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Hansischer Goethe-Preis

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Der Hansische Goethe-Preis wird seit 1949 wird alle zwei Jahre an Persönlichkeiten aus europäischen Ländern verliehen, "die sich durch überragende völkerverbindende humanitäre Leistungen im Geiste Johann Wolfgang von Goethes ausgezeichnet haben." Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird von der Stiftung des Hamburger Kaufmanns Alfred Toepfer (1894-1993) ausgelobt. Die schon 1931 gegründete Alfred-Toepfer-Stiftung FVS gilt als Deutschlands größte private Stiftung. Derzeitige Vorsitzende des Stiftungsvorstands ist Birte Toepfer, die Gattin von Heinrich Toepfer, dem jüngsten Sohn des Stifters.

Dem Kuratorium für den Hansischen Goethe-Preis gehören derzeit an: Prof. Dr. Nikolaus Lobkowicz, Eichstätt (Vorsitzender), Prof. Dr. Bernard Böschenstein, Genf (Stellvertr. Vorsitzender); Prof. Dr. Klaus Bohnen, Aalborg/Dänemark; Staatsrat Prof. Dr. Dr. h.c. Luigi V. Ferraris, Rom /Italien; Prof. Dr. Ortrud Gutjahr, Hamburg; Prof. Dr. Jerzy Holzer, Warschau /Polen, Prof. Dr. Ludo Simons, Antwerpen/Belgien.

Daneben verleiht die Stiftung seit 1973 noch eine "Johann-Wolfgang-von-Goethe-Medaille in Gold" für dieselben Leistungen oder für "Verdienste um die Erhaltung des europäischen Kulturerbes". Bisherige Empfänger dieser Auszeichnung waren u.a. Siegfried Lenz, die Fondazione Giorgio Cini, Venedig; Rolf Liebermann, Hamburg; Max Wehrli, Zürich; Hans Heinrich von Thyssen-Bornemisza, Lugano/Madrid; Viktor Frankl, Wien, und Pietro Citati, Rom.


Inhaltsverzeichnis

Diskussion um Toepfer im "III. Reich"

Wegen Alfred Toepfers Aktivitäten im und für das "Dritte Reich" wurde der Hansische Goethe-Preis 2005 von der Theaterleiterin Mnouchkine abgelehnt, während sich 1996 die Stadt Straßburg von einem anderen Stiftungspreis ("Prix Strasbourg") distanzierte. Insbesondere kritisierte der Basler Wissenschaftshistoriker Michael Fahlbusch Toepfers Finanzierung der NS-Kultur- und Grenzlandpolitik als "kulturelle fünfte Kolonnen".

Die Stiftung bedauerte Mnouchkines Ablehnung und verwies zugleich auf den Bericht einer "Unabhängigen Wissenschaftlichen Kommission" unter Vorsitz des Historikers Hans Mommsen, die Toepfers Tätigkeiten im "III. Reich" untersuchte. Darin kam man nach dreijähiger Forschung im Dezember 2000 zum Schluss: Toepfer "teilte nie die zentralen Ziele und Motive der führenden Nationalsozialisten. Rassismus und Antisemitismus lagen ihm fern. ... Aber Alfred Toepfer hat die nationalsozialistische Diktatur nie bekämpft. Solidarität mit den von ihr Ausgegrenzten und Verfolgten hat er ebenso wenig bekundet wie Sympathien mit Kreisen des Widerstandes gegen Hitler". Es sei aber "in jedem Fall verfehlt, Toepfer mit dem verbrecherischen Tun des NS-Regimes in direkte oder auch indirekte Verbindung zu bringen". [1]

Mommsen griff damit Fahlbuschs Thesen an, doch bleibt die Legitimation umstritten, immer noch Kulturpreise für "überragende völkerverbindende humanitäre Leistungen" in seinem Namen zu vergeben. Diesem Anspruch wurde der Stifter selbst nicht gerecht, da er im "III. Reich" auch Nazis auszeichnete [2] und er sich mit den Nazis geschäftlich und politisch arrangierte.

Preisträger

Literatur

  • Hornfeck, Susanne (Bearb.): Der Hansische Goethe-Preis. 1949 - 1999. Hamburg: Alfred-Toepfer-Stiftung FVS [FVS = Freiherr vom Stein] 184 S., 1999
  • Kreis, Georg (Hrsg.): Alfred Toepfer - Stifter und Kaufmann. Bausteine einer Biographie; kritische Bestandsaufnahme. Hamburg: Christians, 488 S., 2000 [Bericht der "Unabhängigen Wissenschaftlichen Kommission"]
  • Zimmermann, Jan: Die Kulturpreise der Stiftung F.V.S. 1935 - 1945. Darstellung und Dokumentation. Hrsg. von der Alfred-Toepfer-Stiftung F.V.S. Hamburg: Christians, 951 S., Ill., 2000
    - Rezension

Weblinks

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