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Grand-Canyon-Nationalpark
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| Grand-Canyon-Nationalpark | |
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P.O. Box 129
Grand Canyon, AZ 86023
Tel. (928) 638-7888</td></tr>
Der Grand Canyon [grænd ˈkænjən] ist eine steile, etwa 450 km lange Schlucht im Norden des US-Bundesstaats Arizona, die über Millionen von Jahren vom Fluss Colorado ins Gestein des Colorado-Plateau gegraben wurde. Der größte Teil des Grand Canyon liegt im Grand-Canyon-Nationalpark.
Der Canyon zählt zu den großen Naturwundern auf dieser Welt und wird jedes Jahr von rund fünf Millionen Menschen besucht.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie
Der Grand-Canyon-Nationalpark liegt im Nordwesten von Arizona, nördlich von Williams und Flagstaff und etwa 365 km nördlich der Hauptstadt Phoenix. Die geografische Lage des Grand Canyon Village ist 36° 3' n. Br., 112° 9' w. L..
Der Grand Canyon ist etwa 450 km lang (davon liegen 350 km innerhalb des Nationalparks), zwischen 6 und 30 km breit und bis zu 1.800 m tief. Der Name des Canyons stammt vom Colorado River, der früher in Teilen Grand River genannt wurde (deutsch: Gewaltiger Fluss/Canyon, aber auch Großartiger Fluss/Canyon).
Das Gebiet um das Tal wird in drei Regionen aufgeteilt: Den Südrand (South Rim), der die meisten Besucher anzieht, den höher gelegenen und kühleren Nordrand (North Rim) und die Innere Schlucht (Inner Canyon) mit 5 Klimazonen (wechselfeuchte, subtropische, warmgemässigte, kühlgemässigte und subpolare Zone).
Der Rand des Grand Canyons liegt im Durchschnitt aus 2100m ü. M., während der Colorado im Durchschnitt auf 750m ü. M. fließt.
Flussaufwärts, im südlichen Utah liegen andere große Schluchten des Colorado. Der Glen Canyon, der seit 1964 im Stausee des Lake Powell versunken ist, galt landschaftlich als besonders schön. Weiter im Norden liegt der Canyonlands-Nationalpark. Flussabwärts, in der Nähe von Las Vegas, liegt der Stausee Lake Mead am Hoover-Staudamm.
Geschichte
Besiedlung durch Indianer
Bereits vor über 3.000 Jahren lebten Menschen im Bereich des Grand Canyon. Die Desert Culture genannten Indianer waren Jäger und Sammler, die Körbe und Sandalen herstellen konnten und mit Speerspitzen aus Stein auf die Jagd gingen.
Vor etwa 2.000 Jahren besiedelten die als Anasazi bekannten Völker das Gebiet. Sie wohnten in Lehmhütten und bauten ihre Behausungen in die Wände der Schlucht. Sie lebten von der Landwirtschaft und hinterließen viele Felszeichnungen. Vor ca. 700 Jahren verschwanden die Anasazi aus bis heute unbekannten Gründen plötzlich.
Die ebenfalls zur Pueblo-Kultur gehörenden Hopi sind ihre Nachfahren und lebten wie andere Indianerstämme in jüngerer Vergangenheit in der Gegend. Noch heute wohnen Havasupai-Indianer im Canyon.
Erforschung durch Spanier und Amerikaner
Der Grand Canyon wurde durch García López de Cárdenas aus Spanien erstmals von einem Europäer gesichtet, der im Auftrag des Eroberers Francisco Vásquez de Coronado auf der Suche nach den sagenumworbenen Sieben Städten von Cibola war. Er kam im September 1540 mit einer Gruppe spanischer Soldaten und mit Führern der Hopi-Indianer am Südrand der Schlucht an. Drei Soldaten stiegen in die Schlucht, kehrten aber nach etwa einem Drittel des Weges aus Wassermangel um. Der Grand Canyon wurde als wertlos eingestuft und über 200 Jahre von keinem Europäer mehr besucht.
Im Jahr 1776 kamen zwei spanische Priester bei der Erforschung des südlichen Utah am Nordrand des Canyon entlang. Sie waren auf der Suche nach einem Weg von Santa Fe (New Mexico) nach Kalifornien.
In den 1850er Jahren schickte der Mormone Brigham Young die ersten Siedler in das Gebiet, mit dem Ziel, eine einfache Möglichkeit zur Flussüberquerung zu finden. Nachdem die Siedler gute Beziehungen zu den einheimischen Indianern geknüpft hatten, wurden zwei Orte zur Überquerung des Flusses entdeckt, Lee’s Ferry und Pierce Ferry.
