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München Hauptbahnhof
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Der Münchener Hauptbahnhof ist nach dem Hauptbahnhof in Hamburg mit ca. 350.000 Fahrgästen täglich der zweitgrößte Personenbahnhof Deutschlands. Diesen Platz teilt er sich mit dem Hauptbahnhof in Frankfurt am Main, hat aber mit 32 oberirdischen Gleisen und zwei unterirdischen Gleisen die meisten Hauptgleise aller Bahnhöfe in Deutschland. Er ist neben den Bahnhöfen München-Pasing und München Ost der mit Abstand bedeutendste der drei Fernverkehrsbahnhöfe Münchens. Seine Gesamtfläche beträgt circa 76.000 m². Der Bahnhof gehört zu den 21 Bahnhöfen der höchsten Bahnhofskategorie der DB Station&Service.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Am 1. September 1839 wurde ein provisorischer Bahnhof auf der Strecke München nach Lochhausen errichtet. Diese Strecke wurde am 4. Oktober 1840 bis nach Augsburg verlängert. Bei einem Großfeuer brannte am 4. April 1847 das Bahnhofsgebäude nieder.
Der Centralbahnhof wurde von 1847 bis zum 22. September 1849 nach den Plänen von Friedrich Bürklein erbaut. 1858 folgte die Eröffnung der Strecke nach Landshut, 1859 die Strecke nach Nürnberg. Die Bahnstrecke nach Rosenheim ging am 15. Oktober 1871 in Betrieb.
Zwischen 1876 und Mai 1884 wurde der Bahnhof erneut komplett umgebaut. 1893 eröffnete die Bahn den Starnberger Flügelbahnhof und verlegte bis 1896 den Rangierbahnhof nach Laim. Am 1. Mai 1904 erhielt der Bahnhof den Namen München Hauptbahnhof. 1915 wurde der Holzkirchener Flügelbahnhof eröffnet. Im Zweiten Weltkrieg 1945 erlitt der Bahnhof schwere Beschädigungen durch die britisch-amerikanische Bombardierung. Die Bahnsteighalle wurde im August 1949 abgerissen.
Den Neuanfang nach dem Krieg markierte 1951 die Eröffnung eines Hotels im Südteil des Bahnhofes. Vom 8. März 1958 bis 1960 antstand der Neubau des Bahnhofs, dabei wurden noch existierende Teile des Alten Bahnhofes integriert. Der Bau der S-Bahnstammstrecke zog sich von 1967 bis zum 28. April 1972. Der Tiefbahnhof nahm seinen Betrieb rechtzeitig vor den olympischen Sommerspielen auf. Die ersten U-Bahnen der Linien U8/U1 (Heute U2/U1) rollen am 18. Oktober 1980 unter dem Münchner Hauptbahnhof. Das neue Zentralstellwerk ging 1983 in Betrieb. Der zweite U-Bahnsteig der Linien U4/U5 wurde am 10. März 1984 eröffnet.
Aktuell
In Planung ist der Bau eines zweiten S-Bahn-Tunnels (Zweite Stammstrecke) mit neuem S-Bahnhof unter der Bahnhofshalle. Die Bauarbeiten sollen von 2007 bis 2011 andauern. Bis 2011 soll die Transrapid-Strecke zum Flughafen fertiggestellt sein. Darüber hinaus ist vorgesehen, die Frontpartie des Bahnhofes abzureißen und durch einen Neubau der Schalterhalle nach den Plänen der Architekten Auer und Weber zu ersetzen. Bedingt durch den Bau der Zweiten Stammstrecke und des Transrapid sollen auch die unterirdischen Anlagen neugestaltet werden.
