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Höhere Geodäsie
Aus Kefk.
Die Höhere Geodäsie (engl. geodesy) ist jener grundlegende Teil der Geodäsie, der sich mit der großräumigen Erdfigur (Form der Erde, Geoid, Rotation) und dem Erdschwerefeld befasst.
Die zugehörigen Messungen werden terrestrisch, mit Erdsatelliten und Quasaren durchgeführt. Ihre Auswertung basiert auf geometrischen und physikalischen Theorien und erfordert die Definition, Realisierung und Transformation von globalen und lokalen Koordinatensystemen.
Neuerdings dehnt sich der Arbeitsbereich der Höheren Geodäsie auch auf den erdnahen Weltraum aus – vor allem auf Mond und Mars (siehe auch Selenodäsie, „Areodäsie“ bzw. Planetare Geodäsie, Planetologie).
Der Name Höhere Geodäsie entstand im Gegensatz zu Niedere Geodäsie, wie man früher die Ingenieurgeodäsie nannte (engl.: surveying). Bei letzterer kann man die Vermessungs-Operate noch ohne Genauigkeitsverlust als eben betrachten.
In der Höheren Geodäsie und der Landesvermessung ist hingegen die Erdkrümmung immer zu berücksichtigen. Sie macht in der Höhe auf 100 m knapp 1 mm aus, bei 1 km bereits 8 cm. Die Einflüsse auf die Lage-Vermessung machen sich erst bei etwas größeren Distanzen bemerkbar.
Die Höhere Geodäsie gliedert sich in einige Bereiche, die sich allerdings teilweise überschneiden. Üblich ist folgende Einteilung:
- Mathematische und Astronomische Geodäsie (Geometrische Verfahren)
- Physikalische Geodäsie und Gravimetrie (Schweremessung)
- Satellitengeodäsie und Landesvermessung.
Die genannten Arbeitsgebiete betreffen auch Teile der Geophysik und Geodynamik, sowie der Navigation, Potenzialtheorie und Differentialgeometrie.
