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HMS Repulse (1916)
Aus Kefk.
| Bild:Naval Ensign of the United Kingdom.svg | |
|---|---|
| Die HMS Repulse 1916-17 kurz nach den Probefahrten nach kleinen Änderungen, aber noch ohne Scheinwerfer-Türme am hinteren Schornstein | |
| HMS Repulse | |
| Laufbahn | |
| Ursprungsland | Großbritannien |
| Schiffstyp | Schlachtkreuzer |
| Schiffsklasse | Renown-Klasse |
| Bauwerft | John Brown & Company, Clydebank (Schottland) |
| Bauauftrag | 30. Dezember 1914 |
| Kiellegung | 25. Januar 1915 |
| Stapellauf | 8. Januar 1916 |
| Indienststellung | 18. August 1916 |
| Baukosten | 2.627.401 GBP |
| Wahlspruch | Qui Tangit Frangatur (Latein: "Wer mich anfaßt wird zerschmettert") |
| Verbleib | Versenkt 10. Dezember 1941 (Japanischer Luftangriff vor Malaysia) |
| Verdrängung | |
| Standardverdrängung | 26.500 t |
| Einsatzverdrängung | 31.592 t |
| Maximalverdrängung | 36.800 t |
| Abmessungen | |
| Länge über alles | 240,00 m (794 ft 2.5 in) |
| Länge Wasserlinie (KWL) | 239,00 m (750 ft) |
| Breite über alles | 30,00 m (89 ft 11.5 in) |
| Höhe über Freibord | ? |
| Höhe über alles | ? |
| Tiefgang (Standard) | 8,94 m (29 ft 8 in) |
| Tiefgang (maximal) | 10,12 m (31 3/4 ft) |
| Antriebsanlage | |
| Antriebsart | Dampfturbinen |
| Kesselanlage | 42 ölgefeuerte Babcock & Wilcox-Dampfkessel |
| Turbinen | Brown-Curtis-Dampfturbinen mit Direktantrieb |
| Wellen & Schrauben | 4 Wellen, 4 dreiflügelige Schrauben |
| Leistung | 112.000 WPS (83.550 WkW) |
| Brennstoffvorrat | 1000 t (normal) 4243 t (maximal) |
| Brennstoffverbrauch | 180 t/Tag bei 10,0 kn 1400 t/Tag bei 31,7 kn |
| Steuerung | |
| Ruderanlage | 2 Ruder nebeneinander im Heck |
| Fahrleistungen | |
| Höchstgeschwindigkeit | 31,7 kn (59,7 km/h) |
| Marschgeschwindigkeit | 20,0 kn (37,7 km/h) |
| Leistungsgewicht | 4,23 PS/t |
| Reichweite | 3.650 sm bei 20 kn |
| Bewaffnung | |
| Hauptartillerie | 6 x 15" (381 mm) L/42 Mark I in 3 Doppeltürmen |
| Mittelartillerie | 9 x 4" (102 mm) L/40 in 3 Drillingslafetten |
| Flugabwehr | 8 x 102 mm (4 in) FlaK (2x2, 4x1) 24 x 40 mm (2 pdr) Pom Pom (3 x Achtling) 8 x 20 mm-FlaK (8x1) |
| Torpedos | 8 x 533 mm (21 in) Torpedorohre |
| Panzerung | |
| Seitenpanzer (Vertikal) | 229 mm (9 in) mittschiffs, Neigung 0° (verjüngt unten auf 51 mm (2 in) |
| Oberdeck (Horizontal) | 38 mm (1,5 in) |
| Panzerdeck (Horizontal) | 102 mm (4 in) über Magazine 64 mm (2,5 in) über Kesselräume 76 mm (3 in) über Maschinenräume 102 mm (4 in) Böschung zur Seite |
| Unterdeck (Horizontal) | 102 mm (4 in) über Magazine |
| Hauptartillerie | Turmfront: 279 mm (11 in) Turmseiten: ? Turmdecke: ? Barbetten: 178 mm (7 in) |
| Kommandoturm | 254 mm (10 in) |
| Abgasschächte | 51 mm (2 in) |
| Bordflugzeuge | |
| Bordfluganlage | 1 Zweiwege-Preßluft-Katapult, 2 Hangars |
| Flugzeuge | Bis 1941: 4x Fairey Swordfish Ab 1941: 4x Supermarine Walrus |
| Besatzung | |
| Normalbesatzung | 1181 Mann |
| Als Flaggschiff | 1205 Mann |
| Kommandanten | |
| Captain William "Ginger" Boyle Captain George Tennant | |
