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Hauptstadtregion Brüssel

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Hauptstadtregion Brüssel
Bild:Flag Belgium brussels.svg
Basisdaten
Hauptstadt: Brüssel
Fläche: 162 km²
Einwohner: 1.024.492 (1. Juli 2006)
Bevölkerungsdichte: 6.324 Einwohner je km²
Website: www.brussel.irisnet.be
Karte
Position der Hauptstadtregion Brüssel in Belgien

Die Hauptstadtregion Brüssel (französ.: Région de Bruxelles-Capitale, niederl.: Brussels Hoofdstedelijk Gewest, dt. amtl: Region Brüssel-Hauptstadt) ist eine der drei Regionen Belgiens. Sie umfasst das zweisprachige Gebiet der Hauptstadt Brüssel. Sie ist in 19 selbständige Gemeinden gegliedert, die jedoch ein zusammenhängendes städtisches Siedlungsgebiet bilden. Die Stadt Brüssel, die das Stadtzentrum Brüssels umfasst, ist eine dieser 19 Gemeinden.

Inhaltsverzeichnis

Sprachen und Gemeinschaften

Sprachverhältnisse

Die Region Brüssel ist ein mehrsprachiges Gebiet mit zwei offizielle Amtssprachen, Französisch und Niederländisch.

Von jeher ein niederländischsprachiges Gebiet, wurde erst seit der Französischen Herrschaft und vor allem ab 1830 die französische Sprache als anfänglich einzige Amtssprache Belgiens immer wichtiger. Brüssel war als Hauptstadt Standort vielerlei Behörden und jeder Beamte sollte Französisch sprechen. Dadurch täuschten immer mehr Einwohner ihren niederländischen Dialekt für die Französische Weltsprache. Ergebnisse der Volkszahlungen zufolge entwickelte sich die Verhältnis zwischen Niederländisch- und Französischsprachigen im Gebiet der heutigen Region Brüssel wie folgt:

  • 1846: 68% Niederländisch- und 32% Französischsprachigen
  • 1910: 49% Niederländisch- und 51% Französischsprachigen
  • 1930: 35% Niederländisch- und 65% Französischsprachigen
  • 1947: 26% Niederländisch- und 74% Französischsprachigen

Weil die letzte Volkszahlung Folgen hätte für die Verwaltungssprache der Gemeinden und deshalb die Zahlungen in manchen Gemeinden verfälscht wurde, das Niederländische überdies als Verwaltungssprache Brüssels in dem Zweiten Weltkrieg einen schlechten Name bekommen hätte, bekämpften die Flamen die Ergebnisse als unzuverlässig und plädierten für die endgültige Festlegung der Sprachgrenzen. 1962 sind die Sprachgrenzen und somit auch die Grenzen der zweisprachigen Region (damals Arrondissement) Brüssel festgelegt. Gleichzeitig wurde beschlossen, bei der Volkszahlung nicht mehr nach Sprachzugehörigkeit zu fragen.

Obwohl es dadurch seit 1947 keine offizielle Daten über die Sprachverhältnisse mehr gibt, sind verschiedene Studien zu diesem Thema durchgeführt. Eine Studie der Freien Universität Brussel (VUB) zeigte 2001 folgende sprachliche Situation:

  • 50% einsprachig Französisch
  • 10% einsprachig Niederländisch
  • 10% zweisprachig Niederländisch - Französisch, vor allem Flämischer Herkunft
  • 10% zweisprachig mit Französisch und eine andere Sprache oder Niederländisch und eine andere Sprache
  • 20% anderssprachig mit weder Französisch noch Niederländisch als Muttersprache

Die heutige Bevölkerung der Region besteht also längst nicht mehr aus nur zwei Sprachgruppen, sondern aus Menschen sehr diverser Herkunft: einheimische dialektsprachige Brüsseler, einheimische französischsprachige Bourgeois, Wallonen, Flamen, Beamten und Mitarbeiter der Europäischen Institutionen, Immigranten aus der damaligen belgischen Kolonie Kongo, ehemaligen Gastarbeiter aus Marokko und der Türkei, Flüchtlinge, usw. Schätzungsweise ist schon eine Mehrheit der Einwohner ausländischer Herkunft.