Aufbau
Der Münchener Hauptbahnhof ist neben dem Hauptbahnhof von Lindau der einzige größere Kopfbahnhof in Bayern. Er besteht aus 32 Gleisen und setzte sich ursprünglich aus drei Bahnhöfen zusammen:
- Holzkirchner Bahnhof im Süden (heute München Hbf Gleis 5–10)
Derzeit fahren hier hauptsächlich die Regionalzüge Richtung Mühldorf und Salzburg ab. - Hauptbahnhof (München Hbf, Haupthalle)
In der Haupthalle fahren alle Fernverkehrszüge und viele Nahverkehrszüge (meist in Richtung Augsburg, Ingolstadt und Landshut) ab.
Die Stahlkonstruktion der Haupthalle wurde 1960 von der Friedrich Krupp AG gefertigt.
In der Haupthalle bestehen zwei Wartesäle. Neben einen eher spartanischen, für alle offenen, auch eine DB Lounge für Fahrgäste der 1. Klasse und bahn.comfort Kunden. - Starnberger Flügelbahnhof im Norden (heute München Hbf Gleis 27–36)
Von hier fahren die Nahverkehrszüge Richtung Lindau, Kochel am See und Garmisch-Partenkirchen, sowie die Bayerische Oberlandbahn (BOB) und der Allgäu-Express (ALEX) ab. Auch verkehrt ab hier die S-Bahn-Linie S27 Richtung Deisenhofen und im Störungsfall auf der S-Bahn-Stammstrecke auch die anderen S-Bahnen Richtung Westen.
Im Untergeschoss besteht außerdem ein betrieblich eigenständiger S-Bahnhof:
- Der S-Bahnhof ist wie der Bahnhof Karlsplatz (Stachus) und Marienplatz in spanischer Lösung ausgeführt, was bedeutet, dass rechts ausgestiegen und links eingestiegen wird, um den Fahrgastfluss zu beschleunigen. Der Tunnel der S-Bahn überquert die U-Bahnröhren der U1 und U2 am Münchner Hauptbahnhof und liegt im zweiten Untergeschoss. Um von der S-Bahn zur U4 oder U5 umzusteigen muss jedoch die Haupthalle durchquert werden, weshalb sich es empfiehlt am Karlsplatz umzusteigen.
Bedingt durch die räumliche Ausdehnung des Bahnhofes muss eine gewisse Zeit für den Fußweg zwischen den einzelnen Bahnhofsteilen von den Fahrgästen eingegeplant werden. Als minimal notwendige Umsteigezeiten gibt die DB AG zwischen den Flügelbahnhöfen und der Haupthalle 10 Min., zwischen den beiden Flügelbahnhöfen 15 Min., zwischen der S-Bahnstation und dem Starnberger Bahnhof bzw. der Haupthalle 10 Min. und zwischen der S-Bahnstation und dem Holzkirchner Bahnhof 15 Min. an. Ohne größere Gepäckstücke können diese Strecken von Ortskundigen aber in etwa 5 Minuten zurückgelegt werden.
Das Ende der Bahnsteige in den Flügelbahnhöfen liegt vor dem der Hauptgleise, daher muss immer an Gleis 11 bzw. 26 entlanggelaufen werden, um die Flügelbahnhöfe zu erreichen. Einen öffentlichen Fußgängertunnel zum schnelleren Umsteigen wie in anderen Kopfbahnhöfen gibt es nicht.
Der oberirdische Teil des Hauptbahnhofes ist, bis auf eine kurze Nachtruhe von 1:38 bis 3:00, ständig in Betrieb. Unterirdisch und auf den Trambahngleisen läuft der Betrieb nahezu rund um die Uhr.
