Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Hanky Code

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Taschentuchcode oder Hanky Code (von engl. hanky = Taschentuch) bezeichnet man das nicht kodifizierte Kenntlichmachen der persönlichen sexuellen Neigung durch das Tragen von Taschentüchern unterschiedlicher Farbe. Der Hanky Code findet heute sowohl in einigen großstädtischen Schwulenszenen Verwendung als auch auf einschlägigen Internetportalen.

Grundsätzlich wird meist ein in der linken Gesäßtasche getragenes Taschentuch als Signal dafür gesehen, dass der Träger aktiv sein möchte (bzw. bei Männern, „der zu sein, der penetriert”). Umgekehrt signalisiert das rechts getragene Taschentuch den Wunsch, passiv zu sein (bzw. „der Penetrierte” zu sein). Um den Hals getragen kennzeichnet das Tuch den Träger als „nicht festgelegt”; sowohl aktive als auch passive sexuelle Kontakte im obigen Sinne scheinen möglich und erwünscht. Bei Lesben gilt der Signalcode gleichwertig für andere Orte des Tragens - wie z.B. Handtaschen, Brusttäschchen etc.

Der Hanky Code wird überwiegend in einschlägigen Läden der Schwulenszene verwendet, die sadomasochistische Bewegung nutzt diesen Code jedoch auch (z.B. auf SM-Partys).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ursprünglich nur in der schwulen Leder- (BDSM-) Szene üblich, findet der Hanky Code auch auf schwulen Internetportalen Verwendung, um persönliche Vorlieben zu signalisieren. Es gibt eine Auswahl an verschiedenen Farben, die auf Sexualpraktiken hinweisen, die auf manchen Internetseiten in Tabellen definiert werden.

Vorteil

Für den auf Sex bezogenen Kontakt ist der Hanky Code praktisch, besonders wenn man spezielle Vorlieben hat, oder gerade für den Moment eine bestimmte Vorliebe wünscht. So kann die Partnerwahl nur aufgrund dieser Vorliebe erfolgen und andere Attribute werden in den Hintergrund gestellt.

Nachteil

In einer dunklen Bar, Disko oder Kneipe sind die Farben bzw. Farbunterschiede teilweise nicht gut zu erkennen. Es gibt verschiedene Farbtöne, die ganz unterschiedliche Praktiken bedeuten. Die mittlerweile so differenzierten Farbunterschiede führen teilweise zu Verwirrung, denn für einige Vorlieben ist nicht nur die Farbe entscheidend, sondern auch die Art des Stoffes (z.B. Satin) oder das Muster (z.B. gepunktet, gestreift). Dadurch wird der gesamte Hanky Code kompliziert.

Die Spannung und Neugierde werden gemindert, da man über den Hanky-Code fast alles, was sich sexuell abspielen wird, schon vorher wie auf einer Menükarte lesen kann.

Problem

Die Einteilung in den gewünschten „aktiven” oder „passiven” Verkehr ist in einem Falle sehr trügerisch: Beim Oralverkehr wird dieses häufig falsch verstanden. Eine treffendere Erklärung ist „der Passive” = derjenige der „etwas” eingeführt bekommt. Diese ursprünglich aus den USA kommende Definition ist nicht allen Menschen bekannt und kann dementsprechend für Verwirrung sorgen.

Heutige Bedeutung

Hankycodes verlieren mehr und mehr an Bedeutung und Verbreitung. Ein Grund hierfür ist, dass die zum Teil sehr eng beieinander liegenden Farbtöne zu oft für Verwirrung sorgten und wohl niemand so wirklich in der Lage ist, 3 Minimalabstufungen von rot, grün oder einer anderen Farbe zu unterscheiden. Mitunter reichte schon ein ausgebleichtes Taschentuch, um einen „harmlosen” Farbcode in einen „S/M”-Code umzuwandeln.

