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Hauptideal
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Das Hauptideal ist ein Begriff aus der Ringtheorie, einem Teilgebiet der Algebra. Es stellt eine Verallgemeinerung der aus der Schulmathematik bekannten Teilmengen der ganzen Zahlen dar, die Vielfache einer Zahl sind. Beispiele für solche Teilmengen sind die geraden Zahlen oder die Vielfachen der Zahl 3.
Inhaltsverzeichnis |
Definition
Ein Hauptideal ist ein Ideal eines Ringes R, das von einem einzigen Element a des Ringes erzeugt wird. Genauer unterscheidet man für ein Ringelement a
- das von a erzeugte Haupt-Linksideal
,
- das von a erzeugte Haupt-Rechtsideal
- sowie das von a erzeugte beidseitige Hauptideal
Ist der Ring R kommutativ, dann stimmen alle drei Begriffe überein, und man schreibt meist (a) (seltener auch
) für das von a erzeugte Hauptideal.
Alternative Definition von Hauptidealen
Definiert man das von einer Menge erzeugte Ideale über Schnitte, anstatt über das Komplexprodukt durch
,
dann ist sie nur dann gleich wie die oben angegebenen, wenn R ein Ring mit 1 ist. Ansonsten ist
.
Beweis: Sei K die oben angegeben Menge. Dann ist
, da a = 1a + 0a + a0 + 0a0 ist, und K ist Ideal, da für
und
, so dass b = ma + ra + as + r1as1 + ... + rnasn und c = m'a + r'a + as' + r'1as'1 + ... + r'n'as'n' sind. Daraus ergibt sich
und
. Analog für tb. Also ist K ein Ideal von R, das a enthält, also gilt
.
Umgekehrt sei J ein Ideal von R, das a enthält. Dann ist
da J ein Ideal ist, und da (J,+) eine Gruppe ist und bzgl. + abgeschlossen ist folgt, dass
ist. Also
also insgesamt
.
Für Ringe mit 1 ist RaR klarerweise in (a) enthalten, und umgekehrt gilt für
, dass
Eigenschaften
Nicht alle Ideale sind Hauptideale.
Beispiel
Als Beispiel betrachten wir den kommutativen Ring
aller Polynome in zwei Unbestimmten mit komplexen Koeffizienten. Das von den beiden Polynomen X und Y erzeugte Ideal (X,Y) besteht aus allen Polynomen aus
, deren Absolutglied gleich 0 ist. Dieses Ideal ist kein Hauptideal, denn wäre ein Polynom p ein Erzeuger von (X,Y), dann müssten X und Y Vielfache von p sein, also wäre p konstant. Das einzige konstante Polynom in (X,Y) ist aber das Nullpolynom, und dieses erzeugt lediglich das einelementige Nullideal (0).
Hauptidealring
Ein Integritätsring, in dem jedes Ideal ein Hauptideal ist, heißt Hauptidealring (engl. principal ideal domain, PID).
Jeder Hauptidealring ist ein faktorieller Ring; der von den ganzen Zahlen bekannte Beweis der Primfaktorzerlegung (der Fundamentalsatz der Arithmetik) funktioniert in jedem Hauptidealring.
Alternative Definition
Man könnte abweichend von oben den Hauptidealring auch ohne die Forderung der Nullteilerfreiheit des Ringes definieren. Dann wäre jeder nullteilerfreie Hauptidealring ein faktorieller Ring. Ein Beispiel für einen nicht-nullteilerfreien Hauptidealring wäre dann der
.
Eigenschaften
Jeder euklidische Ring ist ein Hauptidealring; der euklidische Algorithmus zur Bestimmung des größten gemeinsamen Teilers (ggT) liefert den Erzeuger eines vorgegebenen Ideals.
Allgemeiner haben je zwei Hauptideale in einem beliebigen kommutativen Ring einen größten gemeinsamen Teiler im Sinne der Idealmultiplikation. In Hauptidealringen erlaubt dies die Bestimmung des ggT zweier Ringelemente, eindeutig bis auf Multiplikation mit Einheiten. Wir können also den ggT von a und b definieren als einen Erzeuger des Ideals (a, b).
Ein Hauptidealring R besitzt folgende Eigenschaften:
- Es ist d genau dann ein ggT von
, wenn das Ideal
gleich dem von d erzeugten Ideal (d) ist.
- Lemma von Bézout: Zu
existiert stets ein ggT
, und dieser lässt sich mit Hilfe von Elementen
darstellen in der Form
.
- Die Elemente
sind genau dann teilerfremd, wenn es
in R gibt mit
.
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