Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Grenztruppen der DDR
Aus Kefk.
| Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht oder unzureichend durch Quellenangaben (Literatur, Webseiten usw.) belegt worden, wodurch den fraglichen Inhalten eine Löschung droht. Bitte hilf der Wikipedia, indem du gute Belege für die Informationen nennst. |
Die Grenztruppen der DDR wurden als militärische Einheit zur Überwachung der Außengrenzen der DDR am 1. Dezember 1946 unter der Bezeichnung Deutsche Grenzpolizei gegründet. Den Grenztruppen gehörten 47.000 Mann an. Der weitaus größte Teil der Truppen diente der Bewachung der innerdeutschen Grenze zur Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West) und hier vor allem der Unterbindung von Fluchtversuchen von DDR-Bürgern in den Westen. Hierbei wurden von Angehörigen der Grenztruppen mehrere hundert Menschen getötet. Vergleichsweise geringe Kräfte kontrollierten die Oder-Neiße-Grenze nach Polen, die Grenze zur ČSSR. Eine Sonderstellung nahm das Grenzkommando Küste zur Sicherung der Seegrenze an der Ostsee ein.
Inhaltsverzeichnis |
Chefs der Grenztruppen der DDR
bzw. Vorgänger Deutsche Grenzpolizei, im Kommando Pätz bei Berlin:
- 1952 Richard Smolorz
- 1952–1955 Hermann Gartmann
- 1955–1957 Heinrich Stock
- 1957 Hermann Gartmann
- 1957–1960 Paul Ludwig
- 1960–1979 Generaloberst Erich Peter
- 1979–1990 Generaloberst Klaus-Dieter Baumgarten
- 1990 Generalmajor Dieter Teichmann als Chef GT/Chef Grenzsicherung
Struktur
Die Gesamtstärke der Grenztruppen betrug 1989 inklusive der Rückwärtigen Dienste (RD) 47.000 Mann. Die Grenztruppen gehörten nach sowjetischen Vorbild zuerst zum Ministerium für Staatssicherheit (MfS), dann zum Ministerium des Inneren und nach dem Mauerbau 1961 zum Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV). Von 1961 bis 1973 waren die Grenztruppen Bestandteil der NVA, danach wurden sie dieser ausgegliedert und als eigenständige Waffengattung direkt dem Ministerium für Nationale Verteidigung unterstellt.
- Sitz des Kommandos der Grenztruppen: Pätz bei Berlin
- Grenzkommando Mitte (Berliner Mauer), Berlin-Karlshorst
- Kommandeur 1979–1990: Erich Wöllner
- Grenzkommando Nord, Stendal
- Grenzkommando Süd, Erfurt
- Grenzkommando Küste, Rostock (integriert in Volksmarine der NVA)
- Grenzabschnittskommando Polen, Frankfurt (Oder)
- Grenzabschnittskommando ČSSR, Pirna
An den östlichen Grenzen zu den „sozialistischen Bruderstaaten” taten nur ca. 600 Grenzsoldaten Dienst. Jedes Grenzkommando war in mehrere Grenzregimenter und in ein bis zwei Grenzausbildungsregimenter untergliedert.
Die Grenzbrigade Küste (GBK) nahm die Überwachung der Seegrenze und die Verhinderung von Fluchtversuchen über die Ostsee wahr, war allerdings organisatorisch in der Volksmarine eingegliedert.
An Grenzübergangsstellen (GÜSt) zur Passkontrolle eingesetzte Mitarbeiter des MfS waren als Passkontrolleinheit (PKE) nicht den Grenztruppen unterstellt, obwohl sie in den Uniformen der Grenztruppen auftraten.
Nach dem Mauerfall am 9. November 1989 wurden zunehmend auch Angehörige der Grenztruppen der DDR zur Passkontrolle eingesetzt, um den Ansturm an den GÜSt zu bewältigen.
Auf Beschluss des Nationalen Verteidigungsrates der DDR (NVR) vom Juni 1989 wurden die Grenztruppen bis zum 30. November 1989 neu formiert.
