Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Hala'ib-Dreieck

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche
Bild:Sudan-karte-politisch-al-bahr-al-ahmar.png
Lage des Hala'ib-Dreiecks (oben rechts) zwischen Sudan und Ägypten

Das Hala'ib-Dreieck ist ein umstrittenes Gebiet, das von Ägypten und Sudan beansprucht wird.

Geografie

Es liegt im Süd-Osten von Ägypten am Roten Meer und umfasst eine Fläche von 20.580 km². Das Landinnere ist wüst-gebirgig (höchste Erhebung bei 1744 m) und von Wadis durchzogen. Die Gebirgszüge laufen in Richtung Küste in eine sandige Ebene aus. Eine Vegetation ist entweder spärlich (Akazien und niedere Gräser) oder gar nicht vorhanden. Der 260 km lange Küstenstreifen ist von tropischen Korallenriffen und einigen vorgelagerten Inseln gesäumt. Das Gebiet liegt landschaftlich betrachtet in Nubien. 30 km vor der Grenze zum Sudan liegt 20-25 km landeinwärts der Nationalpark Gebel Elba. Die wenigen Einwohner sind größtenteils Nubier. Hauptort ist Hala'ib mit ca. 1000 Einwohnern. Als Uhrzeit gilt allgemein MEZ +2.

Geschichte

1899 wurde die Grenze zwischen dem Anglo-Ägyptischen Sudan und Ägypten im Anglo-Ägyptischen Kondominium-Übereinkommen beim 22. Breitengrad festgelegt. Allerdings war der Zugang zum Hala'ib-Dreieck vom Sudan aus leichter, so dass 1902 von Großbritannien eine neue administrative Grenze festgelegt wurde, die das Hala'ib-Dreieck unter sudanesische Kontrolle brachte.

1956 erklärte Sudan seine Unabhängigkeit und behielt die durch Großbritannien erfolgte Grenzziehung bei. Ägypten meldete aufgrund des Vertrages von 1899 Rechte auf das Gebiet an und bestritt die Rechtmäßigkeit der sudanesischen Grenzziehung. 1958 sandte Gamal Abdel Nasser Truppen in das Hala'ib-Dreieck, zog diese aber kurz darauf wieder zurück.

Das Gebiet des Hala'ib-Dreieck blieb unter sudanesischer Kontrolle bis 1992. In diesem Jahr vergab Sudan Erkundungsrechte für die Gewässer des Hala'ib-Dreieck an eine kanadische Erdölfirma, die Ägypten als rechtswidrig bezeichnete. Um die Lage zu klären, wurden Verhandlungen begonnen, aber die Ölfirma zog sich aus dem Vertrag zurück bis die Souveränität des Gebietes geklärt sei.

Im Januar 2000 zog Sudan seine Truppen aus dem Hala'ib-Dreieck ab und trat damit die Kontrolle über das Gebiet an Ägypten ab. Darauf folgte eine Besetzung des Gebietes durch ägyptische Truppen.

Allerdings erklärte der Präsident Sudans Umar Hasan Ahmad al-Baschir im Zuge des Baus von ägyptischen Siedlungen im Norden des Territoriums im Jahre 2004, dass Sudan trotz des Rückzuges seiner Truppen und der ägyptischen Kontrolle über das Hala'ib-Dreieck immer noch rechtmäßig Anspruch auf das Gebiet habe.

Momentan (Stand 2006) werden die Zollposten an der nördlichen Grenze zu Ägypten von den Militärs beider Staaten gemeinsam betrieben. Die Ausreise von Sudanesen nach Ägypten und umgekehrt ist über diesen Weg jedoch nicht möglich. Es gibt eine Sonderregelung für sudanesische Händler an der nördlichen Grenzstadt Bi'r Shalatayn.

Obwohl keine Beilegung im Streit um dieses Gebiet absehbar ist, gibt es bereits eine gewisse Zusammenarbeit: Das Territorium ist mit dem Mobilfunknetz beider Länder abgedeckt und als Währung gilt sowohl das sudanesische, als auch das ägyptische Pfund. Seit 2005 hat das ägyptische Tourismusministerium das Hala'ib-Dreieck für den Fremdenverkehr freigegeben.

Siehe auch

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Hala%27ib-Dreieck, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge
Andere Sprachen