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Gustav Barschdorf
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Gustav Barschdorf (* 9. Mai 1908 in Pieszyce) war bis 1964 leitender Beamter des Hamburger Verfassungsschutzes und verurteilter Kriegsverbrecher.
Barschdorf wurde im niederschlesischen Peterswaldau (polnisch: Pieszyce) bei Reichenbach (Dzierżoniów) geboren. Er war während des zweiten Weltkriegs SS-Hauptscharführer und bei der Gestapo tätig. Er war unter anderem als Kriminal-Oberassistent der Gestapo in Oslo eingesetzt. Nach dem Krieg arbeitete er bis 1964 Bundesamt für Verfassungsschutz und bis 1973 beim Bundesamt für Zivilschutz.
1974 wurde Barschdorf im Alter von 66 Jahren in Hamburg wegen der Ermordung einer norwegischen Widerstandskämpferin im Jahr 1942 bei deren Vernehmung vor der Gestapo in Oslo als Kriegsverbrecher zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Die Frau wurde bei einer „verschärften Vernehmung“ am 17. Mai 1942 derart misshandelt, dass sie daran verstarb. Sein 71-jähriger Mitangeklagter Felix Gruber, ebenfalls SS-Hauptscharführer und Gestapo-Beamter in Oslo, wurde freigesprochen.
Barschdorf musste die Freiheitsstrafe jedoch nie antreten, da das Gericht ihn aus Alters- und Gesundheitsgründen für haftunfähig erklärte.
Quelle
- American Jewish Committee-Archives, pdf-Dokument, Seite 349
- Lübeck Kunterbunt
- NS-Karieren im Verfassungsschutz
- Justiz und NS-Verbrechen
- DDR-TV Beitrag „Das Rechtskartell“ in „Der schwarze Kanal“, Manuskriptseite 2
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Barschdorf, Gustav |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kriegsverbrecher |
| GEBURTSDATUM | 9. Mai 1908 |
| GEBURTSORT | Peterswaldau |
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