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Grosses vollständiges Universallexikon aller Wissenschaften und Künste

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Bild:Zedler-titel.png
Titelschriftzug von Zedlers Universal-Lexikon (1732–1754)

Das Grosse vollständige Universallexikon aller Wissenschaften und Künste ist die umfangreichste und wichtigste deutschsprachige Enzyklopädie des 18. Jahrhunderts. Sie wurde von Johann Heinrich Zedler (1706–1751) begründet und ab 1732 im Verlauf von 22 Jahren herausgegeben und umfasst 64 Bände und vier Supplement-Bände.

Inhaltsverzeichnis

Entstehungsgeschichte

Bild:Zedler Vorrede 1732ff.jpg
Beispielseite aus der Vorrede zum "Zedler" (1732); die Marginalien dienen als Zwischenüberschriften
Bild:Zedler A 1732ff.jpg
Grafik zu Beginn des Abschnitts zum Buchstaben "A" im "Zedler" (1732)

Der Buchhändler und Verleger Johann Heinrich Zedler veröffentlichte zwischen 1732 und 1754 das Grosse vollständige Universallexikon aller Wissenschaften und Künste, welche bishero durch menschlichen Verstand und Witz erfunden und verbessert wurden: Darinnen so wohl die Geographisch-Politische Beschreibung des Erd-Creyses nach allen Monarchien, Kaeyserthuemern, Königreichen, Fürstenthümern, Republiquen, freyen Herrschafften, Laendern, Staedten, See-Haefen, Vestungen, Schlössern, Flecken, Aemtern, Kloestern, Gebuergen, Paessen, Waeldern, Meeren, Seen ... Als auch eine ausführliche Historisch-Genealogische Nachricht von den Durchlauchten und berühmtesten Geschlechtern in der Welt, Dem Leben und Thaten der Kaeyser, Koenige, Churfuersten und Fuersten, grosser Helden, Staats-Minister, Kriegs-Obersten ... ; Ingleichen von allen Staats-, Kriegs-, Rechts-Policey und Haußhaltungs-Geschaefften des Adelichen und buergerlichen Standes, der Kauffmannschafft, Handthierungen, Künste (Leipzig 1732–1754; andere Quellen: 1731–1750).

Das Grosse vollständige Universallexikon aller Wissenschaften und Künste, kurz nach dem Verleger Zedlersches Lexikon genannt, ist die erste deutschsprachige Enzyklopädie und gilt als das größte bis dahin gedruckte Universallexikon des Abendlandes; es war zunächst auf etwa zwölf und später auf 24 Bände angelegt, wuchs dann jedoch zu einem Umfang von 64 Bänden und vier Supplementen mit insgesamt rund 750.000 Artikeln auf 62.571 Seiten; von den ursprünglich acht geplanten Supplementbänden realisierte Carl Günther Ludovici nur vier (erschienen zwischen 1732 und 1754). Der „Zedler“ wurde in der Waisenhausdruckerei in Halle gedruckt, die zu den Halleschen Stiftungen von August Hermann Francke gehörte. Photomechanische Nachdrucke des Zedler wurden zuletzt zwischen 1961 und 1964, sowie erneut von 1993 bis 1999 in Graz aufgelegt.

Das Zedlersche Lexikon war die erste Enzyklopädie, an der eine Redaktion von Fachgelehrten mitarbeitete und die nicht mehr nach dem Verfasser oder Herausgeber, sondern nach dem Verlagshaus benannt war. Unter anderem ist von folgenden Redakteuren eine Mitarbeit am „Zedler“ bekannt:

Über die einzelnen Autoren der Enzyklopädie ist bisher nichts verbindliches bekannt; möglicherweise zählten dazu Johann Christoph Gottsched, Johann Burckhardt Mencke und Johann Heinrich Rother.

Der Zedler enthielt auch als erste Enzyklopädie Biographien lebender Persönlichkeiten.

Siehe auch

Literatur

  • Ulrich Johannes Schneider (Hrsg.): Seine Welt wissen. Enzyklopädien in der frühen Neuzeit, Darmstadt 2006, ISBN 3-89678-560-5.
  • Ulrich Johannes Schneider: Zedlers Universal-Lexicon und die Gelehrtenkultur des 18. Jahrhunderts, in: Die Universität Leipzig und ihr gelehrtes Umfeld 1680−1780, hrsg. von Detlef Döring und Hanspeter Marti, Basel 2004, ISBN 3-7965-2013-8, S. 195−213.
  • Ulrich Johannes Schneider: Europa und der Rest der Welt. Zum geographischen Wissens in Zedlers Universal-Lexicon, in: Allgemeinwissen und Gesellschaft. Akten des internationalen Kongresses über Wissenstransfer und enzyklopädische Ordnungssysteme, 18.−21. September 2003 in Prangins, online abrufbar im Format PDF (1,0 MB).
  • Peter Carels / E. Peter / Dan Flory: Johann Heinrich Zedler’s Universal Lexicon, in: Frank A. Kafker (Hg.), Notable encyclopedias of the seventeenth and eighteenth century: nine predecessors of the ‚Encyclopédie‘, Oxford 1981, S. 165−196, ISBN 0-7294-0256-8.
  • Bernhard Kossmann: Deutsche Universallexika des 18. Jahrhunderts. Ihr Wesen und ihr Informationswert, dargestellt am Beispiel der Werke von Jablonski und Zedler, in: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel 24/89 (1968), Spalte 2946−2969.
  • Elger Blühm: Johann Heinrich Zedler und sein Lexikon, in: Jahrbuch der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Breslau 7 (1962), S. 184−200, online abrufbar als Volltext über die Webseite „Zedleriana. Materialien zu Zedlers Universal-Lexikon“.
  • Fritz Juntke: Johann Heinrich Zedler’s Grosses Vollständiges Universallexikon. Ein Beitrag zur Geschichte des Nachdruckes in Mitteldeutschland, Halle an der Saale 1956, online abrufbar als Volltext über die Webseite „Zedleriana. Materialien zu Zedlers Universal-Lexikon“.
  • Alfred Rüffler: Die Pressezensur und Zedlers Universal-Lexicon im vorpreussischen Breslau, in: Schlesische Geschichtsblätter, Jahrgang 1927, S. 63–66

Weblinks

Wikipedia
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