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Gustav Langenscheidt
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Gustav Langenscheidt (* 21. Oktober 1832 in Berlin; † 11. November 1895 in Berlin) war ein deutscher Sprachlehrer und Verlagsbuchhändler.
Langenscheidt war der Sohn des Dekorateurs Johann Ludwig Langenscheidt und dessen Ehefrau Sophie Caroline Schwartze. Nach erfolgreicher Beendigung seiner Schulzeit 1850, absolvierte Langenscheidt eine kaufmännische Ausbildung, welche er bereits nach zwei Jahren ebenfalls erfolgreich abschloss.
Zwischen 1851 und Frühjahr 1853 bereiste Langenscheidt fast alle Nachbarländer Deutschlands und legte dabei - zu Fuß und mit der Postkutsche - ca. 7.000 km zurück. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland, trat er im Sommer 1853 in die Armee ein. Während seiner Zeit beim Militär beschäftigte sich Langenscheidt ausgiebig mit den verschiedenen Möglichkeiten des Erlernens der französischen Sprache.
Zusammen mit Dr. Charles Toussaint erarbeitete er eine Selbstlernmethode, welche er 1856 unter dem Titel Unterrichtsbriefe zur Erlernung der französischen Sprache veröffentlichte. Die Idee einer solchen Unterrichtsmethode und vor allem den Vertrieb hatte sich Langenscheidt von William Cobbett abgeschaut. Da kein Verlag Interesse an diesem Unterrichtswerk zeigte, gründete Langenscheidt mit Wirkung vom 1. Oktober 1856 einen eigenen Verlag. Diese Unterrichtsbriefe erfreuten sich sehr großer Beliebtheit und Verbreitung, dass Langenscheidt heute noch als „Vater des Fernunterrichts“ gelten kann.
1857 wurde Langenscheidt zum Hauptschreiber der 11. Infanterie-Brigade in Berlin ernannt und als solcher heiratete er in Berlin Pauline Hartmann. Mit ihr hatte er zwei Töchter und vier Söhne; darunter Paul Langenscheidt, der später unter dem Pseudonym „Erwin Rex“ als Schriftsteller bekannt wurde und Carl Georg Langenscheidt, der später sein Nachfolger wurde.
1861 konnte Langenscheidt zusammen mit Carl von Dalen und Henry Lloyd "englische Unterrichtsbriefe" (ähnlich aufgebaut den französischen). Ab 1867 verfügte der Langenscheidt-Verlag über eigene Druckereien.
Ab 1869 arbeitete Langenscheidt mit Karl Sachs und Césaire Villatte zusammen an der Encyklopädischen französisch-deutschen und deutsch-französischen Wörterbuch und konnte dies 1880 endlich veröffentlichen. 1874 wurde Langenscheidt der Titel Professor verliehen.
Ab 1891 entstand in enger Zusammenarbeit mit Eduard Muret und Daniel Sanders das englische Pendant, das Encyklopädisches englisch-deutsches und deutsch-englisches Wörterbuch. Die Veröffentlichung erlebte Langenscheidt nicht mehr, doch sein Nachfolger, Sohn Carl Georg schaffte dies 1901.
Im Alter von nahezu 63 Jahren starb Prof. Gustav Langescheidt am 11. November 1895 und erhielt im Familiengrab auf dem Südwestkirchhof in Stahnsdorf seine letzte Ruhestätte.
Die Methode „Toussaint-Langenscheidt“ basierte auf der Grundlage des Sprachunterrichts von James Hamiltons und Jean Joseph Jacotots. Revolutionär war dabei, dass der Schwerpunkt nicht mehr die Grammatik war, sondern die Lektüre und Kommunikation. Langenscheidt und Toussaint schufen zur Vereinfachung des Lernens eine neue Lautschrift für die Darstellung der Aussprache. Diese hatte bis zum Zweiten Weltkrieg ihre Gültigkeit und wurde erst danach durch das internationale Lautschrift (IPA) ersetzt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Langenscheidt, Gustav |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Sprachlehrer und Verlagsbuchhändler |
| GEBURTSDATUM | 21. Oktober 1832 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 11. November 1895 |
| STERBEORT | Berlin |
