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Gustav Bruhn
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Gustav Bruhn (* 14. März 1889 in Angermünde (Uckermark); † 14. Februar 1944 im KZ Neuengamme) war Politiker der KPD und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.
Gustav Bruhn wurde als Sohn einer Eisenbahnerfamilie geboren. Er erlernte nach seiner Schulentlassung das Tischlerhandwerk. Nach Beendigung seiner Lehrzeit wurde er zum Militärdienst nach Kiel einberufen. Dort lernte er seine Lebensgefährtin Elisabeth kennen.
1912 trat Bruhn in Hannover in die SPD ein. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, kam er zunächst zu einer Matrosendivision, später zu einer Pionierkompanie nach Flandern, in der er bis zum Kriegsende blieb.
Er schloss sich 1918 dem Spartakusbund an. Nach dem Krieg ging er zusammen mit seiner Lebensgefährtin nach Heide (Holstein). In den Tagen der Novemberrevolution sprach er in Soldatenuniform zur Heider Bevölkerung und war bald als "der Rote" in ganz Dithmarschen bekannt.
1919 trat Bruhn von der SPD zur USPD über und in Heide und Umgebung war er zusammen mit dem Redakteur Carl Metze und dem Kaufmann Paul Burmähl einer der bekanntesten USPD-ler. Er sprach auf vielen Versammlungen in Heide und in Norderdithmarschen.
In der KPD nahm Bruhn bald wichtige Positionen ein. Er wurde zum V. Weltkongreß der Kommunistischen Internationale 1924 nach Moskau delegiert. In den folgenden Jahren berichtete er vielfach öffentlich über seine Erfahrungen und Eindrücke aus sowjetischen Betrieben. Seit 1925 war er als Parteisekretär und Unterbezirksleiter in Heide und Itzehoe tätig
1927 wurde er wegen Vertriebs der Broschüre "Deutschlands revolutionäre Matrosen" verhaftet. Zu drei Jahren Festungshaft verurteilt, kam Gustav Bruhn auf die Festung Gollnow.
1928 wurde Bruhn als Kandidat der KPD für den Preußischen Landtag aufgestellt. Er wurde gewählt und durch die Abgeordnetenimmunität aus der Festungshaft befreit. Während dieser Zeit war er Mitglied der KPD-Bezirksleitung Wasserkante.
Die Bruhns waren 1933 bereits von Heide (Holstein) nach Hamburg gezogen. Für den Wegzug aus Heide gibt es politische und praktische Gründe. Die KPD hatte seit 1932 "...sogenannte I- Kommissionen eingerichtet, die die Aufgabe hatten, neben der noch legalen Organisation einen unterirdischen Parteiapparat aufzubauen mit illegalen Leitungen, Quartieren, Druckereien, Kurierdiensten, Anlaufstellen, Deckadressen usw. (Ursel Hochmuth,1969)" Für derartige Vorarbeiten war Gustav Bruhn als Funktionär der Bezirksleitung beauftragt worden. Die Partei rechnete für einen illegalen Kampf in den Städten mit günstigeren Bedingungen als auf dem Lande.
Wegen "Vorbereitung zum Hochverrrat" wurde Bruhn zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt und anschliessend in das KZ Sachsenhausen eingeliefert.
Nach seiner Freilassung 1939 arbeitete er als führender Funktionär in der Bästlein-Jacob-Abshagen-Gruppe mit und leitete die illegale Arbeit in den Hamburger Großbetrieben an.
Als erste der in Hamburg gegen Oppositionelle einsetzenden Verhaftungswelle wurden am 18. Oktober 1942 Gustav und Elisabeth Bruhn festgenommen. Die Gefangenen wurden in Fuhlsbüttel von der Gestapo verhört. Die Gestapozentrale und Gefängnisse wurde aber bei Luftangriffen zerstört. So bekamen Untersuchungshäftlinge, darunter auch 70 Widerstandskämpfer und -kämpferinnen für 2 Monate Hafturlaub, mit der Auflage, während dieser Zeit keinen Kontakt zu "Tatgenossen" aufzunehmen.
Etwa 20 der Beurlaubten, darunter Lisbeth und Gustav Bruhn, beschlossen, sich nach Ablauf der Frist nicht der Nazi-Justiz auszuliefern, sondern den Widerstandskampf aus dem Untergrund heraus weiterzuführen. Nach Ablauf der Frist wohnte Lisbeth Bruhn illegal bei Klara Dworznik, Gustav Bruhn bei Käthe und Richard Tennigkeit.
Unter Leitung von Gustav Bruhn und Walter Bohne wurde die antifaschistische Tätigkeit fortgesetzt und der Versuch unternommen, die im Oktober 1942 zerschlagene Organisation wieder aufzubauen. Es gelang aber dem V-Mann Alfons Pannek, der sich als aktiver Illegaler ausgab, sich in die Gruppe einzuschleichen und das Vertrauen Bruhns zu gewinnen. Am 16. Dezember 1943 lieferte er Bruhn als ersten der Gestapo aus.
Die Hamburger Leitstelle stellte beim Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei, Heinrich Himmler, für Gustav und Elisabeth Bruhn, Hans Hornberger und Kurt Schill den Antrag auf "Sonderbehandlung". Ohne daß ein gerichtliches Verfahren stattgefunden hatte, wurden die vier Kommunisten am 14. Februar 1944 in das KZ Neuengamme gebracht und dort am gleichen Tag im Exekutionsbunker gehenkt.
An Bruhn wird im KZ Sachsenhausen und in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin erinnert. In seiner Geburtsstadt Angermünde sind eine Grundschule und eine Straße nach ihm benannt worden.
Quelle
- Georg Gerchen: Zum Gedenken an Elisabeth und Gustav Bruhn. Eigenverlag [1] o.O. 1993
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bruhn, Gustav |
| KURZBESCHREIBUNG | Politiker der KPD und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus |
| GEBURTSDATUM | 14. März 1889 |
| GEBURTSORT | Angermünde |
| STERBEDATUM | 14. Februar 1944 |
| STERBEORT | KZ Neuengamme |
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