Häm

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel behandelt die chemische Verbindung Häm. Für den griechischen Wortstamm „Häm“ siehe Liste griechischer Wortstämme in deutschen Fremdwörtern

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Häme sind Komplexverbindungen mit einem Eisen-Ion als Zentralatom und einem Porphyrin-Molekül als Ligand. Der bekanntester Vertreter ist das Fe-Protoporphyrin IX, auch Häm b genannt, oder einfach Häm. Häme finden sich als prosthetische Gruppe in Proteinen, die als Cytochrome bezeichnet werden.

Inhaltsverzeichnis

Porphyrinstruktur

Häme sind eisenhaltige Porphyrinkomplexe. Die Häme unterscheiden sich in der Porphyrinstruktur.

Häm a Häm b Häm c Häm o
PubChem Nummer 7888115 444098 444125 6323367
Summenformel C49H56O6N4Fe C34H34O4N4Fe C34H36O4N4S2Fe C49H58O5N4Fe
funktionelle Gruppe am C3-Atom Hydroxyfarnesyl -CH=CH2 -CH-(CH3)-SH Hydroxyfarnesyl
funktionelle Gruppe am C8-Atom -CH=CH2 -CH=CH2 -CH-(CH3)-SH -CH=CH2
funktionelle Gruppe am C18-Atom -CH=O -CH3 -CH3 -CH3

Derivate des Häms

Derivate des Häms (genauer Häm b) unterscheidet man nach der Art der beiden axialen Liganden und der Oxidationsstufe des Eisen-Ions in der jeweiligen Komplex-Verbindung:

Häm-Derivat Zentral-Ion axialer Ligand
R1
axialer Ligand
R2
Häm (Ferrohäm) Fe2+ H2O H2O
Hämoglobin, Myoglobin Fe2+ His (Globin) His (Globin)
Oxyhämoglobin Fe2+ O2 His (Globin)
Hämochrome Fe2+ N-Verbindungen N-Verbindungen
Häm (Ferrihäm) Fe3+ H2O H2O
Hämatin Fe3+ OH H2O
Hämin Fe3+ Cl H2O
Methämoglobin Fe3+ His (Globin) His (Globin)
Hämichrome Fe2+ N-Verbindungen N-Verbindungen

Vorkommen

Häm b kommt z.B. als eisenhaltiger Farbstoff in den roten Blutkörperchen vor. Zusammen mit dem in den Erythrozyten vorkommenden Eiweiß, dem Globin, bildet es Hämoglobin, das für die Sauerstoffaufnahme des Körpers eine zentrale Rolle spielt.

Häme kommen als prosthetische Gruppe in folgenden Proteinen (Cytochromen) vor:

Holoprotein
(Cytochrom)
prosthetische Gruppe
pro Monomer
Hämoglobin Häm b
Myoglobin Häm b
Katalase Häm b
Succinat Dehydrogenase Häm b
Cytochrom c Reduktase 2x Häm b, Häm c
Cytochrom c Oxidase 2x Häm a
Cytochrom c Peroxidase Häm b
Cytochrom P450 Oxidase Häm b
Cyclooxygenase Häm b

Biosynthese

Im menschlichen Körper geht die Biosynthese aller Häme von Succinyl-CoA und der Aminosäure Glycin aus. Die δ-Aminolävulinatsynthase katalysiert die Verbindung von Glycin und Succinyl-CoA zu α-Amino-β-ketoadipat, welches spontan zu δ-Aminolävulinat decarboxyliert. Vier dieser Moleküle werden von der PBG-Desaminase unter Abspaltung von vier Ammoniak zu Hydroxymethylbilan umgesetzt. Weitere Umwandlungen erfolgen schrittweise über Uroporphyrinogen III (PBG-Isomerase) und Koproporphyrinogen III (Uroporphyrinogendecarboxylase) zu Protoporphyrinogen IX (Koproporphyrinogen-Oxidase) und Protoporphyrin IX (Protoporphyrinogen-Oxidase). In letzteres baut die Ferrochelatase noch ein zweiwertiges Eisen ein und das Häm (Häm b)ist fertig.

Pathologie: Praktisch jedes der beteiligten Enzyme kann einen Defekt aufweisen, was zu einem typischen Subtyp der Porphyrie führt.

Abbau und Ausscheidung

Die Abbauprodukte des Häms heißen Gallenfarbstoffe.

Die Hämooxygenase wandelt das rote Häm noch im Blut unter Sprengung des Porphyrinrings und unter Eisen- und Kohlenmonoxidabspaltung um zum grünen Biliverdin. Die Biliverdinreduktase reduziert es zum orange-roten Bilirubin. Ausgeschieden wird es als Bilirubin mit der Galle oder mit dem Kot. Weitere Abbauprodukte des Bilirubins wie das farblose Sterkobilinogen (das durch Darmbakterien zu den braunen Dipyrrolen Mesobilifuchsin und Bilifuchsin umgesetzt wird) und das orange-gelbe Sterkobilin tragen zur normalen Stuhlfarbe bei. Teilweise werden Bilirubinabbauprodukte wieder resorbiert und tragen als Urobilinogen und Urobilin zur gelben Farbe des Urins bei.

Literatur

  • P.M. Jordan (1994): Highlights in haem biosynthesis. In: Curr. Opin. Struct. Biol. Bd. 4, S. 902-911. PMID 7712294
  • H. Panek, M.R. O'Brian (2002): A whole genome view of prokaryotic haem biosynthesis. In: Microbiology. Bd. 148, S. 2273-2282. PMID 12177321 PDF

Siehe auch

  • Blut
  • Chlorophyll, dort ist das Eisen-Ion des Häms durch ein Magnesium-Ion ersetzt.
  • Porphyrien, genetisch bedingte Synthesestörungen der Häm-Gruppe

Weblinks

Wikipedia
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