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Harar

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Harar mit Stadtmauer

Harar (auch Harrar oder Harer) ist eine Stadt in Äthiopien. Sie zählt etwa 135.000 überwiegend muslimische Einwohner. In der Stadt befinden sich 99 Moscheen entsprechend der Anzahl von Namen (Attribute) für Allah. Damit ist Harar zumindest für die äthiopischen Muslime, die fast ausschließlich Sunniten sind, eine heilige Stadt. Sie wird dort als die viertwichtigste Stadt nach Mekka, Medina und Jerusalem angesehen. Lange Zeit war nichtmuslimischen Europäern der Zutritt zum Timbuktu des Ostens verwehrt. Noch 1886 wurde eine italienische Mission zerstört.

Einer der bekanntesten aus Harar ist der Gelehrte Abdullah Al-Harari

Harar war faktisch seit seiner Gründung im 7. Jahrhundert islamisch, schon im Jahre 615 waren Anhänger Mohammeds in einer ersten Hidschra aus Mekka nach Äthiopien gereist. (Mohammeds Reise nach Medina 622 - die eigentliche Hidschra - war somit genaugenommen der zweite derartige Auszug.)

Spätestens seit dem 16. Jahrhundert wurde Harar Hauptstadt der Sultanate Adal bzw. Harar. 1875 wurde Harar von Ägypten erobert, 1887 schließlich äthiopisch. Noch 1917 regierte Äthiopiens vermeintlich muslimischer Kaiser Jesus V. von dort. Heute ist Harar das Zentrum des Islam in Äthiopien, dem inzwischen mehr als 40 % der Gesamtbevölkerung des Staates folgen.

Der französische Dichter Arthur Rimbaud lebte vor seinem Tod für ein paar Jahre in der Stadt und war als Händler tätig.

Etwa 20 km süd-östlich der Stadt befindet sich das Dorf Bisidimo, ein Entwicklungshilfeprojekt (Lepra-Behandlungszentrum), das aus dem Krankenhaus mit Zusatzgebäuden und Wohnungen für die Angestellten besteht.

Im Hinterland erstreckt sich Harerge bzw. Äthiopiens Somali-Region Ogaden, dessen Hauptort Harar bis 1991 war. Viele Bewohner der Gegend in und um Harar sprechen neben Amharisch auch Harari.

Weltkulturerbe

Am 12. Juli 2006 nahm die United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO) die Stadt als Weltkulturerbe auf.

Literatur

  • Garad, Abdurahman, "Harar. Wirtschaftsgeschichte eines Emirats im Horn von Afrika (1825-75)", 1990, Frankfurt, Peter Lang Verlag, ISBN 978-3631424926.
  • Hecht, Elisabeth-Dorothea. "Die traditionellen Frauenvereine (Afoca) der Harari in Harar und in Addis Ababa, Äthiopien", 1993, Berlin, Reimer Verlag, ISBN 978-3496024996.
  • Stuber , Fritz. "Harar in Äthiopien - Hoffnungslosigkeit und Chancen der Stadterhaltung", in: Die alte Stadt. Vierteljahreszeitschrift für Stadtgeschichte, Stadtsoziologie, Denkmalpflege und Stadtentwicklung (W.Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln), Vol. 28, Nr. 4, 2001, ISSN 0170-9364, S. 324-343, 14 Abb.
  • Wagner, Ewald. "Harar. Annotierte Bibliographie zum Schrifttum über die Stadt und den Islam in Südostäthiopien", 2003, Wiesbaden, Harrassowitz Verlag, ISBN 978-3447047425.

Weblinks

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Koordinaten: 9° 18' n. Br., 42° 08' ö. L.

Wikipedia
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