Hamburg-Klasse
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| Hamburg-Klasse | |
|---|---|
| Bild:Schleswig-Holstein (D-182).jpg | |
| Übersicht | |
| Typ: | Zerstörer |
| Name: | Bundesland Hamburg |
| Einheiten: | 4 gebaut, 0 in Dienst |
| Technische Daten | |
| Verdrängung: | 4.050 Tonnen |
| Länge: | 133,70 Meter |
| Breite: | 13,40 Meter |
| Tiefgang: | 4,80 Meter |
| Geschwindigkeit: | 35 Knoten
( D182: 37 Knoten ) |
| Besatzung: | 280 Mann (20 Offiziere) |
| Schwesterschiffe | |
| D182 | Schleswig-Holstein |
| D183 | Bayern |
| D184 | Hessen |
Die Hamburg-Klasse (auch Klasse 101, nach Umbau Klasse 101A) war eine Klasse von Zerstörern der Bundesmarine, die Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre gebaut wurde. Die vier Einheiten der Hamburg-Klasse taten bis Mitte der Neunziger Jahre Dienst und gehörten mit einer Verdrängung von 4.050 Tonnen zu den größten Schiffen der Bundesmarine.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Planung und Bau
Die ersten Zerstörer der deutschen Bundesmarine nach dem Zweiten Weltkrieg waren sechs alte US-amerikanische Zerstörer der Fletcher-Klasse, die als Zerstörer 1 bis Zerstörer 6 in Dienst gestellt worden waren.
Bereits 1955, zu Beginn der deutschen Wiederbewaffnung, wurden jedoch unter dem Namen „Zerstörer 55“ auch deutsche Neubauten ins Auge gefasst.[1] Ursprünglich waren zwölf Einheiten dieser Zerstörerklasse geplant, tatsächlich in Auftrag gegeben wurden jedoch vier.
Das erste Schiff davon, die Hamburg (D-181), wurde am 29. Januar 1959 auf der Hamburger Stülcken-Werft auf Kiel gelegt. Aufgrund einer Gasexplosion in der Bauwerft verzögerte sich die Indienststellung bis März 1964.[2] Der Hamburg folgten ihre Schwesterschiffe „Schleswig-Holstein“ (D-182, Indienststellung Oktober 1964), Bayern (D-183, Indienststellung Juli 1965) und Hessen (D-184, Indienststellung Oktober 1968). Die Klassenbezeichnung lautete nun Hamburg-Klasse bzw. Klasse 101.
Benannt wurden die Schiffe nach deutschen Bundesländern, wobei jeder Name bereits auch von früheren deutschen Kriegsschiffen getragen worden war: Hamburg war der Name einer Radkorvette während des Schleswig-Holsteinischen Krieges und eines Kleinen Kreuzers der kaiserlichen Marine gewesen (siehe SMS Hamburg); Hessen, Schleswig-Holstein und Bayern waren die Namen von Linienschiffen der kaiserlichen Marine.
Dienstzeit
Die vier Schiffe taten jeweils rund 30 Jahre Dienst, Mitte der 70er Jahre (also auch ungefähr zur Hälfte ihrer Dienstzeit) erfolgte ein Umbau zur Klasse 101A. Beginnend mit der „Hessen“ 1990 wurden die Zerstörer der „Hamburg“-Klasse dann bis 1994 alle außer Dienst gestellt und über die VEBEG verkauft und anschließend verschrottet.
Technik
Rumpf
Die Zerstörer der Hamburg-Klasse waren 133,70 Meter lang und 13,40 Meter breit. Ihr Tiefgang betrug 4,80 Meter, die Wasserverdrängung 4.050 Tonnen. Die Schiffe waren mit fünf Decks äußerst hoch und deswegen im Marinejargon auch als „Hochhäuser“ bekannt.[3] Zu Beginn hatten die Schiffe eine offene Brücke, die jedoch beim Umbau geschlossen wurde. Der freie Platz zwischen den Schornsteinen bezeichnete man manchmal auch als "Heizer-Wiese", weil sich die Heizer in ihrer Freiwache dort manchmal aufhielten.