Im politischen Bereich gibt es jedoch nur Französische und Flämische Parteien. Weil die übergroße Mehrheit der Ausländer und sogar viele Zweisprachigen für die Französische Parteien wählen, gewinnen diese immer die große Mehrheit der Stimmen (gut 85% um kaum 15% für die Flämische Parteien).

Sprachliche Gemeinschaften

Die Politikfelder Kultur, Sprache, Bildung und Teile des Sozialwesens fallen in Belgien nicht in die Zuständigkeit der Regionen, sondern in diejenige der Gemeinschaften.

Die französischsprachigen Einwohner der Hauptstadtregion Brüssel gehören zur Französischen Gemeinschaft Belgiens und werden vertreten durch die COCOF (Commission communautaire française; dt. Französische Gemeinschaftskommission), die niederländischsprachigen Einwohner zur Flämischen Gemeinschaft und werden vertreten durch die VGC (Vlaamse Gemeenschapscommissie; dt. Flämische Gemeinschaftskommission). Beide Kommissionen (COCOF und VGC) sind teil der GGC (Gemeenschappelijke Gemeenschapscommissie)/COCOM (Commission communautaire commune; dt. Gemeinsame Gemeinschaftskommission), der vereinigten Versammlung beider Gemeinschaftskommissionen. In Brüssel existieren deshalb viele Institutionen des Bildungswesens und des Kulturlebens doppelt, einmal französischsprachig und einmal niederländischsprachig, in der Zuständigkeit der jeweiligen Gemeinschaft.

Eine eigene regionale Brüsseler Identität, wie sie in den Regionen Flandern, und weniger stark in Wallonien, besteht, hat sich reaktiv und in Abgrenzung auch in Brüssel entwickelt.

Politik

Die Region Brüssel-Hauptstadt hat eine eigene Regierung und ein eigenes Regionalparlament.

Die Regierung besteht aus ein Ministerpräsident und vier Minister, zwei von jeder Sprachgemeinschaft. Das Brüsseler Regionalparlament zählt 89 Sitze, 72 für Französischsprachigen und 17 Sitze für Niederländischsprachigen. Für sprachliche und institutionelle Sachen haben beide Sprachgruppen Vetorecht, wie im Belgischen Parlament.

Gemeinden

(Einwohner am 1. Juli 2006)

Die Hauptstadtregion Brüssel ist in 19 selbständige Gemeinden gegliedert (französische/niederländische Bezeichnung):

  1. Anderlecht (97.153)
  2. Bruxelles/Brussel (145.717)
  3. Ixelles/Elsene (77.341)
  4. Etterbeek (42.033)
  5. Evere (33.848)
  6. Ganshoren (21.177)
  7. Jette (43.269)
  8. Koekelberg (18.287)
  9. Auderghem/Oudergem (29.495)
  10. Schaerbeek/Schaarbeek (112.995)
  11. Berchem-Sainte-Agathe/Sint-Agatha-Berchem (20.261)
  12. Saint-Gilles/Sint-Gillis (44.481)
  13. Molenbeek-Saint-Jean/Sint-Jans-Molenbeek (80.576)
  14. Saint-Josse-ten-Noode/Sint-Joost-ten-Node (23.779)
  15. Woluwe-Saint-Lambert/Sint-Lambrechts-Woluwe (48.061)
  16. Woluwe-Saint-Pierre/Sint-Pieters-Woluwe (38.304)
  17. Uccle/Ukkel (75.808)
  18. Forest/Vorst (47.832)
  19. Watermael-Boitsfort/Watermaal-Bosvoorde (24.075)

Wirtschaft

Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht die Hauptstadtregion einen Index von 237.6 (EU-25:100) (2003), den zweithöchsten Wert in der [EU].[1]

Weblinks

Literatur

Claus Hecking: Das politische System Belgiens. Leske und Budrich, Opladen 2003, ISBN 3-8100-3724-9.

Siehe auch

Quellen

  1. Eurostat News Release 63/2006: Regional GDP per inhabitant in the EU 25[1]
Wikipedia
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