Der Aufbau des Hauptbahnhofes in der Stationendatenbank der BEG
Fernverkehr
Am Münchener Hauptbahnhof haben diese Fernbahnlinien ihren Ausgangspunkt:
- Kursbuchstrecke 900 und Kursbuchstrecke 990 (in Richtung Ingolstadt–Nürnberg/Treuchtlingen–Würzburg) mit Direktverbindungen u. a. nach Hannover, Hamburg, Leipzig und Berlin
- Bahnstrecke München-Landshut (in Richtung Landshut–Regensburg/Passau)
- Bahnstrecke München–Mühldorf (in Richtung Mühldorf)
- Bahnstrecke München–Kufstein (in Richtung Rosenheim–Kufstein/Salzburg) mit Direktverbindungen u. a. nach Wien
- Mittenwaldbahn (in Richtung Weilheim–Mittenwald)
- Allgäubahn (in Richtung Kempten–Lindau)
- Bahnstrecke Ulm–München (über Augsburg) mit Direktverbindungen u. a. nach Stuttgart, Mannheim, Frankfurt am Main, Köln, Straßburg und Paris
- Schnellfahrstrecke Augsburg–München Fertigstellung: 2010
Bedeutende Ausbaumaßnahmen, die den Bahnhof betreffen, sind der Ausbau der Strecke Bahnstrecke Ulm–München auf 4 Gleise (6 im Bereich der S-Bahn bis Maisach, 5 bis Mammendorf).
Viele Nachtreisezug-Linien haben im Hauptbahnhof ihren Start- oder Endpunkt. Ebenso hält hier ein Teil der Autoreisezug-Linien, die am Ostbahnhof beladen wurden.
Eine Zwischenrolle zwischen Fern- und Nahverkehr nimmt der Allgäu-Express von München nach Oberstdorf ein, da er zwar tariflich dem Nahverkehr zugeordnet ist, jedoch als InterRegio-Ersatzverkehr eigentlich dem Fernverkehr zugeordnet werden müsste. Eine Verlängerung dieser Linie nach Regensburg–Hof/Furth i. W. wurde im vergangenen Jahr ausgeschrieben und ab dem Fahrplanjahr 2008 an die Regentalbahn vergeben. Diese wird aktuell von den jeweils in zwei Zugpaaren bedienten RegionalExpressen Vier-Länderexpress (München–Hof–Leipzig) und Bayern-Böhmen-Express (München–Furth i. W.–Prag) von der DB gefahren.
Nahverkehr
Stadtverkehr
Die S-Bahn München betreibt am Hauptbahnhof als weiteren Bahnhofsteil eine S-Bahn-Station (7 S-Bahn Linien (S 1, S 2, S 4 bis S 8)) mit 2 Gleisen und 3 Bahnsteigen in spanischer Lösung im nördlichen Untergeschoss in Tiefenlage −2. Zwei weitere S-Bahn-Linien (S 27 und Linie A) fahren von den oberirdischen Gleisen ab. Eine weitere S-Bahn-Station sollte im Rahmen des Neubaus der Zweiten Stammstrecke ab 2006 in Tiefenlage −5 gebaut werden. Dieses Projekt wurde jedoch aus Kostengründen auf unbestimmte Zeit verschoben. Stattdessen arbeitet man an Plänen für den Transrapid, der in unabsehbarer Zeit den Münchener Hauptbahnhof mit dem Flughafen München verbinden soll.
Die von der Münchner Verkehrsgesellschaft betriebene U-Bahn München unterhält zwei Tunnelstationen unmittelbar am Hauptbahnhof. Die 4 Gleise der in Nord/Süd-Richtung verkehrenden Linien U1 und U2 befinden sich in Tiefenlage −4 unterhalb des Bahnhofsvorplatzes, die 2 Gleise der in Ost/West-Richtung verkehrenden Linien U4 und U5 in Tiefenlage −2 südlich des Empfangsgebäudes. Sind aber südöstlich miteinander verbunden.
| Vorherige Station | U-Bahn München | Nächste Station | ||
|---|---|---|---|---|
| Stiglmaierplatz | U1 | Sendlinger Tor | ||
| U2 | ||||
| Theresienwiese | U4, U5 | Karlsplatz (Stachus) | ||
Vier Trambahnhaltestellen (Hauptbahnhof, Hbf Nord, Hbf Süd, Holzkirchner Bahnhof) befinden sich außerdem rings um den Münchener Hauptbahnhof, an denen 6 der insgesamt 8 Straßenbahnlinien verkehren.
Außerdem verkehrt dort eine Metro-Bus-Linie.