Mit der Umstrukturierung wurde die Anzahl der Führungsorgane von 50 auf 24 reduziert und der Personalbestand um ca. 17 Prozent verringert. An der innerdeutschen Grenze wurden die Führungsorgane von
- 2 Grenzkommandos,
- 11 Grenzregimentern,
- 4 Grenzausbildungsregimentern und
- 33 Grenzbataillonen
aufgelöst und die Führungsorgane von
neu formiert.
Die Grenzbezirkskommandos wurden wie folgt gegliedert und disloziert:
- Grenzbezirkskommando 1, Schwerin
mit den 3 Grenzkreiskommandos
- Grevesmühlen / Gadebusch
- Hagenow
- Ludwigslust
- 18 Grenzkompanien
- 2 Bootskompanien
- 3 Reservegrenzkompanien
- Grenzbezirkskommando 2, Magdeburg
mit 5 Grenzkreiskommandos
- Salzwedel / Osterburg
- Klötze
- Haldensleben
- Halberstadt / Oschersleben
- Wernigerode
- 27 Grenzkompanien
- 7 Reservegrenzkompanien
- Grenzbezirkskommando 3, Erfurt
mit 4 Grenzkreiskommandos
- Nordhausen
- Worbis/Mühlhausen
- Heiligenstadt
- Eisenach
- 22 Grenzkompanien
- 5 Reservegrenzkompanien
- Grenzbezirkskommando 4, Suhl
mit 4 Grenzkreiskommandos
- Bad Salzungen
- Meiningen
- Hildburghausen
- Sonneberg / Neuhaus
- 29 Grenzkompanien
- 4 Reservegrenzkompanien
- Grenzbezirkskommando 5, Gera
ohne Grenzkreiskommando
- 8 Grenzkompanien
- 2 Reservegrenzkompanien
- Grenzbezirkskommando 7, Karl–Marx-Stadt
ohne Grenzkreiskommando
- 3 Grenzkompanien
- 1 Reservegrenzkompanie
Die an der Staatsgrenze zur BRD dislozierten 4 Grenzausbildungsregimenter wurden zu 2 Grenzausbildungszentren umformiert:
- Grenzausbildungszentrum 16, (Standorte Halberstadt und Dingelstedt)
- Grenzausbildungszentrum 36, Plauen (Standorte Plauen und Eisenach)
Beide Grenzausbildungszentren waren dem Kommando der Grenztruppen direkt unterstellt, ebenso wie die:
- Unteroffiziersschule der Grenztruppen der DDR „Egon Schultz“, die sich in Perleberg (Diensthundeführer-Ausbildung in Wilhelmshorst) befand.
Ebenfalls direkt dem Kommando der Grenztruppen unterstand die von dieser Umstrukturierung nicht berührte:
- Offiziershochschule der Grenztruppen „Rosa Luxemburg“ die sich in Suhl befand (bis Anfang der 80er Jahre in Plauen)
Der Grenzdienst wurde am 1. Juli 1990 offiziell eingestellt, die Grenztruppen wurden im September 1990 aufgelöst und ihre Aufgaben an der östlichen Grenze auf den Bundesgrenzschutz (BGS), heute Bundespolizei, übertragen.
Siehe auch
Literatur
- Peter J. Lapp: Gefechtsdienst im Frieden. Das Grenzregime der DDR 1945-1990, Bonn 1999, ISBN 3-763759-92-1
- Dietmar Schultke: Keiner kommt durch. Die Geschichte der innerdeutschen Grenze 1945-1990, Berlin 1999, ISBN 3-746680-41-7
- Volker Koop: Ausgegrenzt. Der Fall der DDR-Grenztruppen, Berlin 1996, ISBN 978-3894880644
- Klaus-Dieter Baumgarten, Peter Freitag: Die Grenzen der DDR, Geschichte , Fakten, Hintergründe, Berlin 2004, ISBN 3-360-01057-4
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Grenztruppen_der_DDR, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