HMS Repulse war ein britischer Schlachtkreuzer der Renown-Klasse von 1916, der im Ersten und Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kam. Sie wurde mehrfach modernisiert, jedoch ohne Totalumbau wie beim Schwesterschiff HMS Renown 1936–1939. Nach Einsätzen gegen die Kriegsmarine und der Jagd auf die Bismarck wurde sie wegen des erwarteten Pazifikkriegs nach Singapur verlegt. Am 10. Dezember 1941 wurde sie mit dem Schlachtschiff HMS Prince of Wales von japanischen Flugzeugen in malaiischen Gewässern bei Kuantan versenkt. Dieser erste Verlust von Großkampfschiffen durch Flugzeuge auf offener See läutete den Niedergang der Ära der Schlachtschiffe ein.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Der Schlachtkreuzer HMS Repulse stammt wie ihr Schwester- und Klassenschiff HMS Renown aus der Zeit des am Ende ruinösen Flottenwettrüstens mit der Kaiserlichen Deutschen Marine der 1910er Jahre und wurde als vorletzter Schlachtkreuzer überhaupt für die Royal Navy bei der Werft John Brown & Company in Clydebank (Schottland) gebaut. Beide wurden als Antwort auf die neuen deutschen Schlachtkreuzer konstruiert und waren zu Beginn als weitere Einheiten der Revenge-Klasse (auch bekannt als R-Klasse) vorgesehen, jedoch nach einem auf der Revenge-Klasse basierenden modifizierten Entwurf in Auftrag gegeben, weshalb sie diesen nach wie vor recht ähnlich sahen (bis 1936-39 die HMS Renown in einem Komplettumbau der neu entworfenen King-George-V.-Klasse optisch angenähert wurde). Bei der Renown-Klasse wurde vor allem auf die Kombination von Schlagkraft und Geschwindigkeit gesetzt, die Panzerung wurde von jener auf den Schiffen der Invincible- und Indefatigable-Klasse abgeleitet, doch schon bald wurde der britischen Admiralität klar, dass die Panzerung der beiden Schlachtkreuzer viel zu schwach war. Beide Schiffe waren mit sechs 38,1 cm-Geschützen in drei Zwillingstürmen zwar stark bewaffnet, aber auf Grund ihrer sehr groß dimensionierten Antriebsanlage, welche eine Geschwindigkeit von etwas über 32 Knoten ermöglichte, war sie aus Gewichtsgründen nur sehr leicht gepanzert und daher mit ihrer mangelhaften Deckpanzerung verwundbar. Die Renown-Klasse gilt damit als eine der unglücklichsten Konstruktionen im Kriegsschiffbau.
Wie auch ihr Schwesterschiff, fiel die Repulse durch häufige Störungen der sehr großen und konsequent auf Schnelligkeit ausgelegten Maschinenanlage auf, weshalb sie in Anspielung auf ihren stets gewaltigen Wartungsaufwand den wenig schmeichelhaften Spitznamen "HMS Repair" (= HMS Reparatur) erhielt. Ihr Schwesterschiff wurde im Gegenzug "HMS Refit" (= HMS Umbau) genannt.
Später versuchte die Royal Navy daher durch mehrere Umbauten und Änderungen die Mängel zu beseitigen - was aber nur mit einem von 1936 bis Juni 1939 dauernden Totalumbau des Typschiffes Renown einigermaßen gelang. Die Maschinenanlage der Repulse blieb auch später nicht immer frei von Problemen, auch wenn diese aufgrund der vorgenommenen Änderungen bzw. Verbesserungen im Gegensatz zu früher nicht mehr so häufig auftraten.