Regionalverkehr
Neben den oben erwähnten Fernverkehrsverbindungen, gibt es noch Regionalverbindungen Richtung Landshut–Regensburg/Plattling–Passau, Kempten im Allgäu/Lindau, Mühldorf am Inn, Garmisch-Partenkirchen sowie Bayrischzell, Lenggries und Tegernsee (Bayerische Oberlandbahn).
Bis auf die Strecken nach Mühldorf (ab Markt Schwaben) und Kempten/Lindau (ab Geltendorf) sowie die Strecken der Bayerischen Oberlandbahn (ab Holzkirchen) sind alle Strecken des Regionalverkehrs elektrifiziert.
Betriebliche Situation
Durch die Anlage als Kopfbahnhof verkehren wegen der kürzeren Standzeiten vorwiegend Züge als Wendezüge.
Dieselfahrzeuge verkehren in der Regel über die nicht überdachten Flügel-Bahnhöfe, um die Luftverunreinigung in der Haupthalle zu minimieren.
Lage
Der Münchner Hauptbahnhof liegt in der Innenstadt Münchens, westlich des Stachus (Karlsplatz) im Norden des Stadtbezirks Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt. Die Fußgängerzone beginnt hier und nimmt ihren Verlauf in östliche Richtung bis zum Marienplatz/Odeonsplatz.
Er wird umrahmt von den Straßen (von Nord nach Süd): Arnulfstraße, Luisenstraße/Bahnhofsplatz, Bayerstraße. Das Gleisbett erstreckt sich im Westen des Bahnhofes.
Eigentümer des Bahnhofes ist die DB Station&Service AG.
Sonstige Einrichtungen
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Im Osten der Haupthalle befinden sich mehrere Gastronomie-Betriebe, Zeitungshändler, Blumen- und Geschenkeladen, mitunter auch ein Starbucks Coffee Shop. Ebenso gibt es eine ausgedehnte Ladenpassage im Untergeschoss des Hauptbahnhofes sowie direkten Zugang in angrenzende Kaufhäuser der Innenstadt durch die Ladenpassage.
Im Starnberger Flügelbahnhof ist seit 1995 das Kinder- und Jugend-Museum der Stadt München untergebracht. Damit ist der Münchner Hbf Deutschlands einziger Bahnhof mit Kindermuseum.
Im Südlichen Gebäudeteil existiert ein Intercity-Hotel. Wie bei allen Bahnhöfen der Welt sind einige Dutzend Hotels rund um den Bahnhof angesiedelt, u. a. die Luxus-Hotels Dorint Sofitel und Le Méridien.
Am südlichsten Gleis in der Bahnhofshalle, Gleis 11, findet auch die Bahnhofsmission Ihren Sitz. Hier erfahren Reisende Hilfe in Notlagen.
Im Nordteil ist eine Polizeiinspektion (PI 41) sowie eine Bundespolizeiinspektion untergebracht. Hier befindet sich im 1. OG auch eine Kantine („Casino“) für Bedienstete der DB.
Des Weiteren befinden sich im Hauptgebäude im 4. und 5. Stock zwei Parkdecks (Einfahrt von Bayerstraße und Arnulfstraße).
Weblinks
| <imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden | Commons: München Hbf – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
- Hauptbahnhof München – Interaktives 360° Panorama
- Geschichte des Bahnhofs – Umfassende Seite mit 3D-Rekonstruktion und zahlreichen Fotos
- Lageplan München Hbf
- Bahnhofsmission München Hbf
- Pressemeldung – MdB Dr. Peter Gauweiler fordert Rekonstruktion der Bürkleinfassade
S-Bahn-Stammstrecke: München-Pasing | Laim | Donnersbergerbrücke | Hackerbrücke | Hauptbahnhof | Karlsplatz | Marienplatz | Isartor | Rosenheimer Platz | München-Ost
Ehemalige Personenbahnhöfe: Olympiastadion | München-Süd
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Koordinaten: 48° 8′ 27″ N, 11° 33′ 18″ O
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