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Halepaghen-Schule Buxtehude
Aus Kefk.
| Halepaghen-Schule | |
|---|---|
| Schultyp: | Gymnasium |
| Anschrift: | Buxtehude |
| Gründungsjahr: | 1390 |
| Schülerzahl: | knapp 1500 |
| Besondere Fächer: | konfessionsübergreifender Religionsunterricht Bilingualer Unterricht Spanisch Russisch China-, Italienisch- und Esperanto-AG Astronomie-AG Jugend forscht |
| Webadresse: | Homepage |
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Das Gymnasium Halepaghen-Schule (kurz HPS) ist ein Gymnasium in Buxtehude in Niedersachsen.
Die Schule wurde 1390 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und war damals noch eine bürgerliche Lateinschule. Sie ist nach Gerhard Halepaghe (* um 1430 in Buxtehude; † April 1484 in Buxtehude), einem bedeutenden Buxtehuder Magister, benannt.
Inhaltsverzeichnis |
Allgemein
Bevor die Oberschulen der Bundesrepublik Deutschland ihre Oberstufen vom Klassen-System (Obersekunda, Unterprima, Oberprima) auf Kurssysteme (wie 2006) umstellten, war die Halepaghen-Schule die erste, die dies praktisch erprobte. Das dabei entwickelte System einer möglichst großen Wahlfreiheit für die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe wurde bundesweit unter dem Namen "Buxtehuder Modell" bekannt. Zusätzlich zu diesen Reformen entwickelte man an der HPS ein Gremium, den sogenannten Gemeinsamen Ausschuss (kurz "GA"), der sich unter dem Schulleiter Uffrecht von einer zwanglosen Gesprächsrunde zu einem verbindlichen Gremium (Anerkennung als Schulversuch 1976) entwickelte, das seitdem als exemplarisch für das Ideal einer demokratischen Schule angesehen werden kann. Der GA setzt sich paritätisch aus gewählten Vertretern der Schülerschaft, der Eltern und des lehrenden Personals unter dem Vorsitz des Schulleiters zusammen, der jedoch statt Stimm- nur Vetorecht besitzt, falls Beschlüsse des GA aus rechtlichen Gründen keinen Bestand haben. Die Gesamtkonferenz hat alle Kompetenzen an den GA delegiert, die auf der Basis des niedersächsischen Schulgesetzes einem Ausschuss übertragen werden dürfen. Der GA übernimmt wichtige Entscheidungen, die den Schulalltag betreffen, diskutiert Probleme und erarbeitet im Idealfall Lösungen, denen alle drei Parteien zustimmen können. Für Eltern und Schüler ist dies eine außerordentliche und ungewöhnlich hohe Entscheidungsgewalt, die in normaler Schulform niemandem zugesprochen wird. Nachdem der niedersächsische Landtag das Gesetz zur "Eigenverantwortlichen Schule" beschlossen hat, ist die Zukunft des GA in Frage gestellt. Da die Gesamtkonferenz zahlreiche Kompetenzen an die Schulleitung abtreten muss und aus diesem Grund nicht mehr an den GA delegieren kann und das Gesetz zudem die Einrichtung eines sogenannten "Schulvorstandes" vorsieht, wird der GA in seiner jetzigen Besetzung und Form nicht bestehen bleiben können. In ein Gremium, das sowohl Schulvorstand als auch GA umfasst und dessen Modell derzeit an der Halepaghen-Schule diskutiert wird, würde die Lehrerschaft acht, die Schüler- und Elternschaft jeweils vier Vertreter entsenden. Die paritätische Besetzung des Schulgremiums würde also auf Grund des Gesetzes zur "Eigenverantwortlichen Schule" aufgehoben werden. An der HPS unterrichten 122 Lehrerinnen und Lehrer (Stand Juli 2006).
Qualitätsentwicklung
Von 2002 bis 2005 war die HPS Mitglied im Qualitätsnetzwerk Niedersachsen. Der "Schul-TÜV" im Namen des Kultusministerium Niedersachsen bestätigte der Schule "ein insgesamt beachtliches positives Qualitätsniveau" (siehe Weblink).
Schulpartnerschaften
Die Halepaghen-Schule steht aktiv in Partnerschaften mit Schulen in Litauen, Frankreich und den Vereinigten Staaten im Austausch. 2005 gab es zudem erstmals einen Austausch mit Schweden sowie der Türkei.
Nach dem zweiten Weltkrieg begann die Halepaghen-Schule, Verbindungen zu Schulen in England und Frankreich aufzunehmen und es folgte ein jahrelanger, regelmäßiger Austausch, der z.T. im Zusammenwirken mit dem Buxtehuder Turn- und Sportverein (BSV) realisiert wurde. Der erste internationale Austausch fand im April 1963 mit dem französischen Millau statt.
Ab Mitte der sechziger Jahre glaubte man jedoch, dass den Zielen der europäischen Einigung besser mit der Durchführung von Sprachkursen für ausländische Schüler dienen zu können, wo die Kontakte aber nicht von Dauer waren, da die Aufnahme eines Gastes selten zum Gegenbesuch im Ausland führte.