Erster Weltkrieg
Wie ihr Schwesterschiff wurde die Repulse im Jahre 1916 in Dienst gestellt und unmittelbar danach sogleich im Ersten Weltkrieg zum Einsatz gebracht. Zwar kam das Schiff zu spät, um noch an der Seeschlacht am Skagerrak teilzunehmen, aber andererseits auch wiederum zu früh, um die Lektionen und gewonnenen Erkenntnisse aus dieser Schlacht beim Bau zu berücksichtigen. Im September 1916 kam sie zur berühmten Grand Fleet und wurde hier sogleich das Flaggschiff des Ersten Schlachtkreuzer-Geschwaders unter Admiral Sir Charles Napier. Ihren ersten Kriegseinsatz hatte sie beim Seegefecht bei Helgoland am 17. November 1917, während das Erste Schlachtkreuzer-Geschwader mit der HMS Repulse als Flaggschiff mit den weiteren Schlachtkreuzern HMS Tiger, HMS Renown, HMS Courageous und HMS Glorious zwei Kreuzern zu Hilfe kam, die deutsche Minenräumboote verfolgten. Dabei griff die Repulse unter dem Kommando von Captain William "Ginger" Boyle die beiden die Minenräumboote deckenden deutschen Schlachtschiffe SMS Kaiser und SMS Kaiserin an, bevor diese sich nach kurzem Schlagabtausch in den Schutz ihres eigenen Minenfelds zurückzogen. Ende des selben Jahres wurde die HMS Repulse bei einer Kollision mit dem Schlachtkreuzer HMAS Australia beschädigt und fiel für den Rest des Krieges wegen der anstehenden Reparaturarbeiten aus.
20er und 30er Jahre
Zwischen Ende 1918 und Anfang 1921, von 1924 bis 1925 sowie noch einmal zwischen 1933 und 1936 wurde die im Krieg übereilt entworfene Repulse leicht modernisiert und immer wieder verbessert, wobei sie ihrem Spottnamen „HMS Repair“ alle Ehre machte. Diese Maßnahmen wurden ergriffen, um das Schiff im Kampfwert zu steigern und den ständigen Problemen mit der Antriebsanlage endlich Herr zu werden.
Der erste Umbau der erst zwei Jahre alten HMS Repulse, der zwischen 1918 und Anfang 1921 stattfand und sich praktisch an die Reparaturarbeiten wegen der Kollision mit der HMAS Australia von 1917 anschloss, sah an erster Stelle den Ersatz der alten leichten Seitenpanzerung von 152 mm (6 in) durch eine neue mit einer Stärke von 229 mm (9 in) vor sowie die Anbringung einer 152 mm (6 in) starken Panzerung darüber, eine Sektion, die früher völlig ungepanzert war. Zusammen mit den neuen verbesserten Torpedowülsten bedeutete dies die Applikation von 4.300 t zusätzlicher Panzerung. Außerdem wurden die Torpedorohre von ihren ursprünglichen Positionen unter der Wasserlinie auf das Oberdeck verlegt und verschiedene Änderungen an der Antriebsanlage vorgenommen. Die Kosten betrugen die stolze Summe von 860.684 Pfund, was dem Gegenwert eines Leichten Kreuzers der Carlisle-Klasse entsprach.
In den Jahren 1922 bis 1924 unternahm die HMS Repulse eine groß angelegte Weltfahrt, bei der sie die bekanntesten Hafenstädte auf der ganzen Welt anlief.
In den Jahren 1924 bis 1925 wurde die Mittelartillerie geändert, die kuriose Mischung aus 102 mm (4 in)-Geschützen mit geringer Rohrerhöhung und 76,2 mm (3 in)-Geschützen wurde durch 12 x einheitlich 102 mm (4 in) große Geschütze in Drillingslafetten mit Schutzschilden ersetzt. Es wurden auch Verbesserungen an der Flugabwehr-Bewaffnung vorgenommen sowie eine zunächst einfache Bordfluganlage mit entsprechendem Kran für kleine Aufklärungsflugzeuge über dem achteren 38,1 cm-Turm installiert.