Berühmt wurde die wissenschaftliche Expedition des einarmigen John Wesley Powell, der am 24. Mai 1869 mit 9 Mann und vier Holzbooten in Green River, Wyoming aufbrach. Nach 1.500 km und durch zahlreiche gefährliche Stromschnellen im Green River und im Colorado River kam die Expedition schließlich am 30. August zum Virgin River, dem Endpunkt des Grand Canyon. Zwei Jahre später wiederholte Powell die Fahrt und fertigte genaue Karten und Berichte an. Er gab dem Canyon auch seinen heutigen Namen.
Entstehung des Parks
Am 11. Januar 1908 wurde das Gebiet um den Grand Canyon durch US-Präsident Theodore Roosevelt, der sich oft in dem Gebiet aufgehalten hatte, zum National Monument erklärt, bevor es am 26. Februar 1919 als Nationalpark unter Schutz gestellt wurde. Die Einrichtung des Parks gilt als früher Erfolg der Naturschutzbewegung. Der ganze Park ist seit seiner lezten Erweiterung 1975 ca. 4900km² groß.
1979 wurde der Grand Canyon in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen.
Geologie
Als sich vor ca. 65-70Mio das Colorado-Plateau hob, entstanden die Rocky Mountains. Durch diese Barriere konnte der Colorado nicht mehr in seine ursprüngliche Richtung nach Südosten fließen. Deshalb grub er sich ein neues Bett quer über das neu entstandene Colorado Plateau. Der Fluss bekam das Schmelzwasser der Rocky Mountains und bekam dementsprechend mehr Kraft um die Ausfräsung des Grand Canyons zu beginnen (vor ca. 40-50 Mio Jahren). Der Colorado floss nun durch Bruchzonen im Gestein, die durch die Hebung und Entstehung des Colorado-Plateaus entstanden. Dort trug er das Gestein schnell ab, da es zerüttet und ineinander verschoben war. Innerhalb von Millionen Jahren grub sich der Colorado immer tiefer ins Gestein ein. Heute arbeitet er an einer sehr harten und alten (1,7Mrd Jahre) Granitschicht. Da diese Schicht schwer weg zu erodieren ist, trägt der Colorado erst die weicheren Schichten an den Rändern ab. Das hat zur Folge, dass die Schlucht heute mehr in die Breite als in die Tiefe wächst.
Selbst die Lava eines Vulkanausbruches, die den Canyon einst verstopfte, konnte den Kräften des Flusses auf Dauer nicht standhalten. Noch immer ist diese Stelle anhand der abweichenden Farbgebung erkennbar.
Flora, Fauna & Klima
Flora
Die Pflanzenwelt am und im Grand Canyon ist sehr uterschiedlich, da es 5 Vegetationszonen gibt. Am höchsten Punkt des Grand Canyons auf 2683m NN wächst Nadelwald, während es am Rand der Schlucht schon Mischwald gibt. Ab 1500 m NN und weniger (in der Schlucht)wachsen Kakteen und Sträucher, aber keine Bäume mehr. Direkt am Colorado gibt es Oasen, wo Grasflächen vorhanden sind. Der Rest am Fluss ist Wüste. Insgesamt existieren am/im Grand Canyon mehr als 1500 verschieden Pflanzenarten, darunter sind 11 Stück als gefährdet anzusehen.
Fauna
Am höchsten Punkt am Grand Canyon gibt es Raubkatzen wie Pumas und Kojoten. Auf der nächsten Stufe (ab 1500m NN und weniger) gibt es Echsen, Dickhorn-Schafe und kleine Nagetiere. In den Oasen existieren Reiher, Regenbogenforelle und Frösche. Über 300 verschiedene Vogel- und 76 Säugetierarten gib es im Canyon.
Klima
Im Grand Canyon hat es von November bis März Minusgrade; von Mai bis September insgesamt über 20°C; im Juli ist es am Heißesten, im Durchschnitt um die 29°C. Im Januar dafür am Kältesten: -8°C. Am Nordrand regnet es im Durchschnitt viel mehr als am Südrand. Am Nordrand fällt auch im Winter bis zu 5m Schnee, am Südrand dagegen gibt es selten Schnee und am Colorado fällt nie Schnee. Am Nordrand regnet es um die 700mm/Jahr, am Südrand fällt nur 380mm Regen im Jahr. Auf der höhe des Colorados in der Schlucht fällt etwa 180mm Regen pro Jahr.
