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Großgörschen 35

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Großgörschen 35 war eine Selbsthilfegalerie Berliner Künstler in der Hinterhof-Fabriketage in Berlin. Als Section Großgörschen 35 vereinen sich 1966/67 Berliner Realisten und vertreten ein kritisches künstlerisches Programm beeinflusst von der Kunstbewegung der Dresdner und Berliner Veristen der zwanziger Jahre. Der Gruppe gehörten die Künstler Ulrich Baehr, Werner Berges, Hans Jürgen Diehl, Wolfgang Petrick, Peter Sorge und Lambert Maria Wintersberger an. Unter dem Gruppennamen Aspekt erweitert sich der Künstlerkreis um Bettina von Armin, Arwed Gorella, Maina-Miriam Munsky, Jürgen Waller und später hinzukommend Hermann Albert, Klaus Vogelgesang und der Bildhauer Schmettau.

Die Künstler setzen der Malerei des Wohlstandsbürgertums und den Pin-up-Klischees von Pop und Fotorealismus realistische Bilder von Folter und Gewalt aus Vietnam und Südamerika gegenüber. Mit Hilfe der Überpointierung, Karikaturzeichnungen, Fotoobjektivität und Montagetechniken suchen sie die Auseinandersetzung mit spießbürgerlicher Idylle. Mit ihren Themen prangern sie an: Terror, Ausbeutung, Korruption und das Leid der Hilflosen und gescheiterten Existenzen und von Randgruppen in unserer Gesellschaft. Die weiteren Künstlergruppen, die „pathetischen Realisten“ um Marcus Lüpertz und Georg Baselitz und die „Schule der neuen Prächtigkeit“ mit Manfred Bluth, Johannes Grützke, Matthias Koeppel und Karlheinz Ziegler ergänzen die damalige Kunstszene in Berlin.

Lit.: Sager, Peter: Neue Formen des Realismus Kunst zwischen Illussion und Wirklichkeit,(DuMont Dokumente); Read Herbert (Hrsg.) Stangos Nikos: DuMont’s Künstler-Lexikon; Brusberg Berichte 22, Hannover 1976, Wolfgang Petrick S. 51-60; Brusberg Berichte 27, Tübke, Berlin Hannover 1983; Brusberg Berichte 25, Marow, Petrick, Tübke, Hannover 1980; Thomas, Karin: Dumont’s kleines Sachwörterbuch zur Kunst des 20. Jahrhunderts Von Anti-Kunst bis Zero (DuMont Taschenbücher, Band 6; Thomas, Karin u. Gerd de Vries, Gerd, DuMont’s Künstler-Lexikon von 1945 bis zur Gegenwart (DuMont Taschenbücher, Band 56);

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