In den späten 1920er-Jahren nahm die HMS Repulse mit ihrem Schwesterschiff HMS Renown an den groß angelegten Flottenmanövern der Royal Navy vor der Küste von Portland teil.
Der letzte große Umbau von 1933 bis 1936 brachte im Wesentlichen eine Verstärkung der Panzerung besonders in kritischen Bereichen, die Überarbeitung der Flubabwehrbewaffnung und verschiedene Verbesserungen an der Antriebsanlage. Die bis dahin nur mit wenigen Fla-Waffen ausgerüstete HMS Repulse erhielt zum besseren Schutz gegen Angriffe aus der Luft neue und zahlreichere Flugabwehrkanonen (2 pdr Pom-Poms: 40 mm-Vierlinge) sowie automatische Waffen (12,7 mm (0.5 inch) Vickers-MGs). Eine neue Bordfluganlage mit zwei Hangars und einem in beide Richtungen nutzbaren Katapult für vier Fairey Swordfish-Schwimmerflugzeuge wurde ebenfalls eingebaut (die Fairey Swordfish-Flugzeuge wurden 1941 durch vier Supermarine Walrus-Aufklärungs--Flugboote ersetzt).
Nach dem dritten und letzten Umbau verlegte die HMS Repulse für zwei Jahre ins Mittelmeer zur Mediterranean Fleet und operierte dort von den Hauptstützpunkten in Gibraltar, Malta und Alexandria.
Ab August 1938 gehörte sie wieder zur Home Fleet, jenem Teil der britischen Flotte, der für die Verteidigung der britischen Heimatgewässer zuständig war.
Der für ab Herbst 1939 geplante Totalumbau der HMS Repulse identisch zum Schwesterschiff HMS Renown unterblieb jedoch, da wegen der sich zuspitzenden außenpolitischen Lage in Europa mit einem Kriegsausbruch gerechnet werden musste und die Admiralität unter diesen Umständen kein Schiff dieser Größe für eine über zwei Jahre dauernde Werftliegezeit stilllegen wollte.
Zweiter Weltkrieg
Einsatz im Nordatlantik
Die nicht mehr modernisierte HMS Repulse wurde im Oktober 1939 nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs auch in diesem weltweiten Konflikt eingesetzt. Zu Beginn kam sie zur Bekämpfung von diversen Einheiten der Deutsche Kriegsmarine in der Nordsee bzw. im Nordatlantik zum Einsatz. 1939 operierte sie in verschiedenen Gruppen, die dazu gebildet wurden, um deutsche Schiffe, die Handelskrieg führten (z.B. die Admiral Graf Spee) zu stellen, wobei es ihr jedoch nicht gelang, Fühlung aufzunehmen, geschweige denn anzugreifen. Nach einigen Konvoisicherungsaufgaben zwischen Kanada und Großbritannien im Dezember 1939, wurde sie im April 1940 wie die HMS Renown vor Norwegen zum Schutz von Minenlegern eingesetzt. Als der Zerstörer HMS Glowworm im April 1940 beim Angriff auf den Schweren Kreuzer Admiral Hipper verloren ging, beteiligte sich die Repulse an der Suche, ohne jedoch den Schweren Kreuzer aufspüren zu können. Im Juni 1940 wurde der Schlachtkreuzer auf das durch einen Torpedotreffer schwer beschädigte Schlachtschiff Gneisenau angesetzt. Gegen Ende dieser Kampagne, noch während der Evakuierung der britischen Truppen aus Norwegen, wurde das Schiff aufgrund von Befürchtungen der Briten, dass eine deutsche Besetzung Islands unmittelbar bevorstehe, von ihren Aufgaben bei der Konvoisicherung entbunden, um so die Invasionsflotte zu suchen. Allerdings erwies sich schnell, dass keine Invasion geplant war und auch keine deutschen Seestreitkräfte dahin unterwegs waren.
Anfang 1941 kehrte die HMS Repulse unmittelbar danach zunächst wieder zu Geleitschutzaufgaben zurück, verfolgte aber später die deutschen Schlachtschiffe Scharnhorst und (von neuem) Gneisenau. Anschließend nahm sie im Mai 1941 an der letztlich erfolgreichen Verfolgung der Bismarck teil.
