

Seit dem Zweiten Weltkrieg dauert eine Hausse, ebenso wie eine Baisse, jeweils zumindest zwei Jahre. Wie auch bei einer Rezession ist der Trend am leichtesten zu erkennen, wenn er bereits vorbei ist. Es gibt viele Theorien mit dem Ziel, die jeweilige Marktsituation rechtzeitig richtig einschätzen zu können.

Bullenfalle

Steigende Kurse an den Börsen werden auch als bullisches Verhalten (der Bulle stößt mit den Hörnern nach oben) einer Kursentwicklung bezeichnet. Eine Bullenfalle drückt den Umstand aus, dass ein bullisch (engl. bullish) denkender und handelnder (kaufender), also auf bevorstehendem Kursanstieg eines Wertpapiers setzender Spekulant ein Kaufsignal erkannt/abgeleitet/vermutet hatte, jedoch sofort oder nach einer kurzzeitigen und nicht allzu deutlichen Bestätigung seiner Denkweise von der gegenläufigen Kursentwicklung (Wertverlust des Wertpapiers = Kursabfall) nachhaltig unter den Wert zum Kaufzeitpunkt überrascht wurde und mithin eine Fehlentscheidung getroffen hatte. Besonders "wirksam" ist eine Bullenfalle dann, wenn der bullische Spekulant (um zu retten, was zu retten ist) durch die Kursentwicklung ganz oder teilweise seine Kaufabsichten aufgibt, vielleicht sogar zu den "Bären" überwechselt (also bei zwischenzeitlich fallenden Kursen Aktien verkauft) und erst danach die ganze und rasante Aufwärtsbewegung des Kurses einsetzt, von der er eigentlich hätte profitieren wollen.

Bärenmarkt

In einem Finanzmarkt, in dem die Preise eines oder mehrerer Instrumente (z.B. Aktien) über einen längeren Zeitraum im Sinken begriffen sind, spricht man von einer Baisse oder einem Bärenmarkt. Die Baisse geht mit einem sinkenden Vertrauen der Kapitalanleger sowie mit Erwartungen zukünftiger Verluste einher.

Bärenfalle

Fallende Kurse an den Börsen werden auch als bärisches Verhalten (der Bär schlägt mit seiner Pranke von oben nach unten) einer Kursentwicklung bezeichnet. Eine Bärenfalle drückt den Umstand aus, dass ein bärisch (engl. bearish) denkender und handelnder (verkaufender), also auf bevorstehendem Kursabfall eines Wertpapiers setzender Spekulant ein Verkaufssignal erkannt/abgeleitet/vermutet hatte, jedoch sofort oder nach einer kurzzeitigen und nicht allzu deutlichen Bestätigung seiner Denkweise von der gegenläufigen Kursentwicklung (Wertsteigerung des Wertpapiers = Kursanstieg) nachhaltig über den Wert zum Verkaufszeitpunkt hinaus überrascht wurde und mithin eine Fehlentscheidung getroffen hatte. Besonders "wirksam" ist eine Bärenfalle dann, wenn der bärische Spekulant (um zu retten, was zu retten ist) durch die Kursentwicklung ganz oder teilweise seine Verkaufsabsichten aufgibt, vielleicht sogar zu den "Bullen" überwechselt (also bei zwischenzeitlich steigenden Kursen Aktien kauft) und erst danach die ganze und rasante Abwärtsbewegung des Kurses einsetzt, von der er eigentlich hätte profitieren wollen.

Chartanalyse

Mittels der Chartanalyse versuchen "technische Analysten" die Tendenz des Marktes und insbesondere Wendepunkte zwischen Bullen- und Bärenmarkten vorherzusehen. Im Gegensatz hierzu steht die Effizienzmarkthypothese, die die Unmöglichkeit dieses Unterfangens postuliert. Hauptartikel hierzu ist Chartanalyse.

Siehe auch

Persönliche Werkzeuge