Mit Beginn der achtziger Jahre bemühten sich deshalb besonders die jüngeren LehrerInnen der Halepaghen-Schule erneut um Kontakte zu Schulen in Frankreich, den USA und England. Als wichtigster Austausch ist wohl der mit dem Collège Henri Guillaumet im südfranzösischen Blagnac (bei Toulouse) zu nennen, mit dem die ersten konkreten Absprachen 1984 getroffen wurden. Die französischen Austauschschüler haben in der Regel Deutsch als erste Fremdsprache und lernen es seit etwa drei Jahren, wenn es zum Austausch kommt. Normalerweise kommen die Franzosen zur Osterzeit nach Buxtehude, der Gegenbesuch der Deutschen folgt im Herbst.
Im Jahre 1989 wurde eine weitere Partnerschaft an der Halepaghen-Schule mit einer Schule in Schilute, Litauen, gegründet, die im darauf folgenden Frühjahr zum ersten Mal in Form eines Austausch genutzt wurde.
2005 gab es erstmals einen Austausch mit einer jüdischen Schule in Istanbul sowie mit dem schwedischen Örebro für die 8. Klassen im Rahmen des Comenius-Projekts, inzwischen wird eine regelmäßige Patnerschaft mit Örebro angestrebt.
Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage
Der Schülerrat der Halepaghen-Schule hat zahlreiche Veranstaltungen organisiert, um Rechtsextremismus, Antisemitismus und Diskriminierung jedweder Form an der Schule zu thematisieren. Ziel ist es, eine „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ zu werden. Das gleichnamige Projekt wird von dem Verein Aktion Courage getragen. In einer schulweiten Umfrage haben sich 89,83 Prozent aller Personen, die direkt am Schulleben beteiligt sind, für die Grundsätze des Projektes ausgesprochen. Pate der Halepaghen-Schule ist Wolf Rosenzweig. Am 18. Juli wurde der Halepaghen-Schule offiziell der Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" durch Marianne Winkler vom niedersächsischen Innenministerium im Rahmen eines Open-Air-Konzerts unter dem Motto „Rasseln gegen Rassismus“ verliehen. Vorausgegangen waren zahlreiche Veranstaltungen, um die Schülerschaft für das Projekt zu gewinnen und sie für Themen wie Rechtsextremismus und Rassismus zu sensibilisieren. Unter anderem hielt der niedersächsische Verfassungsschutz einen Vortrag in der HPS, Professor Fritz Kath vom Vorstand der jüdischen Gemeinde in Hamburg und dem Verein für christlich-jüdische Zusammenarbeit sprach über das Judentum und Antisemitismus, zwei Islamwissenschaftlerinnen vom Orient-Institut der Universität Hamburg redeten vor den Schülerinnen und Schülern der HPS und Rechtsrock-Experte Christian Dornbusch hielt einen Vortrag über Rechts-Rock. Zudem gastierte eine Wanderausstellung der Amadeu Antonio Stiftung zum Thema Antisemitismus in der HPS.
Am 10. Oktober 2006 kam der Generalsekretär des Zentralrates der Juden, Stephan Kramer, im Rahmen des Projektes "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" nach Buxtehude und hielt einen Vortrag zum Thema „Wir brauchen Patriotismus!“.
Schülerrat
Der Schülerrat der Halepaghen-Schule hat sich in den letzten Jahren aktiv in die Gestaltung der Bildungspolitik eingeschaltet. Zum Abschluss der Schulinspektion im Januar 2005, der der niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann beiwohnte, erstritt sich der Schülerrat 20 Minuten Diskussionszeit mit dem Kultusminister und überreichte ihm eine Protestnote, in der die Abschaffung der Lernmittelfreiheit, hohe Klassenfrequenzen, schlechte Lehrerversorgung, die inzwischen durchgesetzte Oberstufenreform und die Streichung der Gelder für Klassen- und Studienfahrten kritisiert wurden. Auch die Oberstufenverordnung und das Gesetz zur Einführung der Eigenverantwortlichen Schule in Niedersachsen begleitete der Schülerrat kritisch. Im Oktober 2006 beschloss der Schülerrat einen Protestbrief an den niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann. Dieser hatte die Stader Polizei bei ihrem Vorgehen gegen Jugendliche unterstützt, die sich mit Anti-Nazi-Plakaten gegen rechtes Gedankengut stark machen wollten, und rechtfertigte ihre juristische Strafverfolgung.
Schülerzeitung
Die derzeitige Schülerzeitung „Kacktus“ ist das erste Mal im November 2006 mit aktuellen Berichten über schul- und bildungspolitische Themen, Lehrersprüchen, Features über Austauschschüler und vieles mehr erschienen. Frühere Schülerzeitungen an der HPS waren unter anderem „background“ und „HaPS“.
Bekannte Absolventen
- Elton, deutscher Fernsehmoderator und Entertainer
Bilder
Die HPS aus der Luft |
Der Hof mit den Trakten B und D im Hintergrund |
Der C-Trakt |
Eingang der HPS mit Beflaggung zum Tag der Arbeit 2006 |
Siehe auch
Weitere Gymnasien im Landkreis Stade:
- Vincent-Lübeck-Gymnasium, Stade
- Athenaeum Stade, Stade
- Gymnasium Buxtehude Süd, Buxtehude
- Gymnasium Harsefeld, Harsefeld
Weblinks
Koordinaten: 53° 28' 35" N, 9° 41' 35" O
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