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Gudme

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Bild:Dänemark 2006 024.jpg
Dolmen im Gudbjerglund

Gudme ist ein kleiner Ort in der Gemeinde Svendborg im Südosten der dänischen Insel Fünen, dessen Blütezeit bereits in der germanischen Eisenzeit lag. Mit seinem Seehafen beim heutigen Lundeborg ragt das Gebiet aus der allgemeinen eisenzeitlichen Entwicklung im Norden durch weit reichende Handelsbeziehungen heraus.

Der Name bedeutet Götterheim. Er verweist auf ein Heiligtum und ist auch in einigen anderen Orten des Nordens, so auf Bornholm, als Gudhjem und in Schweden als Gudhem (bei Falköping) enthalten. Ähnlich bedeutungsvolle Name wie Albjerg (eingehegtes Heiligtum), Galbjerg (Opferberg), Gudbjerg oder Gudbjerglund deuten auf ein geistliches Zentrum am heute weitgehend verlandeten Gudme Sø (See). Zwischen Gudme und Lundborg wurde Møllegårdsmarken, das größte Gräberfeld Dänemarks, aus der germanischen Eisenzeit entdeckt. Es enthielt über 2.200 Urnengräber, In keinem wurden aber Waffen als Grabbeigabe gefunden. Anders ist die Situation im nahe gelegenen Gräberfeld von Brudager.

Die Äcker wurden mit Gerste und Hanf (Cannabis) bestellt. Am Südrand des Ortes wurden 1993 die so genannten Gudme Kongehal (Königshalle) ausgegraben zwei große Hallenbauten von den nur die Pfostenlöcher lokalisiert werden konnten. Die größere Halle war 47 Meter lang und 8 Meter breit. Einige Pfosten waren 50 cm stark. Die Standorte der Pfosten wurden markiert und so sind die Hallenumrisse von einer Aussichtsplattform aus deutlich zu erkennen. In der kleineren Halle wurde eine silberne Maske gefunden. In der Gegend wurde 1833 der erste Teil des Goldfundes von Broholm gehoben, der letzte erfolgte 1991. Er enthielt insgesamt etwa 10 kg Gold. Die gesamte Gegend ist das Zentrum der Goldfunde in Dänemark. Bei Lundeborg wurden u. a. Figürchen aus Goldblech gefunden. Die Depotfunde um Gudme stammen aus der Zeit von 200 bis 550 n. Chr. Es ist die Zeit, (auch das Goldzeitalter genannt) als die dritte Anlage von Eketorp auf Öland besteht, im Illerup Ådal Waffenopfer deponiert werden und ähnlich prosperierende Zentren in Helgö, Alt-Uppsala und in Schonen bestehen und in der Südhälfte Europas die Völkerwanderung erfolgt.

Literatur

  • E. Albectsen: Fynske Jernaldergrave 4. 1971
  • K. Hauck (Hrsg.): Der historische Horizont der Götterbild-Amulette aus der Übergangsepoche von der Spätantike zum Frühmittelalter. 1992
  • K. Hauck: Zur religionswissenschaftlichen Auswertung von Bildchiffren und Runen der völkerwanderungszeitlichen Goldbrakteaten. In: K. Düwel (Hrsg.) Runeninschriften als Quellen interdisziplinärer Forschung. Abhandlungen des 4. Internationalen Symposions über Runen und Runeninschriften. 1998

Koordinaten: 55° 8' 59" N, 10° 42' 30" O

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