Antrieb
Der Antrieb der Schiffe der „Hamburg“-Klasse bestand aus vier WAHODAG-Hochdruck-Heißdampfkesseln, die mit bis zu 4 Kesselbrennern pro Kessel befeuert waren und zwei Hochdruck-Turbinen. Sie erzeugten rund 68.000 PS und brachten das Schiff auf eine Höchstgeschwindigkeit von 35 Knoten. Ab Oktober 1990 Depotinstandsetzung im Marinearsenal Wilhelmshaven mit Stillegung von zwei der insgesamt vier Kessel.
Anfänglich hatten die Schiffe zwei dreiflügelige, später zwei fünfflügelige Propeller.[4]
Bewaffnung
Zu Beginn bestand die Bewaffnung der Zerstörer der Hamburg-Klasse vor allem aus Rohrwaffen: Die Schiffe verfügten über vier einzelne 100-mm-Geschütztürme und acht 40-mm-Zwillings-Flak. Ferner waren fünf 533-mm-Torpedorohre (drei im Bug, zwei im Heck) und zwei U-Jagd-Torpedorohre vorhanden. Die 3 vorderen Torpedorohre wurden später verschlossen und ersatzlos gestrichen. An U-Jagd-Mitteln gab es außerdem acht U-Jagd-Raketenwerfer in zwei Vierergruppen und zwei Ablaufbühnen für Wasserbomben.
Beim Umbau 1978 wurde einer der 100-mm-Türme (Turm Charlie) ausgebaut, ebenso die Torpedorohre. Stattdessen erhielten die Schiffe zwei Doppelstarter für Exocet-Flugkörper gegen Seeziele und zwei zusätzliche U-Jagd-Torpedorohre. Sowohl vor als auch nach dem Umbau war außerdem eine Minenzuladung möglich.
Einsatzprofil
Die Einsatzmöglichkeiten der Zerstörer der Hamburg-Klasse waren äußerst vielseitig. Neben der „klassischen“ Geleitsicherung und dem Bekämpfen von See- und Luftzielen waren die Zerstörer auch zum Kampf gegen U-Boote und zum Minenlegen geeignet.[5]
Unfälle
Bereits während des Baus der „Hamburg“ kam es zu einer Gasexplosion, die ihre Fertigstellung verzögerte. Eine weitere Explosion mit Brand ereignete sich 1971 im E-Werk der „Hessen“ und forderte zwei Todesopfer. 1980 kollidierte die „Bayern“ mit dem Versorgungsschiff „Spessart“ und trug schwere Schäden davon.
Quellen
- . Zerstörer 55
- . Koop/Breyer: „Die Schiffe, Fahrzeuge und Flugzeuge der deutschen Marine von 1956 bis heute“, S.48
- . Marine.de Zerstörer Hamburg
- . Koop/Breyer: „Die Schiffe, Fahrzeuge und Flugzeuge der deutschen Marine von 1956 bis heute“, S.50
- . Zerstoerer-Hamburg.de: Daten
Literatur
- Gerhard Koop/Siegfried Breyer: Die Schiffe, Fahrzeuge und Flugzeuge der deutschen Marine von 1956 bis heute., Bernard & Graefe Verlag, Bonn, 1996, ISBN 3-7637-5950-6
Weblinks
- Die Hamburg-Klasse auf der Seite der Bundesmarine
- Umfangreiche Seite über die Hamburg-Klasse
- Seite der Bordgemeinschaft Zerstörer Hamburg
- Seite der Bordgemeinschaft Zerstörer Schleswig-Holstein
- Seite der Bordgemeinschaft Zerstörer Bayern
- Seite der Bordgemeinschaft Zerstörer Hessen
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