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Prävalenz von Homosexualität
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Schätzungen über die Prävalenz (Häufigkeit) von Homosexualität variieren enorm mit der Definition dessen, was "Homosexualität" eigentlich ist. Einige halten sexuelle Handlungen zwischen Mitgliedern des gleichen Geschlechts für den entscheidenden Aspekt, während andere die sexuelle Neigung oder Orientierung hervorheben. Dritte wiederum fassen darunter die Identität als Homosexueller auf.
Beispielsweise kann gleichgeschlechtliches sexuelles Verhalten zwischen Personen auftreten, die sich selbst nicht als "homosexuell" verstehen. Umgekehrt sind Personen, die sich als gleichgeschlechtlich liebend identifizieren, nicht immer sexuell aktiv, ob nun aufgrund irgend einer Notwendigkeit, der Umstände oder einer persönlichen Entscheidung. Ähnlich kann eine Person gleichgeschlechtliche sexuelle Gedanken oder Neigungen haben, ohne sie je auszuleben oder ohne der Überzeugung zu sein, dass sie eine gleichgeschlechtliche sexuelle Orientierung hat. All dies kann unter den Oberbegriff "Homosexualität" fallen und in wissenschaftlichen Untersuchungen entweder berücksichtigt oder ausgeklammert werden. Eine Umfrage etwa, die nur gleichgeschlechtliche Sexualkontakte zählt, wird alle sexuell inaktiven Homosexuellen ausschließen.
Eine andere häufige Unterscheidung ist unter Medizinstatistikern die zwischen Inzidenz und Prävalenz. Selbst wenn zwei Studien über ein gemeinsames Kriterium verfügen, wer als homosexuell zu betrachten sei, kann die eine Studie dies auf jede Person beziehen, die jemals in ihrem Leben dieses Kriterium erfüllt hat, während eine andere Studie es nur mit Blick auf das vergangene Jahr tut.
Wegen dieser fundamentalen Probleme werden die Ergebnisse und Folgerungen von Studien über Homosexualität immer umstritten sein. Mehr noch machen es unklare Definitionen, soziale Stigmata und politische Einflüsse praktisch unmöglich, die Zahl von "Homosexuellen" in einer gegebenen Gesellschaft genau zu bestimmen.
Am einen Extrem befindet sich dabei der Kinsey-Report (1948), der berichtete, dass 37 Prozent der Männer in den USA während ihres Erwachsenenalters durch sexuellen Kontakt mit einem anderen Mann zum Orgasmus gelangt seien. Jedoch beruht Kinseys Arbeit auf einer Stichprobe, die wahrscheinlich nicht repräsentativ war, so dass seine Ergebnisse später in Frage gestellt wurden. Eine ganze Zahl von groß angelegten Umfragen, an denen zehntausende von zufällig ausgewählten Bürgern teilgenommen haben, förderte niedrigere Prozentsätze an den Tag als die Kinsey-Schätzung.
- Zum Beispiel ergab die Analyse der Daten des National Opinion Research Center durch Smith (1991) [1], dass 5,9% der sexuell aktiven Männer einen männlichen Sexualpartner hatten, seit sie 18 Jahre alt waren, aber dass "seit ihrem 18. Lebensjahr weniger als 1% schwul waren und 4% bisexuell".
- Eine Umfrage aus dem Jahr 1998 von Christopher Bagley und Pierre Tremblay stellte fest, dass 15.3% der Männer berichteten, "zu einem gewissen Grad homosexuell zu sein", was "überlappende homosexuelle (5,9%) und/oder bisexuelle (6,1%) Selbstidentifizierung" einschloss. [2]
- Die NHSLS-Umfrage berichtete eine Inzidenz männlicher Homosexualität von 4,9% "über die letzten 18 Jahre hinweg" [3]
Im Allgemeinen tendieren Umfragen, die von antihomosexuellen Personen zitiert werden, zu Zahlen, die näher bei 1% liegen, während Umfragen, die von schwulen Aktivisten zitiert werden, zu 10% hin tendieren. Jedoch kann angenommen werden, dass Umfrageergebnisse durch das soziale Stigma, das auf der Homosexualität lastet, eher nach unten als nach oben verfälscht sind.