Ab Sommer 1941 ursprünglich als Begleitschutz für den Konvoi WS-8B in den Mittleren Osten um die Südspitze von Afrika herum vorgesehen, operierte die HMS Repulse weiterhin als Teil der Home Fleet, da sie von dieser Aufgabe entbunden wurde, als temporärer Treibstoffmangel auftrat und von Seiten der Admiralität Befürchtungen über einen Verlust des Schiffes ähnlich oder gleich dem des Schlachtkreuzers HMS Hood vor ein paar Monaten geäußert wurden.
Einsatz in Südostasien
Noch im Jahr 1941 wurde sie nach den Unternehmungen gegen die Deutsche Kriegsmarine nach Südostasien verlegt, da die britische Regierung einen japanischen Angriff auf die Kolonien in Malaysia befürchtete, der auch kurz nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor tatsächlich eintrat. Im August 1941 lief sie nach Kapstadt in Südafrika, im Oktober fuhr sie weiter nach Indien, wo sie am 28. Oktober eintraf. Gegen Ende des Jahres, als die Gefahr eines Krieges mit Japan weiter zunahm, wurde die Repulse in den Fernen Osten zur Abwehr eines möglichen japanischen Aggression nach Singapur entsandt.
In ihrem neuen Einsatzgebiet bildete die mittlerweile 25 Jahre alte HMS Repulse mit den Zerstörern HMS Electra, HMS Express, HMS Tenedos, HMS Vampire und dem modernen Schlachtschiff HMS Prince of Wales die Force Z unter der Führung von Admiral Sir Tom Phillips. Die Force Z sollte japanische Seestreitkräfte daran hindern, eine Landung auf britischem Kolonialgebiet in Südostasien durchzuführen bzw. für die Invasion Malaysias bestimmte japanische Truppenkonvois bzw. Geleitzüge abfangen.
Der Befehlshaber der Force Z, Admiral Phillips, wusste, dass die sich vor Ort befindlichen britischen Luftstreitkräfte der Royal Air Force nicht in der Lage waren, seinem Verband Deckung aus der Luft zu geben. Dennoch entschied er sich, auch ohne Unterstützung aus der Luft gegen japanische Truppenkonvois vorzugehen, da er davon ausging, dass seine Schiffe gegen Luftangriffe relativ sicher sein würden, zumal die bis dahin größte von Flugzeugen versenkte Einheit nur ein Schwerer Kreuzer, jedoch kein Schlachtschiff oder Schlachtkreuzer gewesen war. Außerdem dachte er, dass es den Japanern nicht möglich sein würde, so weit weg vom Festland auf offener See ohne Flugzeugträger vor Ort Luftangriffe zu fliegen. Diese beiden Annahmen von Phillips sollten sich in kürzester Zeit als fataler Irrtum erweisen.
Kurz nach dem Ausbruch der Kampfhandlungen im Pazifikraum am 8. Dezember 1941 verließ die nach wie vor als technisch unzuverlässig geltende HMS Repulse mit dem Hauptkontingent der Force Z, dem Schlachtschiff HMS Prince of Wales und den genannten vier Zerstörern, den Stützpunkt in Singapur, um zu versuchen, einen dem Verband gemeldeten in Richtung Malaysia fahrenden japanischen Truppenkonvoi abzufangen.
Versenkung der Repulse
Am 10. Dezember 1941 befand sich die HMS Repulse zusammen mit der Prince of Wales auf dem Rückmarsch nach Singapur, nachdem es dem Verband nicht gelungen war, die japanischen Truppenkonvois zu finden und zu stellen. Um 11:00 Uhr Ortszeit wurden japanische Flugzeuge gesichtet. Daraufhin wurden beide Schiffe von insgesamt 86 in der Nähe von Saigon in Indochina gestarteten landgestützten japanischen Bombern bzw. Torpedobombern der 21. und 22. Luft-Flottille der japanischen Marine vom Typ Mitsubishi G3M Chukou (Nell) bzw. Mitsubishi G4M Hamaki (Betty) in den Gewässern von Malaysia bei Kuantan nahe Tioman (Provinz Pahang) in sieben Wellen angegriffen und versenkt.
