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Hüllenoperator

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In der Mathematik versteht man unter der Hülle einer Menge eine Obermenge, die groß genug ist, um bestimmte Anforderungen zu erfüllen, und zugleich die kleinste Menge ist, die diese Anforderungen erfüllt. Eine Hülle ist also eine Menge, die unter dem gegebenen Gesichtspunkt abgeschlossen ist.

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Eine Menge aus 8 Punkten und ihre konvexe Hülle
So hat zum Beispiel jede (nichtleere) Punktmenge im (oder in einem anderen metrischen Raum) eine konvexe Hülle: Die Anforderung besteht darin, dass zu zwei Punkten aus der (Hüll-)Menge immer auch die zwischen diesen liegenden Punkte zur Menge gehören sollen. Es ergibt sich eine Menge, die von den „außen“ liegenden Punkten und ihren Verbindungslinien begrenzt wird.

Interessant ist auch der Hüllkörper zu einer Zahlenmenge: Verlangt wird, dass zu allen Elementen der Menge stets auch ihre Summe, ihre Produkt, ihre Differenz und ihr Quotient (außer bei Division durch Null) zur Menge gehören. Für jede nichtleere Menge natürlicher Zahlen besteht die Hülle dann aus nicht weniger als allen rationalen Zahlen.</br>Nimmt man irgendeine weitere algebraische Zahl (zum Beispiel √2) hinzu, so ergibt sich ein neuer Körper.

Der Hüllenoperator ist nun die Vorschrift, durch die jeder Menge von Objekten ihre Hülle zugeordnet wird.

Definitionen

Ein Hüllenoperator ist eine Abbildung H, die jeder Teilmenge einer gegebenen Menge X eine Teilmenge von X zuordnet und dabei folgende Eigenschaften hat:

  1. Für alle Teilmengen A von X gilt A \subseteq H(A), das heißt das Bild H(A) ist immer eine Obermenge von A (Extensivität),
  2. für zwei Teilmengen A und B von X gilt A\subseteq B \Rightarrow H(A)\subseteq H(B), das heißt die Teilmengenrelation wird von H respektiert (Monotonie) und
  3. für alle Teilmengen A von X gilt H(A) = H(H(A)), das heißt ist eine Menge bereits ein Bild unter H, so wird sie auf sich selbst abgebildet (Idempotenz).

Die Idempotenz führt dazu, dass man hier auch von einem Abschluss spricht, H heißt dann auch Abschlussoperator.

Ein Hüllensystem (X,S) ist eine Menge X zusammen mit einer Menge S, die aus Teilmengen von X besteht, mit folgenden Eigenschaften:

  • X ist Element von S.
  • Für jede Teilmenge T aus S ist der Schnitt der Elemente von T ein Element aus S, oder anders ausgedrückt: Der Durchschnitt von beliebig vielen Elementen von S ist selbst ein Element von S.

Hüllenoperatoren und Hüllensysteme entsprechen einander:

  • Ist \mathcal{H} ein Hüllensystem auf A, dann kann man einen Hüllenoperator \mathcal{C}_\mathcal{H} wie folgt definieren:
 \mathcal{C}_\mathcal{H} (X) := \bigcap \{ H \in \mathcal{H} | H \supseteq X \} für alle X \subseteq A.
  • Umgekehrt kann aus jedem Hüllenoperator \mathcal{C} auf A ein Hüllensystem auf \mathcal{H}_\mathcal{C} auf A gewonnen werden durch:
\mathcal{H}_\mathcal{C}:= \{ \mathcal{C}(X) | X \subseteq A \}.

Beispiele

Anwendungen auf Formale Sprachen und Komplexitätsklassen

Es sei \mathcal{C} eine Klasse von formalen Sprachen. Wir betrachten folgende Hüllenoperatoren auf \mathcal{C}:

Wenn L\in\mathcal{C}, dann auch H_{hom}(\{L\}) = \{L' | \exist h, h \mbox{ ist Homomorphismus}: h[L]=L' \} \,\,\,\,\in\mathcal{C}
  • Hehom: Abschluss unter \varepsilon-freien Homomorphismen, wie Hhom, aber \forall x:h(x)\not=\varepsilon
  • Hinvhom: Abschluss unter inversen Homomorphismen:
Wenn L\in\mathcal{C}, dann auch H_{inv-hom}(\{L\}) = \{L' | \exist h, h \mbox{ ist Homomorphismus}: h[L']=L \} \,\,\,\,\in\mathcal{C}
  • H_{\cup}: Abschluss unter Vereinigung:
H_{\cup}(\mathcal{C}) = \{L | \exists L_1,L_2\in\mathcal{C} : L=L_1\cup L_2\}
  • H_{\cap}: Abschluss unter Durchschnitt:
H_{\cap}(\mathcal{C}) = \{L | \exists L_1,L_2\in\mathcal{C} : L=L_1\cap L_2\}
H_{\circ}(\mathcal{C}) = \{L | \exists L_1,L_2\in\mathcal{C} : L=L_1L_2\}
H_{kleene}(\mathcal{C}) = \{L | \exists L'\in\mathcal{C} : L=L'^*\}

Wenn eine Klasse \mathcal{C} und einer der obigen Hüllenoperatoren H die Eigenschaft hat, dass gilt H(\mathcal{C})=\mathcal{C}, dann heißt \mathcal{C} unter der entsprechenden Operation (Homomorphismus, \varepsilon-freier Homomorphismus, inverser Homomorphismus, Vereinigung, Durchschnitt, Konkatenation bzw. Kleene-Stern) abgeschlossen.

Siehe auch: Mengensystem

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