Diese Werte (Regen und Klima) sind Durchschnittswerte.
Aktivitäten
Für Übernachtungen innerhalb des Grand Canyon benötigt man eine Erlaubnis („Permit“). Sie kann frühestens vier Monate vor dem geplanten Termin beantragt werden. Die Zahl der Permits sind begrenzt. Für solche Touren gelten strenge Regeln, deren Einhaltung durch die Park Ranger überwacht werden. Tagestouren sind dagegen ohne Erlaubnis möglich.
Es gibt eine große Anzahl von Wegen im Canyon; deren bekannteste (und meistbegangene) der South Kaibab Trail vom Südrand zum Fluss und der Bright Angel Trail vom Nordrand entlang des Bright Angel Creek zum Fluss und dann wieder hinauf zum Südrand sind.
Eine besondere Herausforderung für Wanderer ist der Weg von einem der Ränder des Tals bis an den Fluss. Hierbei steigt man über 1.400 Höhenmeter hinab und durchmisst dabei fünf Klimazonen und ca. 1,7Mrd Jahre Erdgeschichte. Die optimale Jahreszeit für ein derartiges Vorhaben ist das Winterhalbjahr. Die Wanderung kann vom Südrand der Schlucht an einem Tag gemacht werden; dies erfordert aber frühen Aufbruch, gute Kondition, ausreichend Flüssigkeit und Essen sowie Wäsche zum Wechseln und Wetterschutzkleidung. Schilder der Nationalparkverwaltung warnen allerdings vor dem Unternehmen. Es empfiehlt sich, den Abstieg über den South Kaibab Trail und den Aufstieg ausschließlich über den Bright Angel Trail zu machen, da nur dort Trinkwasser verfügbar ist.
Heute wird der Colorado durch Staudämme bezwungen (Hoover- und Glen-Canyon-Damm) und hat dadurch seine ursprüngliche Kraft verloren. Er ist aber immer noch stark genug, um erfahrenen Wildwassersportlern einige Stromschnellen der höchsten Schwierigkeitsklasse zu bieten.
Einige Unternehmen bieten Wanderritte durch die Schluchten des Grand Canyons auf Pferden oder Maultieren an. Auch für diese ist eine Reservierung nötig. Wegen des großen Interesses bei einer nur begrenzten Anzahl von Pferden muss die Reservierung mindestens zwölf Monate im voraus erfolgen.
Siehe auch
Musik
- Ferde Grofé: Grand Canyon Suite (1929–1931) mit den Sätzen Sunrise, The Painted Desert, On the Trail, Sunset und Cloudburst. Analogaufnahme in Vinyl mit dem London Festival Orchestra unter Leitung von Stanley Black: Liner SPC 21002.
Literatur
- William H. Calvin: Der Strom, der bergauf fließt. Hanser, München 1996, ISBN 3446172807
- Sven Hedin: Gran Cañon : Mein Besuch im amerikanischen Wunderland. F. A. Brockhaus Verlag, Leipzig 1926
- John Wesley Powell: The exploration of the Colorado River and its canyons. Dover Press, Neuausgabe, New York 1961, ISBN 0-486-20094-9
- Aron Ralston: Im Canyon. Ullstein, Berlin 2005, ISBN 3550076207
Filmdokumentationen
- Grand Canyon. Dokumentarfilm von James Algar zur Grand Canyon Suite von Ferde Grofé. USA 1958, Walt Disney, 29 Minuten
- Grand Canyon: The Hidden Secrets. Dokumentarfilm von Kieth Merrill im IMAX-Format. USA 1984, Cinema Group Ventures/Investmore Ltd./World Cinemax, 35 Minuten
Medien
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Weblinks
| <imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden | Commons: Grand Canyon National Park – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
- Grand Canyon – Reiseinformationen bei Wikitravel
- National Park Service: Grand-Canyon-Nationalpark (offizielle Seite) (englisch)
- National Park Service: Deutsche Version der Parkzeitung (offizielle Seite) (englisch)
- U.S. National Parks Net: Grand-Canyon-Nationalpark (englisch)
- American Park Network: Grand-Canyon-Nationalpark (englisch)
- Seite zur Geomorphologie und Entstehung
- Westküste USA: Grand Canyon Detaillierte Beschreibung der Aussichtspunkte von South und West Rim mit Fotos (deutsch)
- arizonas-world: Grand Canyon Detaillierte Beschreibung alle Aussichtspunkte, auch der weniger bekannten, viele schöne Fotos (deutsch)
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Koordinaten: 36° 05′ 26" N, 113° 14′ 23" W
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