Die nach ihrem Einsatz gegen die Bismarck wiederhergestellte HMS Prince of Wales war als das stärkste Schiff des Verbandes das erste Ziel des Luftangriffs und wurde nach kurzer Zeit trotz ihrer Bemühungen auszuweichen sowie pausenlosem Flak-Feuer von Torpedos schwer getroffen. Einer davon traf die Wellenhose der Backbordaussenwelle. Die mit hoher Drehzahl laufende Welle wurde aus ihren Lagern gerissen, was zu einem Wassereinbruch durch den Wellentunnel sowie zu starken Zerstörungen im Schiffsinneren führte. Das durch den zerstörten Wellentunnel einströmende Wasser verursachte eine starke Schlagseite nach Backbord, die das Drehen der Flak-Türme erheblich erschwerte. Nach weiteren Treffern war das Schiff wegen eines weiteren Wassereinbruchs und des Ausfalls der Generatoranlage sehr schnell gefechtsunfähig und weiteren Angriffen praktisch hilflos ausgeliefert.
Der bei weitem leichter gepanzerten HMS Repulse gelang es anfangs noch, sich aus dem Gefecht herauszuhalten und 14 Torpedos auszuweichen, obwohl sie durch die Befehle von Admiral Phillips zu Beginn des Gefechtes eigentlich viel zu wenig Manövrierraum für die Abwehr eines Luftangriffes zugestanden bekam. Sie schoss jedoch mit ihrer schwachen und veralteten Flakbewaffnung auf die japanischen Flugzeuge. Nachdem auch sie offen zum Ziel des Angriffs wurde, überstand sie einen ersten Bombentreffer ohne schwere Schäden, aber trotz aller Gegenwehr und weiteren verzweifelten Ausweichmanövern war sie nach insgesamt fünf Torpedotreffern nicht mehr schwimmfähig und kenterte innerhalb von fünf Minuten. Die kieloben treibende HMS Repulse sank um 12:23 Uhr, dabei kamen 513 Mann der Besatzung ums Leben. Der Kommandant, Captain George Tennant, und 796 Mann der Besatzung wurden von den Zerstörern HMS Electra und HMAS Vampire noch vom Schiff und aus der See heraus gerettet. Die geretteten Seeleute gingen angeblich sofort an die Gefechtsstationen, um das Personal der Zerstörer zu entlasten, um weitere Überlebende zu retten und die Zerstörer selbst weiter zu verteidigen. Der gerettete Zahnarzt half den Sanitätern der Electra sofort bei der Versorgung der Verwundeten. 45 Minuten später folgte die HMS Prince of Wales, mit der auch Admiral Phillips und der Kommandant, Captain John Leach, untergingen.
Die Versenkung der HMS Repulse und der HMS Prince of Wales durch einen Luftangriff bewies, dass Großkampfschiffe ohne entsprechende Deckung aus der Luft von Land oder von Flugzeugträgern aus verwundbar waren.
Sie waren die ersten Schlachtschiffe, die auf offener See durch einen Fliegerangriff mit panzerbrechenden Bomben, die bereits beim Angriff der Japaner auf Pearl Harbor drei Tage zuvor ihre Wirksamkeit bewiesen hatten, sowie vor allem von mehreren Torpedotreffern versenkt wurden. Dieses Ereignis läutete auch den Niedergang der Ära der Schlachtschiffe ein. Von nun an sollten die Flugzeugträger die Vormachtstellung auf See für sich behaupten.
Literatur
- Siegfried Breyer, Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer 1905-1970, J.F. Lehmanns Verlag, München, 1970 (enthält viele Zeichnungen)
- John Roberts, Battlecruisers (Chatham Publishing, London, 1997) ISBN 1-55750-068-1
- Martin Middlebrook & Patrick Mahoney: Schlachtschiffe, Ullstein Verlag, ISBN 3-54823-535-2
Siehe auch
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- HMS Repulse für britische Kriegsschiffe mit demselben Namen
Weblinks
HMS Renown |
HMS Repulse
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