Weiterhin kann man die schwindende Bedeutung der Farbcodes mit einem Wandel in der homosexuellen Kultur begründen. Mit wachsendem Selbstvertrauen der Homosexuellen im allgemeinen wächst auch die Risikobereitschaft des einzelnen und so kommt es heute häufiger vor, dass man diverse Vorlieben direkt im Gespräch klärt.

Ein weiterer Einfluss ist auch das Internet. War man noch bis vor ca. 5-10 Jahren darauf angewiesen ,für eine bestimmte Art des Sex' eine bestimmte Bar aufzusuchen, um entsprechende Kontakte zu knüpfen, kann man sich heute einfach bei einschlägigen Portalen (wie z.B. Gayromeo) anmelden und gezielt Partner nach Aussehen, Alter, Vorlieben etc. kennenlernen

Die meisten jüngeren Homosexuellen kennen aus diesen Gründen meistens die Farbcodes nicht mehr oder interpretieren diese falsch, da bei einigen Internetportalen schlicht falsche oder eigene Codes entworfen und online gestellt wurden.

Zukunft

In Zukunft muss man damit rechnen, dass die Hanky-Codes wohl in Vergessenheit geraten oder nur noch als nettes „Nebenbei” getragen, aber nicht mehr verstanden werden. Weiterhin könnten sie auf privaten Sexpartys, welche in den letzten Jahren sehr zugenommen haben, immer noch in der ein oder anderen Form weiterexistieren.

Eine Vereinfachung oder Neuordnung der Codes wäre eine Möglichkeit, diese zu erhalten. Aufgrund der sehr verstreuten Ansichten über die Codes und eines wohl unlösbaren Kommunikationsproblems ist diese Idee allerdings zum Scheitern verurteilt.

Alternativen

Vor allem viele der promiskuitiven schwulen Männer empfinden es dennoch als praktisch, auf den ersten Blick erkennen zu können, welche 'Rolle' ein potentieller Sexualpartner in puncto Penetration ausübt. Daher kommt es immer häufiger vor, dass, anstelle von Taschentüchern in den Gesäßtaschen, einfach schwarze Lederarmbänder am entsprechenden Handgelenk getragen werden. Auch hier bedeutet Links insertiv, bzw. aktiv und Rechts rezeptiv, bzw. passiv. Derartige Assessoirs sind weniger missverständlich, mitunter modischer und auffälligerund haben den Vorteil nicht aus der Gesäßtasche zu rutschen. Diese Mode kommt in weiten Teilen der schwulen Szene vor und kann zu Verwechslungen führen wenn unwissentlich ein schwarzes Lederarmband aus rein modischen Gründen getragen wird. Dies kommt jedoch in einschlägigen Treffpunkten, die schwerpunktmäßig zur Partnersuche besucht werden selten vor, da die dortigen Besucher die Konventionen in der Regel sehr gut kennen. Es existieren auch Armbänder die in der Mitte farblich codierte Einlagen aufweisen, hier ist die Farbauswahl derzeit auf Weiß, Gelb und Rot beschränkt.

Tabellenauszug (Farbbeispiele)

Farbe Bedeutung
Rose= Spanking
Weiß = BDSM-Anfänger
Pink = Sexspielzeug
Senfgelb = Fußfetisch
Himmelblau = Oralverkehr
Marineblau = Analverkehr
Grau = Fesselspiele
Schwarz = Sadomasochismus, links getragen bedeutet es Herr, rechts Sklave.
Rot = Faustverkehr
Gelb = Urophilie
Braun = Koprophilie/ Exkrementophilie
Olivgrün = Rollenspiel (Militärspiele)
Waldgrün = Rollenspiel (Vater/Sohn) oder Suche (jünger/älter)

Weblinks

  • 1 Hanky-Code in Deutsch
  • 2 Geschichte des Hanky-Codes auf Englisch
  • 3 Liste von Codes
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Hanky_Code, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge
Andere Sprachen